Finance & Freedom DAS ändert sich im Oktober: Gratis-Blitzüberweisungen, Windows-Ende, ePA-Pflicht

DAS ändert sich im Oktober: Gratis-Blitzüberweisungen, Windows-Ende, ePA-Pflicht

Bereits seit dem 9. Januar müssen laut der entsprechenden EU-Verordnung alle Banken solche Echtzeitüberweisungen empfangen können, berichtet „t-online.de“. Die Oktober-Regelung schließt nun den Kreis, indem auch das Versenden in Echtzeit verpflichtend wird – und zwar ohne Zusatzkosten.

Ampelsystem für Überweisungssicherheit: Betrugsschutz in Echtzeit

Parallel zur Echtzeitüberweisung führt die EU ein neues Sicherheitssystem ein. Oktober müssen Banken vor jeder Überweisung prüfen, ob Empfängername und IBAN übereinstimmen. Das Ergebnis wird dem Kunden in Sekundenschnelle angezeigt.

„Grün steht für ‚Match‘, die Angaben stimmen überein, Gelb für ‚Close Match‘, die Angaben stimmen nahezu überein, und Rot für ‚No Match‘, die Angaben stimmen nicht überein“, so „t-online.de“. Dieses System bietet einen effektiven Schutz gegen Phishing und Betrugsversuche, bei denen Kriminelle ähnlich klingende Empfängernamen mit abweichenden Kontonummern kombinieren. Die Implementierung erfolgt EU-weit und stellt einen bedeutenden Fortschritt im Kampf gegen Finanzbetrug dar.

Digitalisierung im Gesundheitswesen: E-Patientenakte wird verpflichtend

Im Gesundheitssektor steht ebenfalls eine digitale Transformation an. Ab Oktober sind Ärzte verpflichtet, die elektronische Patientenakte (ePA) zu nutzen und neue Diagnosen sowie Befunde digital zu dokumentieren. Diese Maßnahme soll den Informationsaustausch zwischen Arztpraxen und Apotheken vereinfachen und die Behandlungsqualität verbessern.

Die Digitalisierung des Gesundheitswesens hat weitreichende Auswirkungen auf die gesamte Branche – von Softwareanbietern über Praxismanagement bis hin zu Datenschutzdienstleistern. Für Patienten bedeutet die Umstellung mehr Transparenz und potenziell bessere Behandlungsergebnisse durch lückenlose Dokumentation.

Business Punk Check

Die Oktober-Änderungen zeigen, wie EU-Regulierungen den Markt effektiver gestalten können als freier Wettbewerb allein. Besonders die erzwungene Demokratisierung von Echtzeitüberweisungen ist bemerkenswert: Was Banken jahrelang als Premium-Feature verkauften, wird nun zum Standard-Service ohne Aufpreis. Gleichzeitig offenbart Microsofts Windows-10-Strategie die Schattenseite digitaler Abhängigkeiten: Millionen funktionierender Computer werden künstlich unsicher gemacht, um Upgrades oder Zusatzeinnahmen zu generieren.

Für Unternehmen bedeutet dies: Wer seine IT-Strategie nicht langfristig plant, zahlt am Ende doppelt. Die wahren Gewinner dieser Umwälzungen sind agile Fintech-Startups und IT-Dienstleister, die bei der Implementierung der neuen Standards unterstützen.

Häufig gestellte Fragen

  • Wie bereiten sich Unternehmen optimal auf das Windows-10-Support-Ende vor?
    Unternehmen sollten jetzt eine Bestandsaufnahme ihrer IT-Infrastruktur durchführen und entscheiden, welche Geräte auf Windows 11 aktualisiert werden können und für welche die Extended Security Updates (ESU) sinnvoller sind. Langfristig empfiehlt sich eine Modernisierungsstrategie mit flexibleren Betriebssystemlösungen, um künftige Support-Enden besser abfedern zu können.
  • Welche Geschäftschancen entstehen durch die Pflicht zu kostenlosen Echtzeitüberweisungen?
    Für Fintech-Startups eröffnen sich neue Möglichkeiten bei Mehrwertdiensten rund um Echtzeitüberweisungen – etwa intelligente Liquiditätsplanung, automatisierte Zahlungssteuerung oder erweiterte Sicherheitsfunktionen. Da der reine Überweisungsprozess kein Differenzierungsmerkmal mehr ist, verlagert sich der Wettbewerb auf ergänzende Services.
  • Wie können Banken die neuen Sicherheitsanforderungen als Wettbewerbsvorteil nutzen?
    Progressive Banken sollten über die minimalen Anforderungen hinausgehen und das Ampelsystem mit zusätzlichen Sicherheitsfeatures kombinieren – etwa KI-basierte Betrugserkennung oder kontextbezogene Risikoanalysen. Die transparente Kommunikation dieser Sicherheitsmaßnahmen kann das Kundenvertrauen stärken und die Kundenbindung erhöhen.
  • Welche Branchen profitieren am stärksten von der verpflichtenden elektronischen Patientenakte?
    Neben Softwareanbietern für Praxisverwaltungssysteme werden besonders Datenschutz-Dienstleister, Cloud-Infrastrukturanbieter und Unternehmen im Bereich Gesundheits-Analytics profitieren. Auch für Startups im Bereich Patientenempowerment und medizinische Datenanalyse entstehen neue Marktchancen durch den standardisierten Zugang zu strukturierten Gesundheitsdaten.

Quellen: „t-online.de“, „t3n.de“

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