Finance & Freedom Gold über 5.000 Dollar und die Welt wackelt

Gold über 5.000 Dollar und die Welt wackelt

Gold kennt kein Halten mehr: Erstmals kostet die Feinunze über 5.000 Dollar. Während Aktien Rekorde feiern, flüchten Investoren in Barren und Silbermünzen. Donald Trump, geopolitische Eskalation und eine verunsicherte Notenbank wirken wie Brandbeschleuniger. Die große Frage: Ist das erst der Anfang?

Wenn die Welt wackelt, glänzt Gold

5.000 Dollar. Diese Marke galt lange als Fantasie – jetzt ist sie Realität. Gold hat erstmals die historische Schwelle überschritten und damit ein klares Signal gesendet: Die Nervosität an den Märkten ist real. Während Aktien erstaunlich gelassen auf politische Schockmeldungen reagieren, zeigen Edelmetalle, wo die Angst tatsächlich sitzt. Gold gilt seit Jahrhunderten als ultimativer Schutzraum in Krisenzeiten. Inflation, Schuldenberge, geopolitische Spannungen – all das treibt Investoren in das Edelmetall. 2026 liefert davon reichlich.

Trump-Effekt: Politik als Preistreiber

Kaum einen Monat alt, ist das Jahr 2026 bereits ein geopolitischer Härtetest. US-Präsident Donald Trump sorgt mit erratischen Entscheidungen für maximale Unsicherheit: militärische Aktionen in Venezuela, aggressive Drohungen gegen Iran, zeitweise Zoll-Eskalationen mit europäischen Staaten – und dann auch noch eine strafrechtliche Untersuchung gegen Fed-Chef Jerome Powell. Die Folge: Zweifel an der Unabhängigkeit der US-Notenbank. Und wenn Investoren eines hassen, dann ist es der Eindruck, dass Geldpolitik politisch wird. Gold reagierte prompt – und schoss nach oben.

Zinsen runter, Gold rauf

Neben der Politik spielt die Geldpolitik eine zentrale Rolle. Sinkende oder erwartete Zinssenkungen machen Gold attraktiver. Warum? Weil Gold keine Zinsen abwirft. Je niedriger die Renditen von Staatsanleihen, desto geringer ist der Nachteil, Gold zu halten. Dazu kommt ein schwächerer US-Dollar. Fällt der Greenback, wird Gold für Käufer außerhalb der USA günstiger – die Nachfrage steigt weiter. Ein klassischer Verstärker-Effekt.

Notenbanken kaufen, Privatanleger folgen

Nicht nur private Investoren greifen zu. Zentralbanken weltweit stocken ihre Goldreserven massiv auf – als Absicherung gegen Währungsrisiken und geopolitische Verwerfungen. Goldman Sachs sieht darin einen entscheidenden Treiber und hält 5.400 Dollar je Feinunze bis Ende 2026 für möglich. Deutschland sitzt dabei auf einem gewaltigen Schatz: Mit über 3.300 Tonnen verfügt die Bundesbank über den zweitgrößten Goldbestand der Welt. Zusätzlich lagern bei deutschen Privathaushalten schätzungsweise 9.000 Tonnen in Form von Barren, Münzen und Schmuck.

Silber: Der kleine Bruder dreht durch

Während Gold glänzt, explodiert Silber. Der Preis sprang zeitweise über 100 Dollar pro Feinunze. Anders als Gold ist Silber nicht nur Krisenwährung, sondern auch Industriemetall – gefragt für KI, Robotik, Solar- und Energietechnik. Das macht Silber doppelt anfällig für Preisschübe: Angst trifft auf reale Nachfrage. 2025 legte Silber bereits um 141 Prozent zu – der beste Wert seit 1979. 2026 scheint nahtlos anzuknüpfen.

Mehr als Angst: Die neue Rohstoff-Realität

Der Boom ist nicht nur psychologisch. Kupfer, Zinn, Aluminium, Lithium, Zink – sie alle verteuern sich. Chinas Exportüberschüsse, neue Handelsrouten und der globale KI-Ausbau treiben die Nachfrage. Gleichzeitig steigen Produktionskosten und geopolitische Risiken. Die Kehrseite: Rohstoffinflation. Steigende Preise für Metalle schlagen früher oder später auf Konsumgüter durch. Ein Problem, das die nächste US-Notenbankführung vor ein Dilemma stellen dürfte.

Gold ist zurück – und meint es ernst

Gold über 5.000 Dollar ist kein Zufall und kein kurzfristiger Ausreißer. Es ist ein Misstrauensvotum gegen politische Stabilität, geldpolitische Sicherheit und wirtschaftliche Planbarkeit. Solange Chaos regiert, bleibt Gold der stille Gewinner. Und die nächste runde Marke? Die wirkt plötzlich gar nicht mehr so unrealistisch.

Das könnte dich auch interessieren