Drive & Dreams Waymo jetzt wertvoller als VW und BMW zusammen

Waymo jetzt wertvoller als VW und BMW zusammen

Googles Robotaxi-Tochter Waymo kassiert 16 Milliarden Dollar und erreicht eine Bewertung von 126 Milliarden. Damit übertrifft das Unternehmen die Marktkapitalisierung traditioneller Autogiganten bei Weitem.

Waymo hat gerade 16 Milliarden Dollar eingesammelt und ist jetzt mehr wert als Volkswagen und BMW zusammengerechnet. Die Google-Schwester erreicht eine Bewertung von 126 Milliarden Dollar – während VW bei rund 50 Milliarden und BMW bei etwa 55 Milliarden dümpeln. Das Silicon Valley hat den deutschen Autobauern gerade brutal vorgeführt, wo die Zukunft der Mobilität entschieden wird: nicht in Wolfsburg oder München, sondern in Mountain View.

Robotaxis rollen bereits in sechs US-Städten

Die Zahlen zeigen, warum Investoren wie Dragoneer, Sequoia Capital und Andreessen Horowitz Milliarden in Waymo pumpen. Über 400.000 bezahlte Fahrten pro Woche absolvieren die fahrerlosen Taxis bereits in sechs US-Metropolen, laut Watson. Insgesamt haben die Fahrzeuge 204 Millionen Kilometer autonom zurückgelegt. Während deutsche Hersteller noch Testphasen planen, fährt Waymo längst echte Kunden durch San Francisco, Phoenix und Los Angeles. Die Expansion läuft auf Hochtouren.

London, Tokio, Nashville, Denver, Las Vegas und New York stehen auf der Liste für 2026. In London sammelt Waymo bereits Kartendaten, ab April sollen erste fahrerlose Testfahrten starten. Ein kommerzieller Launch könnte im September 2026 folgen – sofern die Regulierer mitspielen.

Deutsche Autobauer hinken hinterher

VW versucht mit der Tochter Moia mitzuhalten, doch der Rückstand ist brutal. Erst 2026 sollen in Hamburg autonome ID.Buzz-Busse rollen, in der Schweiz gar erst 2028.

Tesla hat zwar große Ankündigungen gemacht, aber bisher nur wenige Robotaxis in Austin im Einsatz – und die brauchen noch Aufpasser im Beifahrersitz. Elon Musk setzt auf eine Kamera-only-Strategie ohne teure Lidar-Sensoren. Falls das funktioniert, hätte Tesla einen Kostenvorteil. Falls nicht, bleibt es bei Marketing-Versprechen.

China dominiert den Massenmarkt

Während Waymo in den USA führt, explodiert der Markt in China. Baidu, Pony.ai und WeRide liefern sich dort ein Wettrennen um Marktanteile. China hat bereits die höchste Robotaxi-Dichte weltweit – ein Vorsprung, den westliche Anbieter kaum aufholen können. Die Frage ist nicht mehr, ob autonome Taxis kommen, sondern wer am Ende die Infrastruktur kontrolliert.

Waymo schweigt sich über die genaue Verwendung der 16 Milliarden aus. Klar ist: Jede neue Stadt braucht Kartierung, Genehmigungen, Depots, Ladeinfrastruktur und lokale Partnerschaften. Zagdaily berichtet, dass das Unternehmen auf Nachfrage keine finanziellen Details nennen wollte. Die Strategie konzentriere sich auf „sicherheitsgeführte operative Exzellenz und technologische Führerschaft“ – klassisches Silicon-Valley-Sprech für „wartet ab, was wir liefern“.

Sicherheitsbedenken bleiben

Trotz aller Erfolge steht Waymo unter Beobachtung. US-Behörden untersuchen Vorfälle, bei denen Robotaxis illegales Verhalten an Schulbussen zeigten oder ein Kind anfuhren.

Waymo argumentiert mit einer 90-prozentigen Reduktion schwerer Verletzungsunfälle im Vergleich zu menschlichen Fahrern. Doch öffentliche Akzeptanz und regulatorische Hürden variieren stark zwischen Märkten – was in Kalifornien funktioniert, muss in London oder Tokio nicht automatisch klappen.

Business Punk Check

Waymo zeigt gerade, wie schnell etablierte Industrien irrelevant werden können. Während VW und BMW noch über Elektrifizierung diskutieren, hat eine Google-Tochter sie beim Börsenwert überholt – ohne ein einziges Auto zu verkaufen. Das ist keine Tech-Blase, sondern knallharte Realität: 400.000 Fahrten pro Woche generieren echte Umsätze, keine Powerpoint-Versprechen. Doch drei Punkte sollten kritisch beäugt werden: Erstens verschweigt Waymo, wie profitabel diese Fahrten tatsächlich sind.

Zweitens kostet jede neue Stadt Hunderte Millionen für Infrastruktur und Genehmigungen. Drittens bleiben Sicherheitsvorfälle ein Reputationsrisiko, das einen Markteintritt in Europa massiv verzögern kann. Für Investoren gilt: Waymo hat den Beweis erbracht, dass autonome Taxis funktionieren. Für traditionelle Autohersteller bedeutet das: Entweder radikal umdenken oder zur Zulieferer-Rolle degradiert werden. Die Frage ist nicht mehr, ob Robotaxis kommen, sondern wer die Plattform kontrolliert – und da haben deutsche Hersteller bereits verloren.

Häufig gestellte Fragen

Warum ist Waymo mehr wert als traditionelle Autohersteller?

Waymo kontrolliert die Plattform für autonome Mobilität, nicht nur die Hardware. Während VW und BMW Autos verkaufen, baut Waymo ein skalierbares Geschäftsmodell mit wiederkehrenden Umsätzen pro Fahrt. Investoren bewerten Plattform-Geschäfte grundsätzlich höher als produzierende Unternehmen, weil die Margen langfristig besser sind.

Welche Technologie macht Waymo überlegen?

Waymo setzt auf eine Kombination aus Kameras, Radar und Lidar-Sensoren für 360-Grad-Umgebungserfassung. Diese Redundanz erhöht die Sicherheit massiv im Vergleich zu Teslas Kamera-only-Ansatz. Zusätzlich verfügt Waymo über 204 Millionen Kilometer reale Fahrdaten – ein Vorsprung, den Konkurrenten kaum aufholen können.

Wann kommen Waymo-Robotaxis nach Deutschland?

Konkrete Termine für Deutschland gibt es nicht. London steht für September 2026 auf der Liste, deutsche Städte wurden nicht genannt. Die regulatorischen Hürden in der EU sind höher als in den USA, was den Markteintritt verzögert. VWs Moia könnte theoretisch früher starten, liegt technologisch aber Jahre zurück.

Sind autonome Taxis wirklich sicherer als menschliche Fahrer?

Waymo behauptet eine 90-prozentige Reduktion schwerer Unfälle, doch die Datenbasis ist begrenzt. Vorfälle wie das Anfahren eines Kindes in Kalifornien zeigen: Die Technologie ist nicht fehlerfrei. Langzeitstudien mit Millionen Kilometern unter verschiedenen Bedingungen fehlen noch. Skepsis ist angebracht, bis unabhängige Daten vorliegen.

Lohnt sich ein Investment in Robotaxi-Technologie?

Für Risikokapitalgeber definitiv – die 126-Milliarden-Bewertung zeigt das Potenzial. Für Privatanleger bleibt Waymo als Alphabet-Tochter indirekt investierbar. Direktinvestments in chinesische Player wie Baidu oder Pony.ai sind hochspekulativ. Wer auf Nummer sicher gehen will, wartet ab, bis Waymo tatsächlich profitabel wird – die Umsatzzahlen bleiben bisher geheim.

Quellen: Watson, Zagdaily, Autopreneur

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