Female & Forward Mut und Mindset: Warum viele Frauen sich nicht trauen zu gründen

Mut und Mindset: Warum viele Frauen sich nicht trauen zu gründen

Nur ein Fünftel der Unternehmen in Deutschland werden von Frauen gegründet. Woran liegt das? Malou Deuber plädiert für Vereinbarkeit, Selbstbewusstsein und Selbstwirksamkeit.

Ich hätte beinahe nicht gegründet. Lange Zeit dachte ich, das machen nur die Überflieger, die bereits während des Studiums ihr erstes Unicorn skalieren. Ob es auch etwas damit zu tun, dass ich eine Frau bin? Definitiv.

Dieser Fakt ist nicht neu, denn der Female Founders Monitor zeigt: Nur 18,8 Prozent der Gründungen sind von Frauen. Nicht mal jede Fünfte. Die Studie zeigt, was es braucht, um das zu ändern: Vorbilder, frühe Sensibilisierung, Förderprogramme und Bildung.

Gleiche Chancen, gleiche Erfolge

Dieser Punkt betrifft zwar nicht für jede Frau, ist aber für die Chancengleichheit relevant: bessere Rahmenbedingungen für Vereinbarkeit. Es braucht ein System, das flexible Elterngeld- und Elternzeit-Modelle, Mutterschutz für Selbstständige und Betreuungsmodelle fördert.

Ist die Gründung abgeschlossen und geht es ans Skalieren, sind diverse Investorinnen und Investoren ein wichtiger Hebel. Durch bestimmte Fonds für Female Founders kann außerdem die Finanzierungslücke geschlossen werden.

Angst vs. Mut

Die Ausgangslage ist also nicht ideal für Frauen. Ich erinnere mich selbst noch daran, als ich während meiner Festanstellung mit dem Gedanken spielte, zu gründen – und das dank toller
Vorbilder, offenem Austausch und meinem inneren Drang, mein eigenes Ding zu machen, auch tat. Also habe ich meine Beratungsagentur und das Unternehmerinnen-Netzwerk SHEDoes Club gegründet.

Was ich von Anfang an hatte, war das richtige Mindset, und den Rest habe ich mir über die Jahre erarbeitet: das Netzwerk, das Wissen und die Sichtbarkeit. Von außen wurde mein
Schritt oft als mutig bezeichnet.

SHEDoes Event

Natürlich braucht es Selbstbewusstsein, um ein Risiko einzugehen und das gewohnte Umfeld zu verlassen. Der Women’s Confidence Report zeigt genau und bringt es in einen größeren
Kontext: Je selbstbewusster Frauen in ihrem Handeln sind, desto besser geht es der Gesellschaft. Sie übernehmen mehr Verantwortung – vor allem im Business-Kontext – und fördern außerdem den kollektiven Zusammenhalt.

In meinen Augen kann Social Media hier einen positiven Effekt haben. Wir sehen Gründerinnen, hören ihre Geschichten, werden inspiriert, können unser eigenes Netzwerk aufbauen – dadurch wurde Vitamin B endlich demokratisiert – und uns selbst ermächtigen, zu gründen.

Vorbilder und das richtige System

Es braucht Mut, um zu gründen. Trotzdem ist er nicht alles, denn immer noch zu viele Frauen haben Angst vor dem Scheitern. Wir brauchen ein System, das Frauen fördert, Barrieren
abbaut und ihnen Möglichkeiten eröffnet, ihren eigenen Weg zu gehen – ganz egal, ob dieser bereits während des Studiums, mit Vitamin B oder erst nach der Familienplanung ist. Viele Frauen wollen gründen und haben Angst davor, zu scheitern. Erst wenn wir es schaffen, unsere eigene Superpower zu erkennen, kann die Zahl der Gründerinnen wieder steigen.

Malou Rosalie Deuber & Ines Nienhaus

BIO:

Malou Rosalie Deuber studierte BWL mit Schwerpunkt Marketing und arbeitete fünf Jahre in einem globalen Beauty-Konzern, bevor sie ihre eigene Social-Media-Beratungsagentur socialrelation und das Unternehmerinnen-Netzwerk SHEDoes Club gründete, das sie inzwischen als Franchise ausbaut. Auf LinkedIn erreicht sie über 12.000 Follower, teilt ihr Wissen zu Social Media und ermutigt Frauen, ihren eigenen Weg zu gehen.

Das könnte dich auch interessieren