Drive & Dreams 10 Millionen: Tesla knackt die nächste Marke

10 Millionen: Tesla knackt die nächste Marke

Tesla hat das zehnmillionste Elektroauto gebaut und erreicht damit einen Meilenstein, den vor wenigen Jahren kaum jemand für möglich gehalten hätte. Doch hinter der Rekordzahl steckt eine viel größere Geschichte: Elon Musks Billionen-Wette ist noch lange nicht gewonnen.

Zehn Millionen Fahrzeuge sind beeindruckend. Gleichzeitig zeigt der Blick auf die Verkaufszahlen und Musks ambitionierte Ziele, wie weit der Konzern trotz aller Erfolge noch von seiner Vision entfernt ist.

Rekord mit Ansage

Tesla hat nach eigenen Angaben sein zehnmillionstes Elektroauto produziert. Das teilte der Konzern am Donnerstag über soziale Medien mit. Besonders bemerkenswert: Erst vor sechs Jahren rollte das einmillionste Fahrzeug vom Band. Seitdem hat der E-Autobauer seine Produktion massiv hochgefahren und sich endgültig als einer der größten Hersteller von Elektroautos weltweit etabliert.

Halbzeit für Musks Billionen-Paket

Mit der Marke von zehn Millionen Fahrzeugen ist Tesla zugleich auf halbem Weg zu einem der vier zentralen Produktziele, die Elon Musk erfüllen muss, um den vollen Wert seines milliardenschweren Vergütungspakets zu erhalten. Bis 2035 soll Tesla insgesamt 20 Millionen Fahrzeuge gebaut haben. Außerdem verlangt das Zielpaket zehn Millionen aktive Abonnenten für die Full-Self-Driving-Software (FSD), eine Million humanoide Roboter sowie eine Million Robotaxis im Einsatz.

Der Weg bleibt steinig

So spektakulär die Zahl klingt: Der schwierigste Teil liegt noch vor Tesla. Bislang hat das Unternehmen noch nie zwei Millionen Fahrzeuge innerhalb eines Jahres verkauft. Sollte das aktuelle Tempo anhalten oder sich das Wachstum weiter abschwächen, dürfte Tesla die Marke von 20 Millionen Fahrzeugen frühestens Anfang der 2030er-Jahre erreichen.

Heimatmarkt schwächelt

Während zahlreiche traditionelle Autobauer ihre Elektro-Offensive zuletzt zurückgefahren haben und Start-ups wie Rivian oder Lucid weiterhin mit der Skalierung kämpfen, profitiert Tesla zwar von einem geringeren Wettbewerbsdruck in den USA. Dennoch läuft es auch auf dem Heimatmarkt nicht rund. Im zweiten Quartal sanken die US-Verkäufe im Jahresvergleich um 13 Prozent. Deshalb sucht Tesla verstärkt Wachstum in Märkten wie Japan, Australien oder Litauen.

Musks alte Vision lebt nur noch teilweise

Noch vor wenigen Jahren versprach Elon Musk, Tesla werde bereits 2030 jährlich 20 Millionen Fahrzeuge produzieren. Von diesem Ziel hat er sich inzwischen verabschiedet, nachdem sich das Wachstum deutlich abgeschwächt hat. Trotzdem bleibt die Fahrzeugproduktion dasjenige der vier großen Unternehmensziele, bei dem Tesla dem Erfolg aktuell am nächsten ist.

FSD, Roboter und Robotaxis hinken hinterher

Beim zweiten großen Ziel ist der Abstand deutlich größer. Tesla meldete zuletzt knapp 1,5 Millionen FSD-Abonnenten. Allerdings ist unklar, ob darin auch kostenlose Testzugänge enthalten sind, die für das offizielle Ziel vermutlich nicht angerechnet werden. Noch weiter entfernt ist Tesla bei den humanoiden Robotern und Robotaxis. Beide Projekte befinden sich weiterhin in einer frühen Entwicklungsphase.

Milliardenziel in weiter Ferne

Neben den Produktzielen muss Musk bis 2035 auch die Profitabilität des Konzerns massiv steigern. Das bereinigte EBITDA soll auf 400 Milliarden US-Dollar wachsen. Davon ist Tesla derzeit weit entfernt: Aktuell liegt das bereinigte EBITDA bei rund 3,27 Milliarden Dollar und steht zusätzlich unter Druck. Hohe Rabatte, wegfallende Einnahmen aus Emissionszertifikaten sowie steigende Investitionen in Künstliche Intelligenz und Robotik belasten die Ergebnisse.

BYD bleibt der härteste Rivale

Auch im globalen Rennen bekommt Tesla weiter Druck aus China. BYD hat inzwischen bereits mehr als 17 Millionen sogenannte New Energy Vehicles produziert und verkauft. Allerdings handelt es sich dabei nur etwa zur Hälfte um reine Elektroautos, der Rest entfällt auf Plug-in-Hybride. Trotzdem zeigt der chinesische Konzern, dass der Wettlauf um die Mobilität der Zukunft längst zu einem globalen Kräftemessen geworden ist.

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