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Cro über seine Kunst: „Musik war für alle, Malen die heimliche Affäre“

Cro
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Es ist Anfang Juni auf der kleinen Insel Obonjan vor der Küste von Šibenik in Kroatien. 500 Menschen feiern hier gemeinsam mit Cro und About You den Release der Smiles-Kollektion. Neben Cro treten am zweiten Tag des Events unter anderem Badmómzjay und Kelvyn Colt in fast schon romantischer Atmosphäre mit Blick auf das Meer auf.

Die Besucher:innen schlafen in Zelten oder kleinen Hütten direkt auf der privaten Insel. Und während die meisten von ihnen noch in ihren Betten liegen, um die Poolparty vom Vortag auszukatern, treffen wir uns mit Cro an besagtem Pool zu einem kurzen Interview.

Was ist für dich die größere Ehre? Ist es die Platte im Zimmer oder das Gemälde an der Wand bei den Fans?

Ich brauche einfach beides. Immer, wenn ich Musik mache, komme ich an einen Punkt, an dem ich die Schnauze voll habe. Dann male ich zwei Wochen. Aber ich hatte eigentlich noch nie Kunst released bis vor einem Jahr. Das heißt, eigentlich war Musik für alle, Malen so ein bisschen die heimliche Affäre. Keiner wusste davon. Das hat es spannend gemacht. Aber jetzt ist es auch krass, nachdem ich es released habe. Da geht ordentlich was im Kunstmarkt und ich bin bereit, mit einer riesen Arschbombe reinzudippen.

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Credits: G.Schober/Getty Images/PR for ABOUT YOU

Du hast dich dazu entschieden Kunst als Carlito zu veröffentlichen. Was sind die Unterschiede und was die Gemeinsamkeiten von Cro und Carlito?

Also Carlo steckt hinter allem. Der Unterschied ist, der eine hat eine Maske auf und steht auf der Bühne und der andere malt. Da habe ich auch eine Maske, die kommt noch, die ist gerade in der Mache. Eigentlich ist das ein und dieselbe Person, aber auch komplett unterschiedlich. Carlito wird noch ein bisschen verrückter als Cro.

Gemeinsam mit Timeless hast du dein NFT-Kunstwerk released. Wie denkst du über NFTs im Kunstmarkt? Wo siehst du Potenzial?

NFTs sind gerade erst mal der Anfang, der noch ein bisschen unsortiert ist. Aber sobald sich das eingespielt hat, wird es einfach der digitale Kunstmarkt für Leute, die Fotos verkaufen oder am iPad malen. Ich finde, das ist eigentlich ganz logisch.

Würdest du auch sagen, es ist eine Demokratisierung des Kunstmarktes?

Auch, ja. Was ich geil finde ist, dass man auf einmal Kunst in 1000 Teile verkaufen kann und jeder hat was davon. Mein Michelle-Bild gibt es sogar physisch. Das heißt, jedem gehört jetzt ein Tausendstel von dem Bild. Es gehört noch nicht einmal der Galerie. Wenn es irgendwann mal 1 Million Wert ist, dann hat jeder 1.000 Euro.

Thema Streaming-Plattformen: Spotify zum Beispiel ist sehr auf Algorithmen basiert. Wie siehst du den Streaming-Markt?

Das hat Vor- und Nachteile. Wenn mir ein Song gefällt und der Algorithmus sucht sich dann Songs raus und schlägt die mir vor, finde ich das super. Hier und da geht es dann allerdings mehr um Quantität als Qualität, das könnte sich noch ändern.

Du bist jemand, der viel mit Newcomer:innen zusammenarbeitet. Wie sehen die das?

Nun ja, im Grunde ist es egal, was für eine Plattform Leute rausbringt. Wenn man krass ist, dann ist egal, ob Viva, MTV, Radio oder Streaming. Wenn du krass bist, hören die Leute dich und es setzt sich durch. Wenn du nicht krass bist, kannst du so viel gepusht werden, wie du willst. Es wird sich nicht lange halten.

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Neben der Musik und Kunst bringst du auch gemeinsam mit About You Mode heraus. Wie sieht deine Arbeit daran aus? Machst du die Designs?

Ich mache größtenteils die Designs. Ich zeichne nicht komplett bis ins letzte Detail alles aus, aber ich entwerfe die Schnitte. Ich gucke, dass die Stoffe so sind, dass sie sich gut anfühlen und schön fallen.

War Mode denn auch schon vor deiner eigenen Kollektion eine Leidenschaft von dir?

Mit Mode habe ich schon sehr früh angefangen. Als ich 16 war, habe ich T-Shirts bemalt und in der Schule verkauft. Da hat das angefangen. Als ich im Freibad rumgelaufen bin mit dem Shirt, meinten die Leute so: „Ich will das“. Dann habe ich damals Vio Vio gegründet.

Michael Gnahm

Michael studiert Marketingkommunikation, weil er es mit klassischen Studiengängen wie Wirtschaftswissenschaften einfach nicht so hat. In den Journalismus ist er zufällig reingestolpert und mittlerweile voll in Love. In seiner Freizeit hört er gerne musikalische Kunstwerke aus dem Bereich des deutschen Sprechgesangs. Also komm ins Café, wir müssen reden!