Finance & Freedom Amazons 60-Euro-Fehler: Jetzt Geld zurückholen!

Amazons 60-Euro-Fehler: Jetzt Geld zurückholen!

Millionen Prime-Nutzer können sich bis zu 60 Euro zurückholen. Die Preiserhöhung von 2022 war rechtswidrig, eine Sammelklage macht die Rückforderung jetzt zum Kinderspiel.

Die Gerichte haben gesprochen: Amazons einseitige Preiserhöhung beim Prime-Abo im September 2022 war illegal. Der E-Commerce-Gigant muss nun mit Rückforderungen in Millionenhöhe rechnen. Branchenkenner schätzen, dass allein in Deutschland knapp 20 Millionen Prime-Abonnenten betroffen sind, wie Stiftung Warentest berichtet. Die Verbraucherzentrale NRW hat eine Sammelklage gestartet, der sich Betroffene seit dem 12. Januar 2026 anschließen können – ohne Kosten und ohne Risiko.

Der Preisschock und seine Folgen

Als Amazon 2022 die Prime-Preise anhob, stieg das Jahresabo von 69 auf 89,90 Euro, während das Monatsabo von 7,99 auf 8,99 Euro kletterte. Der Knackpunkt: Diese Erhöhung erfolgte einseitig ohne Zustimmung der Bestandskunden.

Laut „bild.de“ summiert sich der Mehrbetrag für Jahreszahler auf bis zu 20,90 Euro pro Jahr, bei monatlicher Zahlung auf 12 Euro jährlich. Über mehrere Jahre gerechnet können Jahresabonnenten inzwischen Rückerstattungen von bis zu 62,70 Euro fordern.

Rechtslage eindeutig

Sowohl das Landgericht als auch das Oberlandesgericht Düsseldorf haben die Preisanpassungsklausel in Amazons AGB für unwirksam erklärt.

Obwohl Amazon gegen diese Entscheidung Revision beim Bundesgerichtshof eingelegt hat, halten Juristen der Verbraucherzentrale NRW diese für aussichtslos. Der Bundesgerichtshof hat einseitige Preiserhöhungen ohne klare Kriterien und Kundenzustimmung bisher stets als rechtswidrig eingestuft.

So funktioniert die Sammelklage

Die Teilnahme an der Sammelklage ist bemerkenswert unkompliziert. Betroffene können sich im Verbandsklageregister des Bundesamts für Justiz eintragen – kostenlos und bis drei Wochen nach Ende der mündlichen Verhandlung.

Laut „Kölner Stadt-Anzeiger“ benötigen Interessierte dafür lediglich Name, Kontaktdaten und eine Begründung ihres Anspruchs. Die Verbraucherzentrale NRW stellt auf ihrer Website einen Klage-Check bereit, der automatisch einen passenden Textvorschlag generiert.

Wer kann teilnehmen?

Anspruchsberechtigt sind alle Prime-Mitglieder, die ihr Abo vor der Preiserhöhung im September 2022 abgeschlossen haben und seitdem die höheren Preise zahlen.

Wie Stiftung Warentest erklärt, gilt dies auch für ehemalige Prime-Student-Abonnenten, die inzwischen das reguläre Prime-Abo nutzen. Wichtig: Der Anspruch erlischt, wenn Kunden nach der Preiserhöhung von jährlicher auf monatliche Zahlweise oder umgekehrt gewechselt haben, da dies als Zustimmung zu den neuen Konditionen gewertet wird.

Weitere Front gegen Amazon

Die Sammelklage wegen der Preiserhöhung ist nicht der einzige rechtliche Konflikt, den Amazon aktuell ausfechten muss.

Parallel hat die Verbraucherzentrale Sachsen eine weitere Klage eingereicht – diesmal wegen der Einführung von Werbung bei Prime Video im Februar 2024 bei gleichzeitiger Verschlechterung der Bild- und Tonqualität, so „Kölner Stadt-Anzeiger“. Auch hier geht es um einseitige Vertragsänderungen ohne Kundenzustimmung.

Business Punk Check

Die Sammelklage gegen Amazon offenbart ein klassisches Machtungleichgewicht im digitalen Kapitalismus. Während Tech-Giganten ihre Marktmacht nutzen, um einseitig Bedingungen zu diktieren, formiert sich mit den Verbraucherzentralen ein effektiver Gegenpol. Der Fall zeigt, wie kollektive Rechtsdurchsetzung funktionieren kann – ohne dass einzelne Verbraucher das finanzielle Risiko einer Klage tragen müssen.

Für Unternehmen bedeutet dies: Die Zeiten, in denen man mit schwammigen AGB-Klauseln durchkommt, sind vorbei. Die Lektion für Amazon und Co.: Transparenz und faire Vertragsbedingungen sind kein Nice-to-have, sondern rechtliche Notwendigkeit. Für Verbraucher lohnt sich die Teilnahme an der Sammelklage in jedem Fall – der Aufwand ist minimal, das Potenzial beträchtlich. Wer jetzt handelt, sichert sich nicht nur die Rückzahlung, sondern auch mögliche Verzugszinsen.

Häufig gestellte Fragen

  • Lohnt sich die Teilnahme an der Sammelklage für jeden Prime-Nutzer?
    Absolut. Der Aufwand beträgt wenige Minuten, ist kostenlos und ohne Risiko. Je nach Abo-Modell und Nutzungsdauer winken bis zu 62,70 Euro plus mögliche Verzugszinsen – ohne dass man selbst einen Anwalt beauftragen muss.
  • Wie kann man zusätzlich Verzugszinsen sichern?
    Wer neben der Sammelklage-Teilnahme auch Verzugszinsen erhalten möchte, sollte Amazon zusätzlich direkt zur Zahlung auffordern. Die Verbraucherzentrale NRW bietet dafür einen Musterbrief an. Bei längerer Verfahrensdauer können diese Zinsen auf 15-24 Euro anwachsen.
  • Welche Auswirkungen hat dieser Fall auf andere Abo-Dienste?
    Der Fall schafft einen Präzedenzfall für die gesamte Digital-Wirtschaft. Streaming-Anbieter, Cloud-Dienste und andere Abo-Modelle müssen ihre AGB-Klauseln überprüfen und transparentere Preisanpassungsmechanismen implementieren, um nicht ebenfalls mit Sammelklagen konfrontiert zu werden.
  • Was bedeutet die Sammelklage für die Zukunft des Verbraucherschutzes?
    Das Instrument der Sammelklage stärkt die Position der Verbraucher gegenüber Großkonzernen erheblich. Es ermöglicht die Bündelung vieler kleiner Ansprüche zu einer schlagkräftigen Klage und könnte künftig häufiger gegen unfaire Geschäftspraktiken eingesetzt werden.
  • Wie sollten Unternehmen ihre AGB-Strategien anpassen?
    Unternehmen sollten auf transparente, faire und rechtssichere AGB-Klauseln setzen. Preisanpassungen sollten an klare, nachvollziehbare Kriterien geknüpft sein und stets die ausdrückliche Zustimmung der Kunden erfordern – idealerweise mit Sonderkündigungsrecht bei Ablehnung.

Quellen: „bild.de“, „test.de“, „ksta.de“

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