Business & Beyond Monopoly in Palo Alto: Wie Mark Zuckerberg ein Stadviertel Stück für Stück schluckt

Monopoly in Palo Alto: Wie Mark Zuckerberg ein Stadviertel Stück für Stück schluckt

Mark Zuckerberg hat für über 110 Millionen Dollar ein ganzes Wohnviertel in Palo Alto aufgekauft. Die Nachbarn sprechen von „Besetzung“ und kämpfen gegen Überwachung, Dauerbaustellen und den Verlust ihrer Gemeinschaft.

Was passiert, wenn einer der mächtigsten Tech-CEOs der Welt beschließt, nicht nur ein Haus, sondern gleich ein ganzes Viertel zu kaufen? In Palo Altos einstiger Bilderbuch-Nachbarschaft Crescent Park erleben Anwohner seit 14 Jahren, wie Mark Zuckerberg systematisch ihre Gemeinschaft transformiert.

Der Meta-Chef hat laut „New York Times“ über 110 Millionen Dollar investiert, um elf Immobilien aufzukaufen und sich ein privates Reich zu schaffen, das Nachbarn inzwischen als „Besetzung“ bezeichnen.

Die Monopoly-Strategie eines Tech-Giganten

Zuckerbergs Immobilien-Offensive begann 2011 mit einem 5.600 Quadratmeter großen Anwesen an der Edgewood Drive. Seitdem hat er kontinuierlich zugekauft, wie „TechCrunch“ berichtet. Fünf der Häuser wurden zu einem weitläufigen Hauptkomplex umgebaut – mit Gästehäusern, Gärten und einem Pickleball-Court.

Besonders extravagant: Ein Pool mit hydraulischem Boden, der sich in eine Tanzfläche verwandeln lässt, und eine sieben Fuß hohe Silberstatue seiner Frau Priscilla Chan. Unter dem Anwesen erstreckt sich laut „nypost.com“ ein 650 Quadratmeter großer unterirdischer Bereich, den Anwohner als „Milliardärs-Bathöhle“ bezeichnen. In einem weiteren Gebäude betreibt der Tech-Mogul eine Privatschule für 14 Kinder – obwohl dies gegen städtische Bauvorschriften verstößt, wie „people.com“ dokumentiert.

Nachbarschafts-Albtraum statt Silicon Valley-Idylle

„Keine Nachbarschaft möchte besetzt werden, aber genau das haben sie getan. Sie haben unsere Nachbarschaft besetzt“, erklärt Michael Kieschnick gegenüber „New York Times“. Sein Haus ist auf drei Seiten von Zuckerberg-Eigentum umgeben. Die Anwohner berichten von acht Jahren ununterbrochener Bauarbeiten, blockierten Einfahrten und abgebrochenen Autospiegeln durch Baufahrzeuge.

Besonders problematisch: die allgegenwärtige Überwachung. Kameras sind auf Nachbargrundstücke gerichtet, Sicherheitsleute in Fahrzeugen filmen Besucher und befragen Fußgänger auf öffentlichen Gehwegen, wie „timesofindia“ berichtet. Neun Nachbarn sprachen mit der „New York Times“ – sieben davon anonym aus Angst vor Konsequenzen.

Seite 1 / 2
Nächste Seite

Das könnte dich auch interessieren