drive & thrive · 800-Volt-Ladetechnik

China greift den „Bulli“ an: Wie der Zeekr Mix den Elektro-Bus neu erfindet

Der Zeekr Mix kann ab 2026 für den VW Bulli eine echte Konkurrenz werden.
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Family Punks aufgepasst! Chinas Antwort auf den VW ID.Buzz kommt mit 800-Volt-Technik, 700 Kilometer Reichweite und einem Wendekreis wie ein Kleinstwagen. Der Zeekr Mix könnte ab Ende 2026 auch in Deutschland den Familienvan revolutionieren.

Die Neuinterpretation des legendären VW Bulli kommt ausgerechnet aus China. Während der ID.Buzz von Volkswagen noch mit Kinderkrankheiten hadert, zeigte Geely-Tochter Zeekr auf der CES in Las Vegas, wie ein moderner Elektro-Van aussehen kann. Der Zeekr Mix kombiniert nostalgische Bulli-Anklänge mit technischen Superkräften – und könnte ab 2026 auch deutschen Familien eine Alternative zum VW-Klassiker bieten.

Bulli-Optik trifft Zukunftstechnik

Der chinesische Herausforderer macht optisch keinen Hehl aus seiner Inspiration. Mit kurzen Überhängen, glatten Flächen und ähnlichen Proportionen erinnert der Mix deutlich an den VW ID.Buzz – und damit an den Kult-Bulli der 70er Jahre. Die Maße sprechen eine klare Sprache: 4,69 Meter Länge, 2 Meter Breite, 1,78 Meter Höhe und ein Radstand von drei Metern. Fast identisch mit dem deutschen Original.

Doch unter der Haut spielt der Chinese in einer anderen Liga. Während VW auf 400-Volt-Technik setzt, bringt Zeekr eine 800-Volt-Architektur mit, die das Laden revolutioniert. Mit einer beeindruckenden Ladeleistung von 418 kW lässt der Mix den ID.Buzz (195 kW) weit hinter sich. Allerdings ist die Ladeleistung von 418 kW ist nicht offiziell bestätigt. Zeekr gibt eine Ladegeschwindigkeit von 5,5C an, was bei der 76-kWh-Batterie einer Ladeleistung von etwa 418 kW entsprechen würde. Solche Ladeleistungen sind in der Praxis jedoch selten erreichbar.

Dennoch lädt die Einstiegsversion mit 76-kWh-LFP-Akku lädt in kaum mehr als zehn Minuten von 10 auf 80 Prozent. Die größere 102-kWh-NMC-Batterie braucht etwa 15 Minuten.

Wendiger als ein Smart

Bei den Reichweiten verspricht Zeekr Werte, die den VW-Konkurrenten alt aussehen lassen: 550 Kilometer mit dem kleineren und beeindruckende 702 Kilometer mit dem größeren Akku. Nur: Nach chinesischer Norm gemessen – realistisch dürften nach WLTP etwa 450 bis 600 Kilometer sein.

Ein technisches Highlight ist die spezielle Vorderachse, die einen extremen Lenkeinschlag von bis zu 50 Grad ermöglicht. Das Ergebnis: ein Wendekreis von unter fünf Metern – weniger als bei vielen Kleinstwagen und ideal für enge Innenstädte. Mit 421 PS am Heck beschleunigt der Mix in 6,8 Sekunden auf 100 km/h und erreicht 180 km/h Spitze.

Das mobile Wohnzimmer für Family Punks

Der wahre Star ist jedoch der Innenraum. Hier haben die Ingenieure die eine Milliarde Euro teure SEA-M-Plattform (Sustainable Experience Architecture) voll ausgereizt. Vier elektrische Schiebetüren öffnen sich zu einem 1,48 Meter breiten Portal – ohne störende B-Säule, aber mit ultrahochfesten Stahlpfeilern in den Türen für maximale Sicherheit.

Das Interieur präsentiert sich als flexibler Lebensraum. Die vorderen Sitze lassen sich um 270 Grad drehen, der Boden ist komplett eben. Eine multifunktionale Box mit Tisch gleitet auf Schienen durch den Raum – perfekt für Familien, die mehr als nur Transport suchen. Das riesige Panoramadach lässt Licht herein, während das reduzierte Cockpit mit großem Zentraldisplay die digitale Zukunft verkörpert.

Preislich eine günstigere Liga als VW

In China ist der Mix bereits ein Erfolg: Über 30.000 Bestellungen seit Oktober 2023 sprechen für sich. Die Preise beginnen dort bei umgerechnet ca. 37.000 Euro für die Basisversion, die Variante mit größerem Akku kostet etwa 3.000 Euro mehr. Damit liegt der Zeekr preislich deutlich unter dem ID.Buzz, der in Deutschland bei rund 65.000 Euro startet. Er würde sich in den Trend einreihen, dass die Stromer immer wirtschaftlicher werden.

Für europäische Familien besonders interessant: Zeekr plant, bis Ende 2026 in allen relevanten europäischen Märkten, einschließlich Deutschland, präsent zu sein. Der Mix würde das Portfolio neben dem bereits angekündigten Zeekr 001 und dem kompakten Zeekr X perfekt ergänzen.

Der perfekte Van für moderne Familien

Für „Family Punks“ – moderne Familien, die Wert auf Nachhaltigkeit, Design und Flexibilität legen – könnte der Zeekr Mix genau die richtige Alternative zum etablierten VW-Bus sein. Mit seiner Kombination aus praktischem Raumkonzept, zukunftsweisender Technik und attraktivem Preis trifft er den Nerv einer Generation, die nicht mehr zwischen Familientauglichkeit und Coolness-Faktor wählen will.

Bevor der Mix nach Deutschland kommt, muss er allerdings noch den Euro NCAP-Crashtest bestehen. Zeekr wartet die Ergebnisse ab, bevor die europäische Markteinführung offiziell bestätigt wird. Die technischen Voraussetzungen für einen Erfolg sind jedenfalls gegeben.

Ausblick: Zwei Optionen für alle Family Punks!

Der Zeekr Mix könnte die nächste Evolutionsstufe des Familienvans einläuten. Während der VW ID.Buzz die Nostalgie des Bulli ins Elektrozeitalter transportiert hat, geht der chinesische Konkurrent einen Schritt weiter: Er vereint die ikonische Form mit technologischen Innovationen, die den Alltag tatsächlich verändern. Die Kombination aus extremer Wendigkeit, blitzschnellem Laden und flexiblem Innenraum definiert neu, was Familien von einem modernen Van erwarten dürfen. Wenn der Preis in Europa ähnlich wettbewerbsfähig bleibt wie in China, könnte der Mix ab 2026 nicht nur eine Alternative zum ID.Buzz sein – sondern die neue Messlatte für elektrische Familienmobilität.

Quellen: Gemini, Handelsblatt, Autobild, Autohaus.de

Portrait Uli Weißgerber

Uli Weißgerber

Seit über 25 Jahren bewegt er sich an der Schnittstelle von Medien, Marketing und Technologie. Stationen? Sport1, ProSiebenSat.1, Bertelsmann – er war beim Start von Sport1.de dabei hat unter anderem die erste Affiliate-Kampagne in Polen ausgerollt hat. Später hat er mit getperformance das erste TV-Performance-Tracking entwickelt und Marken wie Trivago ins Fernsehen katapultiert. Als Gesellschafter von Promipool wurde er Publisher und baute ein starkes, unabhängiges Content-Portfolio auf. Heute bringt er mit seinem Team und Partnern eigene, komplexe KI-Workflow-Lösungen in Verlage und Agenturen, die mehr können als Buzzwords – unter anderem steuern sie die komplette digitale Plattform von Business-Punk.com.