Business & Beyond Von den Briten lernen

Von den Briten lernen

Auch China solle Deutschland nicht aus dem Blick verlieren, erinnert der ehemalige Botschafter Deutschlands in China, Volker Stanzel, zum 50. Jahrestags der europäisch-chinesischen Beziehungen. Ein Ereignis, das eher unbemerkt blieb. „Wir haben 5000 deutsche Unternehmen in China“, sagt er. Vor allem der Mittelstand arbeite in China für China und investierte auch viel in Forschung und Entwicklung. „Die Reputation der Deutschen ist dort nach wie vor glänzend“, sagt Stanzel. Eine größere Kohärenz der China-Politik hält er für nötig, um aus dem Gegenwind der weltweiten (Handels-)Krise vielleicht so etwas wie Rückenwind für die Entwicklung Europas werden zu lassen.

Eins habe Deutschland aber besser hinbekommen als Großbritannien, versetzt Böllhoff noch: „Wir haben uns die starke Industrialisierung erhalten, obwohl sie uns viele ausreden wollten“, sagt er. „Großbritannien hat das anders gemacht und das, glaube ich, auch bereut. Das sei wert, hervorgehoben zu werden, weil Industrialisierung und Technologie zusammenhingen, ist der Basler-Prognos-Chefüberzeugt. „Das ist der Grund, dass wir in vielen Bereichen noch führend sind und auch noch so viele Leitmessen haben.“ Das Stichwort für Stefan Rummel, Chef der Messe München Group. Die Rolle von Messen für positive Impulse und Innovationen könne gar nicht hoch genug eingeschätzt werden, sagt er.

Zum Beispiel bei der Personalwerbung: „Die besten Köpfe könnten wir abwerben, die sind alle auf den Messen“, sagt Rummel. Auch kämen Unternehmen aus aller Welt zu den Messen Messen und kauften auch dort ein, großteils bei europäischen und auch deutschen Unternehmen. „Wir müssen hierzulande aber noch mehr dafür sorgen, dass auch die kleinsten Mittelständler auf Messen gehen und die richtigen Partner für ihre Vorhaben finden können“, fordert Rummel. Da sei auch für die Politik noch einiges zu tun. „Wir haben in zahlreichen Branchen nach wie vor die Weltmarktführer und viel Wissen und damit auch einiges Exportpotenzial.“

Dem pflichtet Wacker-Chemie-Chef Hartel bei und schlägt mit Blick auf die Polysilicium-Sparte seines Unternehmens den Bogen zur Politik. „Für jeden zweiten Chip weltweit liefern wir aus Bayern und Sachsen das Rohmaterial“, sagt er. Gerade für Halbleiter müsse das Material tausend Mal reiner sein, als für den Solarbereich, in dem China stark sei. Wacker Chemie sei immer noch weltweit führend, „weil wir viel investieren“, stellt Hartel fest. Politik müsse dafür die Steine aus dem Weg räumen. „Und vor allem nicht immer wieder neue Steine in den Weg rollen“, sagt Hartel.

Der Ludwig-Erhard-Gipfel wird von der Weimer Weimer Media Group ausgerichtet. Co-Veranstalter des ersten Konferenztages ist die Vereinigung der bayerischen Wirtschaft (vbw).

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