Drive & Dreams Audi goes F1. Revolut geht all in

Audi goes F1. Revolut geht all in

Was nach klassischem Sponsoring klingt, ist in Wahrheit ein strategischer Schulterschluss aus Motorsport, Banking und globalem Wachstum. Audi steigt 2026 erstmals in die Formel 1 ein – und holt sich mit Revolut nicht nur einen Logo-Partner, sondern gleich die komplette Bank an Bord. Willkommen beim wohl ambitioniertesten Fintech-Motorsport-Deal Europas.

Ein silbernes Auto, ein rotes Signal

Silbernes Chassis, lava-rote Akzente, groß „Revolut“ drauf: Als Audi und das britische Fintech ihr gemeinsames Formel-1-Team in Berlin präsentierten, war klar – hier geht es nicht um ein klassisches Logo-Placement. Das Audi Revolut F1 Team ist Audis Eintrittskarte in die Königsklasse des Motorsports. Für Revolut ist es die größte Marketing- und Markenwette der Unternehmensgeschichte. Am Steuer: Nico Hülkenberg, der deutsche Dauerbrenner mit 15 Jahren Formel-1-Erfahrung, und Gabriel Bortoleto, brasilianisches Supertalent. Auf der Business-Seite: ein Fintech, das beweisen will, dass es mehr kann als Reise-Karten und Peer-to-Peer-Payments.

Revolut ist nicht Sponsor. Revolut ist die Team-Bank.

Der eigentliche Knall steckt im Kleingedruckten – oder besser: in der Infrastruktur. Revolut ist nicht nur Hauptsponsor, sondern operative Geschäftsbank des Teams. „Das gesamte Audi-Team läuft über Revolut Business“, sagt Revolut-CMO Antoine Le Nel. Heißt konkret:
Gehaltszahlungen, Treasury, internationaler Zahlungsverkehr, Fremdwährungen, Ausgaben-Controlling – alles Revolut. Selbst der Merch-Shop ist angebunden, Fans zahlen direkt über Revolut Pay. Für ein Fintech ist das ein Showcase auf Weltniveau: Wenn ein DAX-Konzern wie Audi seine Finanzprozesse darüber abwickelt, ist das ein Vertrauenssignal – und eine Kampfansage an klassische Geschäftsbanken.

Vom B2C-Liebling zur echten Business-Bank

Strategisch verfolgt Revolut drei große Ziele:

1. Rebranding als Vollbank.
Weg vom Image der „smarten App“, hin zur ernstzunehmenden globalen Bank. Formel 1 liefert dafür maximale Sichtbarkeit – und maximale Glaubwürdigkeit.

2. Angriff auf Business Banking.
Revolut will raus aus der reinen Consumer-Ecke. Startups, Scaleups, Mittelstand – alles Zielgruppe. Das Audi-Team ist der Proof of Concept.

3. Globale Expansion mit Turbo.
Revolut ist aktuell in 39 Ländern aktiv. Die Formel 1 fährt fast überall. In Märkten wie Kolumbien, wo Revolut bald startet, soll die Marke schon bekannt sein, bevor die App live geht.

100 Millionen Kunden – und keine Geduld

Rund 70 Millionen Nutzer zählt Revolut heute. Ziel: 100 Millionen bis Mitte 2027. Die Formel 1 ist dabei kein nettes Add-on, sondern ein zentraler Wachstumstreiber. Global, emotional, medienwirksam. Genau das, was ein Challenger braucht, um Mainstream zu werden.

Audi denkt weiter: Talente statt Abkürzungen

Parallel zum Revolut-Deal baut Audi seine Formel-1-Zukunft systematisch auf. Mit dem Audi Driver Development Programme investiert der Konzern in Nachwuchs – nicht nur Fahrer, sondern auch Ingenieure, Designer und Mechaniker. Leitung übernimmt Allan McNish, Le-Mans-Legende und Audi-Veteran. Das Programm deckt alles ab: Fahrtechnik, Mentaltraining, Technikverständnis, Medienkompetenz. Ziel: ein eigenes Ökosystem, das bis in die Formel 1 führt.

Oder wie Teamchef Jonathan Wheatley es sagt: Investitionen in die Champions von morgen sind kein Nice-to-have, sondern Kern der Audi-Strategie.

Mehr als Motorsport, mehr als Marketing

Audi und Revolut machen keine halben Sachen. Der eine will in der Formel 1 gewinnen, der andere das globale Banking neu definieren. Zusammen entsteht ein Deal, der zeigt, wie Brand, Technologie und Infrastruktur verschmelzen können. Formel 1 als Wachstumshebel für ein Fintech? Klingt wild. Ist es auch.
Aber genau deshalb könnte es funktionieren.

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