Der Kleine, der Paris zum Tanzen bringt
30 Jahre nach dem ersten Auftritt kehrt der smart Zweisitzer an den Ort zurück, wo alles begann. Und er hat einiges dazugelernt.
Paris, 1996. Die Autowelt mag es lang, breit und wichtig. Dann taucht dieses Ding auf: zwei Sitze, kaum Überhang, eine Front, als hätte jemand eine Limousine hinter dem Fahrersitz einfach abgesägt. Manche lachen. Andere verlieben sich sofort. Der smart ist geboren.
Paris, Oktober 2026. Gleiche Stadt, 30 Jahre später. Diesmal lacht keiner, diesmal klatschen alle. Als das Tuch fällt, steht er da: der smart #2, knallrot, schwarzes Dach, Scheinwerfer, die aussehen, als hätten sie gerade einen guten Witz gehört. Darüber leuchtet „THAT’S BIG“. Ironie oder Selbstbewusstsein? Vermutlich beides.
Kurz gesagt: Er ist wieder da

„In short: It’s back“, steht auf den Aufstellern, und „short“ ist Programm. Mit 2.746 Millimetern passt der #2 quer in Lücken, von denen andere nur träumen. Der Wendekreis von 6,95 Metern heißt im Klartext: Wo andere dreimal rangieren, dreht der #2 einmal und winkt.
Von hinten gibt es ein Déjà-vu: Die geteilte Heckklappe und die zweifarbige Lackierung sind zurück, genau die Details, die den fortwo einst unverwechselbar machten. Rund 350.000 fortwo sind übrigens noch auf deutschen Straßen unterwegs. Das sind 350.000 potenzielle Großeltern für den Neuen.

Schluss mit niedlich
Wer den #2 nur süß findet, hat das Datenblatt nicht gelesen. Auf der neuen Electric Compact Architecture (ECA) arbeitet ein 60-kW-Motor mit Hinterradantrieb. Dazu kommt eine Fünflenker-Hinterachse, eine Premiere in dieser Klasse. Die 35,8-kWh-Batterie liegt flach im Boden und schafft bis zu 290 km (WLTP, vorläufig). Am Schnelllader geht es mit bis zu 65 kW in 20 Minuten von 10 auf 80 Prozent: genau ein Espresso und ein Croissant. Für die Sicherheit sorgt die Tridion Cell Evo, die neueste Generation der legendären smart-Sicherheitszelle.
Die Männer hinter dem Comeback

Für zwei Männer ist dieser Abend persönlich. Wolfgang Ufer hat smart in Deutschland neu aufgebaut und verantwortet heute Europa. Florian Nemitz war von Anfang an dabei und führt jetzt als CEO smart Deutschland das Geschäft hierzulande. Privat fahren beide dasselbe Auto, einen smart #5 BRABUS. Streit um den Dienstwagen gibt es also nicht.
Wie oft kam die Frage nach dem „echten“ smart?
„Tatsächlich kam diese Frage bei nahezu jedem Besuch im Handel. […] Umso mehr freuen wir uns, endlich eine Antwort geben zu können.“ – Florian Nemitz
„Deshalb fühlt sich der smart #2 für uns weniger wie ein Produktlaunch an als vielmehr wie die Erfüllung einer langjährigen Erwartung.“ – Wolfgang Ufer
Im Segment um 20.000 Euro drängeln sich alle. Womit gewinnt der #2?
„Unser Anspruch ist nicht, irgendein weiteres Fahrzeug in diesem Segment anzubieten, sondern das begehrenswerteste.“ – Wolfgang Ufer
„Einen smart erkennt man auf der Straße, bevor man das Logo sieht.“ – Florian Nemitz

Gebaut in China, Plattform von Geely, Design von Mercedes. Was ist daran noch „deutsch“?
„Die entscheidende Frage ist deshalb nicht mehr, wo ein Auto gebaut wird, sondern wer es entwickelt, gestaltet und für die Qualität einsteht.“ – Wolfgang Ufer
Ihr persönlicher fortwo-Moment?
„Meine Mutter fährt bis heute einen elektrischen fortwo.“ – Wolfgang Ufer
Sein Wunsch: dass seine Kinder eines Tages im #2 ihre ersten Fahrerfahrungen sammeln. Ein Kreis, der sich schließt.
Was kann der #2, was kein anderes Auto unter 25.000 Euro kann?
„Der smart #2 fühlt sich kleiner an, wenn man ihn fährt, und größer, wenn man in ihm sitzt.“ – Wolfgang Ufer
Rot oder Weiß?

Vier Varianten stehen zur Wahl: Pure, Pure+, Premium mit Glasdach und Sennheiser-Sound sowie die auf 999 Exemplare limitierte Couture Edition in mattem Weiß mit goldenem Dach. Haute Couture für die Hauptstraße. Los geht es ab 19.990 Euro.
30 Jahre später und kein bisschen leise
1996 hat Paris über den kleinen Zweisitzer geschmunzelt, 2026 zückt die Stadt das Handy. Der #2 ist kein Retro-Spielzeug, sondern ein durch und durch modernes Stadtauto. Und er hat das, was in keinem Datenblatt steht: dieses Grinsen, das man beim Fahren nicht mehr aus dem Gesicht bekommt. Der Kleine ist zurück, und er hat vor, zu bleiben.
Der smart #2 befindet sich noch in der Homologation; alle Angaben sind vorläufig. Energieverbrauch kombiniert: 13,6 kWh/100 km; CO₂-Emissionen kombiniert: 0 g/km; CO₂-Klasse A; elektrische Reichweite (WLTP): 290 km. Fotos: smart.