Brand & Brilliance Vom Pfau zur Pret-à-Porter: Südtiroler Handwerk für die Luxuswelt

Vom Pfau zur Pret-à-Porter: Südtiroler Handwerk für die Luxuswelt

Wenn jahrhundertealtes Handwerk auf Luxusmarken trifft, entstehen Unikate mit Geschichte. Vom Federkiel bis zur feinsten Wolle: Das ist der Stoff, aus dem wahre Begehrlichkeit gemacht ist. Und er kommt aus Südtitol.

Qualität kostet. Gutes Handwerk noch mehr. Wenn das jemand besonders gut beherrscht, dann der Familienbetrieb Thaler der Sarntaler Federkielstickerei in Südtitol. Federkielstickerei? Das ist ein traditionelles Kunsthandwerk, das besonders den Gutbetuchten im 18. Jahrhundert gefallen hat. Der Kiel der Pfauenfeder sollte Gürtel, Geldbörsen und Trachten verschönern.

Der „Ahle-Stich“ für hochwertiges Leder

Und wie geht das genau? Stick-Capitano Ulrich Thaler sowie sein Bruder Georg spalten dabei den Kiel, arbeiten dann mit dem „Ahle-Stich“ in das hochwertige Leder ein. Ganz günstig ist das nicht. So kostet ein Geldbeutel zwischen 200 und 400 Euro, ein aufwändig bestickter Trachtengürtel hat den Wert eines Kleinwagens. „Jedes Stück ist ein Unikat“, erklärt Ulrich Thaler. Er kenne Gürtel, die schon über Generationen weitergegeben wurden.

Bild: Ulrich Thaler – in seiner Federkielstickerei wird alles, wirklich alles, von Hand gefertigt. Die Pfauenfedern stammen bevorzugt aus der Region.

Handtasche für Fendi

Besonders begeistert vom Kunsthandwerk ist der italienische Luxusgüterkonzern Fendi. Sie ließen Thaler eine streng limitierte Handtasche entwerfen. Wer sie wollte? Natürlich die gesamte Damenwelt! Ob Ulrich Thaler eine für seine Frau bekommen hat? Das bleibt ein Geheimnis. Was er auf jeden Fall sagen kann: 120 Arbeitsstunden waren für so eine federkiel‘sche Fendi nötig.

Der Stoff, aus dem die Träume sind

Sie wollen alle zu ihm: Walter Niedermair, seit 1999 Chef der Brunecker Tuchfabrik Moessmer. Der Dottore hat im Portfolio, wonach die Luxusmarken dieser Welt suchen: Wolle in seiner edelsten Form. Was viele nicht wissen: „Wolle“, so Niedermair, „wärmt nicht. Sie speichert Energie nur.”

Bild: Walter Niedermair. Zu seinen Kunden zählen Chanel, Dior und Prada – denn alle lieben den Moessmer Tuchstoff

China ist der Markt der Zukunft

Ein wichtiger Markt ist China, erklärt Niedermair. Die Menschen dort hätten noch einen jahrzehntelangen Nachholbedarf. Aber auch die europäischen Märkte mit Klienten wie Chanel und Dior sind weiterhin spannend für ihn. Die Stärke von Niedermair sind Schnelligkeit und Individualisierung. Er erinnert sich: Einmal wollte Miuccia Prada einen Stoff bestellen, zwei Tage vor dem Betriebsurlaub an Weihnachten. Null Problemo, habe er gesagt. Am 15. Januar hatte die Prada-Chefin alles. Pünktlich. Wie immer. „Wir sind einfach in dem, was wir machen, unangefochtener Innovationsführer“, so der Leiter des Woll- und Kaschmir-Hauses. Sein Credo: „Wir können einfach jeden Stoff.“

Weitere Ingos zu Südtirol unter www.suedtirol.biz

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