Brand & Brilliance Meta im Kulturkampf: Alte Garde gegen KI-Rebellen

Meta im Kulturkampf: Alte Garde gegen KI-Rebellen

Bei Meta brodelt es – und zwar richtig. Während Mark Zuckerberg weiter daran arbeitet, das Universum nach seinem Geschmack zu formen, kracht es im Maschinenraum des Konzerns: Altgediente Veteranen gegen neue KI-Rebellen. Was nach Strategie klingt, ist in Wahrheit ein Kulturkrieg – Business-as-usual trifft auf Größenwahn mit Ansage.

Die alten Platzhirsche: Cox und Bosworth

Vorneweg marschieren Chris Cox und Andrew „Boz“ Bosworth – die Hohepriester des klassischen Meta-Denkens. Cox, seit Ewigkeiten Produktchef, bewacht die Feeds wie ein Parkwächter seinen Rasen: keine radikalen Veränderungen, alles schön im Dienst von Instagram, Facebook und der nächsten Werbekampagne. Boz, der CTO, tickt ähnlich. Für ihn ist Technologie ein Werkzeug: präzise, berechenbar, unter Kontrolle. Keine Experimente. Seine Budgets fließen dorthin, wo Meta seit Jahren Geld druckt. „Evolution statt Revolution“ – ihr gemeinsames Credo.

Der neue Gegenspieler: Alexandr Wang

Dann betritt Wang die Bühne – neu an Bord, aber mit Ambitionen, die klingen, als wolle er das Spielfeld gleich neu zeichnen. Sein Ziel: Superintelligenz. Nicht einfach bessere KI, sondern ein Sprung über OpenAI hinweg, vorbei an Google, direkt auf den Olymp der Techwelt. Für Cox und Boz ist das Blasphemie – ein Angriff auf das Fundament ihres Geschäfts. Für Wang dagegen wirkt Feed-Optimierung wie Kleinkram. Sein Motto: „Erst Weltherrschaft, dann Produktintegration.“

Streit um Rechenpower

Spätestens bei der Frage, wer die kostbaren GPUs bekommt, wird der Konflikt greifbar. Die Social-Teams wollen ihre Ranking-Algorithmen tunen – schließlich hängt daran die halbe Firma. Wangs Crew dagegen fordert alles: jede GPU, jedes Watt, um ihre gottähnliche KI zu bauen. Das Ergebnis? Zwei Abteilungen stehen sich gegenüber wie zwei Bands im Backstage, beide überzeugt, der Headliner zu sein.

Budgetkürzungen und interne Spannungen

Dann platzt das Gerücht: Boz soll angeblich zwei Milliarden Dollar aus seinem Reality-Labs-Budget abgeben – zugunsten von Wangs KI-Projekt. Offiziell bestreitet Meta das, doch allein die Tatsache, dass solche Zahlen kursieren, zeigt, wie aufgeheizt die Stimmung ist. Die KI-Fraktion wirft der Chefetage vor, nur noch ans Social-Business zu denken. Die Veteranen sehen in Wangs Team dagegen eine Truppe mit fast religiösem Eifer. Ihr Credo: Superintelligenz um jeden Preis. Ihr Gegner: alles, was im Weg steht.

Meta zwischen Evolution und Eskalation

So kämpft Meta nicht nur gegen OpenAI und Google, sondern auch mit sich selbst. Die alte Garde will Stabilität, Umsatz, Berechenbarkeit. Die Rebellen dagegen fordern den großen Sprung – koste es, was es wolle. Zuckerberg versucht wie immer, beide Seiten bei Laune zu halten. Doch im Moment sieht es aus, als hielte er zwei Rennpferde am Zügel, die in entgegengesetzte Richtungen galoppieren.

Offizielle Beschwichtigung

Und dann tritt Meta-Sprecher Dave Arnold vor die Presse und sagt sinngemäß: „Alles Quatsch. Kein Streit, keine Budgetkriege, alles unter Kontrolle.“ Klar. Nach außen klingt’s nach Harmonie – nach innen nach purem Punkrock.

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