Finance & Freedom Großer Paypal-Crash: Versandhändler Otto stoppt alle Paypal-Bezahlungen

Großer Paypal-Crash: Versandhändler Otto stoppt alle Paypal-Bezahlungen

Wirtschaftliche Folgen für den Online-Handel

Die Blockade trifft den deutschen E-Commerce an einem empfindlichen Punkt. Fast ein Drittel aller Online-Einkäufe in Deutschland werden über Paypal abgewickelt – laut einer Studie des EHI Retail Institute waren es 2024 rund 30 Prozent der Umsätze. Tausende Händler warten nun auf ihre Zahlungseingänge, während das Geld auf den Kundenkonten verbleibt.

Die Finanzaufsicht in Luxemburg, die Paypal in Europa überwacht, ist bereits informiert. Wie die „Süddeutsche Zeitung“ meldet, hat sich inzwischen auch die Europäische Zentralbank bei verschiedenen Banken nach dem Vorfall erkundigt – ein Zeichen dafür, dass die Angelegenheit auf höchster europäischer Ebene Beachtung findet.

Business Punk Check

Der Paypal-Crash zeigt die gefährliche Abhängigkeit des E-Commerce von einzelnen Zahlungsdienstleistern. Während Händler auf Milliardensummen warten, offenbart sich die Achillesferse des digitalen Handels: die Konzentration auf wenige Zahlungsinfrastrukturen. Für Unternehmen wird Multi-Payment zur Überlebensstrategie. Wer heute noch ausschließlich auf Paypal setzt, spielt russisches Roulette mit seiner Liquidität.

Die wirkliche Herausforderung liegt nicht im technischen Ausfall – sondern in der fehlenden Resilienz vieler Geschäftsmodelle. Smarte E-Commerce-Player diversifizieren jetzt ihre Zahlungsoptionen und bauen direkte Bankschnittstellen auf. Die Zukunft gehört dezentralen Zahlungssystemen, die einzelne Ausfälle abfedern können. Der Crash könnte zum Katalysator für die längst überfällige Payment-Revolution werden.

Häufig gestellte Fragen

  • Welche Alternativen haben Händler bei einem Paypal-Ausfall?
    Fortschrittliche Händler setzen auf einen Mix aus Kreditkarten-Direktzahlungen, Sofortüberweisungen und neueren Anbietern wie Klarna oder Apple Pay. Entscheidend ist die Integration mehrerer unabhängiger Zahlungswege, die bei Ausfällen einzelner Anbieter einspringen können.
  • Wie können Unternehmen ihre Liquidität bei Payment-Ausfällen schützen?
    Erfolgreiche Händler implementieren Liquiditätspuffer für Payment-Störungen und verhandeln Kreditlinien mit Hausbanken speziell für solche Szenarien. Zusätzlich helfen automatisierte Frühwarnsysteme, die ungewöhnliche Zahlungsmuster erkennen und alternative Zahlungswege aktivieren.
  • Welche Branchen sind besonders anfällig für Payment-Ausfälle?
    Besonders betroffen sind Händler mit hohem Transaktionsvolumen und geringen Margen wie Elektronik, Mode und Lebensmittel. Auch Subscription-Modelle mit regelmäßigen Abbuchungen stehen unter Druck, wenn Zahlungsdienstleister ausfallen.
  • Wie verändert der Paypal-Crash die europäische Finanzregulierung?
    Die EZB dürfte nach diesem Vorfall strengere Ausfallsicherheiten und Redundanzsysteme für systemrelevante Zahlungsdienstleister fordern. Für den Mittelstand bedeutet dies mittelfristig höhere Compliance-Anforderungen, aber auch mehr Stabilität im Zahlungsverkehr.

Quellen: „Bild“, „Focus“, „Süddeutsche Zeitung“, „Handelsblatt“

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