Business & Beyond Milliardärs-Zoff um Starlink: Musk droht Ryanair mit Übernahme

Milliardärs-Zoff um Starlink: Musk droht Ryanair mit Übernahme

Elon Musk droht mit Ryanair-Übernahme nach Streit um Starlink-Internet. Die EU-Regulierung macht einen Kauf jedoch unmöglich. Ein Wirtschaftskrimi mit verbalen Tiefschlägen und Börsenturbulenzen.

Ein Twitter-Poll, ein Börsensprung und zwei Egos, die aufeinanderprallen. Tech-Milliardär Elon Musk lässt auf seiner Plattform X abstimmen, ob er den irischen Billigflieger Ryanair kaufen soll. Das Ergebnis: 79 Prozent der 250.000 Teilnehmer stimmen dafür. Die Märkte reagieren sofort – die Ryanair-Aktie schießt um fünf Prozent nach oben, wie „Bild“ berichtet. Doch hinter der scheinbaren PR-Aktion steckt ein handfester Wirtschaftskonflikt mit geopolitischen Dimensionen.

Der Starlink-Streit als Auslöser

Was als technische Diskussion begann, eskalierte schnell zum öffentlichen Schlagabtausch. Ryanair-Chef Michael O’Leary lehnt die Installation von Musks Satelliteninternet Starlink in seinen Flugzeugen ab.

Seine Begründung : Die Antennen erhöhten den Luftwiderstand und verursachten Mehrkosten von bis zu 250 Millionen Dollar jährlich. Während Konkurrenten wie Lufthansa ihre Flotten mit der Technologie ausrüsten, bleibt O’Leary skeptisch, ob Passagiere überhaupt für Internet an Bord bezahlen würden.

Verbale Entgleisungen mit Börsenwirkung

In einem irischen Radiointerview bezeichnete O’Leary Musk als „sehr reichen Idioten“, so „Zeit“. Musk konterte auf X, nannte den Ryanair-Chef einen „Vollidioten“ und forderte dessen Entlassung.

Die Übernahmedrohung folgte prompt – obwohl EU-Recht eine Mehrheitsübernahme durch den US-Amerikaner Musk unmöglich macht. Mit einem geschätzten Vermögen von 670 Milliarden Euro laut „Bild“ wären die 30 Milliarden Euro Börsenwert von Ryanair für Musk jedoch ein Leichtes.

Marketingschlacht statt Übernahmekampf

Ryanair reagierte mit einer Verkaufsaktion unter dem Slogan „Buchen Sie heute, bevor Musk einen kriegt!“, wie „Zeit“ berichtet. Die Airline bot 100.000 Sitze zu Tiefpreisen an und kündigte eine Pressekonferenz an. Der Streit entwickelt sich zur perfekten Marketingbühne für beide Seiten – ähnlich wie Musks früherer Scherz über den Kauf von Coca-Cola, „um wieder Kokain reinzupacken“.

Business Punk Check

Der vermeintliche Übernahmekampf entpuppt sich als klassisches Ablenkungsmanöver von realen Wirtschaftsfragen. Die EU-Regulierung, die ausländische Mehrheitsübernahmen von Airlines blockiert, zeigt die Grenzen selbst für den reichsten Mann der Welt auf. Der eigentliche Kern – die strategische Frage nach Investitionen in Bord-Konnektivität – gerät dabei in den Hintergrund.

Während Lufthansa und andere Airlines Millionen in Starlink investieren, kalkuliert O’Leary knallhart mit dem Kosten-Nutzen-Verhältnis. Die Börsenreaktion offenbart jedoch die Macht von Musks Markteinfluss: Ein einziger Tweet lässt Aktienkurse springen. Für Investoren bedeutet das: Selbst offensichtlich unrealistische Übernahmeszenarien können kurzfristige Handelschancen bieten – aber langfristig zählen regulatorische Realitäten mehr als Twitter-Umfragen.

Häufig gestellte Fragen

Könnte Musk Ryanair tatsächlich übernehmen, wenn er es wollte?

Nein, EU-Regularien verhindern eine Mehrheitsübernahme durch Nicht-Europäer. Musk könnte höchstens Minderheitsanteile erwerben oder eine komplizierte Holdingstruktur mit europäischen Partnern aufbauen.

Welche wirtschaftlichen Folgen hat der Streit für beide Unternehmen?

Kurzfristig profitieren beide von der medialen Aufmerksamkeit. Ryanair verzeichnete einen Kurssprung von 5%, während Musk sein Starlink-Angebot in der Luftfahrtbranche prominent platzieren konnte. Langfristige Geschäftsbeziehungen wurden jedoch beschädigt.

Wie wirkt sich die Entscheidung gegen Starlink auf Ryanairs Wettbewerbsposition aus?

O’Learys Kalkulation basiert auf dem Niedrigpreis-Geschäftsmodell: 250 Millionen Dollar Mehrkosten würden Ticketpreise erhöhen. Während Premium-Airlines mit Starlink werben können, setzt Ryanair weiter auf Preisführerschaft statt Bordservice.

Quellen: „Bild“, „Spiegel“, „Zeit“

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