Drive & Dreams Handwerk, Mut, Marke

Handwerk, Mut, Marke

Ein Interview mit Marina Hoermanseder, Designerin und Gründerin ihres gleichnamigen Labels

„Wer wirklich etwas Eigenes schaffen will, darf sich nicht von Regeln einschüchtern lassen.“

Marina Hoermanseder will Mode neu denken – zwischen klassischem Handwerk, mutigen Designs und einer Marke, die für Haltung steht. Ihre Leder-Schnallen sind Kult, ihr Anspruch ist klar: kompromisslos kreativ, wirtschaftlich tragfähig und international sichtbar. Im Gespräch mit Carsten Puschmann erzählt sie, wie sie ihre Vision umsetzt und welche Herausforderungen das Unternehmersein mit sich bringt.

Carsten: Marina, du hast bei Alexander McQueen in London gelernt – was hast du dort für dein eigenes Label mitgenommen?

Marina: Vor allem Disziplin im Handwerk. Bei McQueen zählt jedes Detail, jede Naht. Das hat mich geprägt, weil Qualität und Präzision nicht nur auf dem Laufsteg, sondern auch für ein funktionierendes Business entscheidend sind.

Carsten: Du hast dein eigenes Label gegründet und bist heute international erfolgreich. Wie hast du diesen Schritt gewagt?

Marina:Mut war entscheidend – und die Bereitschaft, Fehler zu machen. Ich habe mein Label Schritt für Schritt aufgebaut: Design, Produktion, Team, Marke. Es geht immer darum, Dinge auszuprobieren, zu lernen und sich nicht entmutigen zu lassen.

Carsten: Deine Leder-Schnalle ist inzwischen ein Markenzeichen. Wie entsteht eigentlich so ein ikonisches Detail?

Marina: Solche Designs entstehen aus Experimentierfreude und Handwerk. Ich probiere Materialien, Formen und Techniken, bis etwas einzigartig ist. Und dann muss es funktionieren – ästhetisch und praktisch.

Carsten: Was war die größte Herausforderung beim Aufbau deiner Marke?

Marina: Die Balance zwischen Kreativität und Business. Als Designerin will man alles perfekt machen, aber wirtschaftlich muss man Entscheidungen treffen, Prioritäten setzen. Außerdem braucht man ein starkes Team – alleine geht es nicht.

Carsten: Nachhaltigkeit und Skalierung – passt das zusammen?

Marina: Ja, aber nur mit bewusster Produktion. Materialien müssen hochwertig sein, Lieferketten transparent. Skalierung darf nicht auf Kosten von Qualität und Ethik gehen – das ist mein Anspruch.

Carsten: Handwerk, Mut, Marke – was ist für dich das wichtigste Mindset für junge Gründer:innen?

Marina: Sei neugierig, lerne alles, was du kannst, und hab keine Angst zu scheitern. Gleichzeitig musst du wissen, wann du loslassen und priorisieren musst. Kreativität allein reicht nicht – man braucht Mut, Strategie und Ausdauer.

Carsten: Wo soll dein Label in fünf Jahren stehen?

Marina: Wir wollen international weiterwachsen, aber die Handschrift behalten. Nachhaltiger, digitaler und global sichtbarer werden – ohne Kompromisse bei Design oder Qualität.

Carsten: Zum Abschluss: Welche Botschaft hast du für junge Kreative?

Marina: Vertraut eurem Instinkt, lernt das Handwerk, bleibt hartnäckig – und vergesst nie: Euer Produkt sollte euch selbst überzeugen, nicht nur andere.

Marina Hoermanseder zeigt, dass Kreativität, Mut und unternehmerisches Denken kein Widerspruch sein müssen – sondern die perfekte Mischung für eine Marke mit Haltung.

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