Finance & Freedom Mehr Rente für alle – ganz ohne Steuergeld? Ökonom legt radikalen Plan vor

Mehr Rente für alle – ganz ohne Steuergeld? Ökonom legt radikalen Plan vor

Ein radikaler Plan soll die Rente retten: Statt immer höhere Steuerzuschüsse zu zahlen, könnten Arbeitnehmer durch Kapitalmarktinvestments bis zu 544 Euro mehr Rente monatlich erhalten. Besonders junge Menschen profitieren.

Die deutsche Rentenkasse steuert auf eine Krise zu. Wenn die Babyboomer in den nächsten 15 Jahren in Rente gehen, droht dem System der Kollaps. Schon jetzt zeichnet sich ab, dass die Schere zwischen Beitragszahlern und Leistungsempfängern immer weiter auseinanderklafft. Der Wirtschaftsweise Martin Werding präsentiert nun im „Handelsblatt“ einen unkonventionellen Lösungsansatz, der das Rentensystem grundlegend umkrempeln könnte.

Die 200-Milliarden-Lücke

Die Zahlen sind alarmierend: Laut Werdings Berechnungen müsste der Staat in 15 Jahren jährlich knapp 200 Milliarden Euro in die Rentenkasse pumpen, um das bisherige Niveau zu halten. Bis 2060 steigt dieser Betrag sogar auf mehr als 350 Milliarden Euro – eine finanzielle Belastung, die kaum tragbar erscheint. Diese Zuschüsse müssten aus Steuermitteln finanziert werden, was vor allem die jüngere Generation trifft.

Das Misstrauen in die Zukunftsfähigkeit des Systems wächst. Eine aktuelle Postbank-Umfrage zeigt: 57,3 Prozent der Befragten zweifeln daran, dass Steuermittel das Rentenniveau langfristig stabilisieren können. Nur knapp 30 Prozent blicken optimistisch in die Zukunft.

Der Paradigmenwechsel: Weniger Beiträge, mehr Kapitalmarkt

Werdings Vorschlag bricht mit bisherigen Denkmustern. Statt die Beiträge zur gesetzlichen Rente weiter zu erhöhen, plädiert er für das Gegenteil: eine Senkung der Rentenbeiträge für Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Das eingesparte Geld soll stattdessen am Kapitalmarkt angelegt werden.

Die Idee ist, dass Beitragszahler das Geld, das sie sonst für Steuerzuschüsse aufbringen müssten, direkt am Kapitalmarkt anlegen, erklärt der Ökonom im „Handelsblatt“. Auch Arbeitgeber könnten ihren Teil der bisher in die gesetzliche Rente fließenden Beiträge in solche Vorsorgeformen einzahlen.

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