Business & Beyond Tesla schrumpft, Musk träumt – und die Börse jubelt trotzdem

Tesla schrumpft, Musk träumt – und die Börse jubelt trotzdem

Politik und Image-Schaden

Zusätzlich belastet die Politik das Geschäft. US-Präsident Donald Trump ließ die Steuervergünstigung von 7.500 Dollar beim Kauf eines Elektroautos auslaufen. Ausgerechnet im Frühsommer, als sich Musk und Trump kurzzeitig zerstritten hatten. Inzwischen haben sich beide wieder angenähert. Aber der Schaden ist angerichtet.

Musks politisches Auftreten verschreckt Käufer. Ein Teil der Zielgruppe wendet sich ab. Tesla war mal die Marke der progressiven Tech-Elite. Heute polarisiert sie. Das spürt der Konzern in den Verkaufszahlen. Besonders im ersten Halbjahr 2025 brachen die Auslieferungen um 15 Prozent ein. Im dritten Quartal gab es einen kurzen Schub durch die Torschlusspanik vor dem Ende der Prämie. Danach folgte der Absturz: Im vierten Quartal sackte der Gewinn um 61 Prozent auf 840 Millionen Dollar ab.

Was bedeutet das wirklich?

Tesla vollzieht gerade eine radikale Transformation. Vom Autohersteller zum Technologiekonzern. Das Problem: Die neue Identität existiert nur in Musks Kopf. Die Robotaxis sind nicht da. Die humanoiden Roboter auch nicht. Das Autogeschäft schrumpft. Die Aktionäre applaudieren trotzdem, weil sie an die Vision glauben.

Wer profitiert? Kurzfristig niemand. Langfristig vielleicht Musk, falls die Wette aufgeht. Wer verliert? Die Mitarbeiter, die für die eingestellten Modelle arbeiten. Die Kunden, die auf neue Luxusmodelle gehofft hatten. Und möglicherweise alle Aktionäre, falls die Robotaxi-Vision platzt.

Business Punk Check

Tesla verkauft diese Transformation als strategischen Masterplan. In Wahrheit ist es ein riskantes Manöver ohne Netz. Musk stampft profitable Modelle ein, bevor die neuen Geschäftsfelder auch nur ansatzweise funktionieren. Die Robotaxi-Technologie ist nicht marktreif. Google hat einen Vorsprung von Jahren. Die humanoiden Roboter sind Science-Fiction. Was verschwiegen wird: Tesla verliert gerade seine Kernzielgruppe. Die progressiven Käufer wenden sich ab, weil Musk politisch polarisiert. Die konservativen Käufer kaufen keine Elektroautos. Der Sweet Spot schrumpft. Die Aktie steigt trotzdem, weil Investoren an Musks Visionskraft glauben. Das funktioniert, bis es nicht mehr funktioniert. Dann wird es brutal.

Häufig gestellte Fragen

Warum steigt die Tesla-Aktie trotz mieser Zahlen?

Weil Tesla die ohnehin niedrigen Erwartungen minimal übertroffen hat. Der Gewinn je Aktie im vierten Quartal lag leicht über den Prognosen. Investoren feiern das als Erfolg und glauben weiter an Musks Robotaxi-Vision.

Wann kommen die Tesla-Robotaxis wirklich?

Unklar. In Austin fahren ein paar Dutzend Testfahrzeuge. Eine Marktreife ist nicht absehbar. Google Waymo betreibt bereits über 2500 fahrerlose Autos kommerziell. Tesla hinkt Jahre hinterher.

Was passiert mit Model 3 und Y?

Offiziell nichts. Sie machen 97 Prozent der Auslieferungen aus. Aber wenn man Musk beim Wort nimmt, sind auch deren Tage gezählt. Er will Tesla vom Autohersteller zum Robotik-Konzern umbauen.

Quellen: Manager Magazin, Tag24, Handelsblatt

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