Finance & Freedom Pflegekostenexplosion: 3.108 Euro pro Monat – und es wird schlimmer

Pflegekostenexplosion: 3.108 Euro pro Monat – und es wird schlimmer

Haupttreiber sind höhere Personalkosten – eine notwendige Entwicklung angesichts des Fachkräftemangels in der Branche. Parallel dazu stiegen die Kosten für Unterkunft und Verpflegung auf durchschnittlich 1.018 Euro pro Monat – ein Plus von 63 Euro gegenüber dem Vorjahr.

Vermögensschutz: Was Betroffenen bleibt

Die finanzielle Belastung trifft viele Familien hart, doch es gibt Schutzregeln. Während fast die gesamte Rente zur Deckung der Pflegekosten herangezogen wird, bleibt ein monatliches Taschengeld von etwa 121 Euro unangetastet.

Zudem existiert ein sogenannter Schonbetrag: Pflegebedürftige und ihre Ehepartner dürfen jeweils 5.000 Euro behalten – insgesamt also 10.000 Euro, wie „wmn.de“ dokumentiert. Erst wenn diese Reserven aufgebraucht sind, greift die Sozialhilfe.

Business Punk Check

Die Pflegebranche entwickelt sich zum Investmentcase mit Schattenseiten. Der demografische Wandel garantiert steigende Nachfrage, während die Politik das Finanzierungsmodell nicht grundlegend reformiert. Resultat: Ein lukrativer Markt für private Betreiber bei gleichzeitig wachsender finanzieller Belastung für die Mittelschicht.

Die Reduzierung des Schonvermögens von ehemals 10.000 auf heute 5.000 Euro pro Person zeigt die schleichende Enteignung der Betroffenen. Gleichzeitig fehlt ein funktionierender Marktmechanismus – Pflegebedürftige können kaum zwischen Anbietern wählen oder Preise vergleichen. Wer heute Mitte 40 ist, sollte die Pflegevorsorge als zentralen Baustein der Altersplanung betrachten. Ohne private Vorsorge droht der finanzielle Kahlschlag im Alter – unabhängig vom aktuellen Vermögensstand.

Häufig gestellte Fragen

  • Wie kann man sich gegen die steigenden Pflegekosten absichern?
    Eine Pflegezusatzversicherung ist der effektivste Schutz. Idealerweise sollte diese monatlich mindestens 1.000 Euro Leistung im Pflegefall garantieren. Alternativ funktionieren auch spezielle Fondssparpläne mit Entnahmeplan, die im Pflegefall aktiviert werden können.
  • Lohnt sich der Immobilienverkauf zur Pflegefinanzierung?
    In den meisten Fällen nein. Besser ist die frühzeitige Übertragung an Angehörige mit Nießbrauchrecht – allerdings mindestens zehn Jahre vor Pflegebedürftigkeit, um die gesetzliche Schenkungsfrist zu überschreiten.
  • Welche Branchen profitieren vom Pflegemarkt?
    Neben privaten Pflegeheimbetreibern positionieren sich Versicherungen, Medizintechnikunternehmen und spezialisierte Immobilienentwickler. Besonders vielversprechend sind Anbieter von Pflegetechnologien, die den Personalmangel durch Digitalisierung abfedern können.
  • Wie wirkt sich die Pflegekrise auf den Mittelstand aus?
    Mittelständische Unternehmen spüren bereits heute die Doppelbelastung ihrer Mitarbeiter durch Angehörigenpflege. Progressive Arbeitgeber reagieren mit flexiblen Arbeitszeitmodellen und Pflegeberatungsangeboten, um qualifizierte Fachkräfte zu halten.
  • Welche politischen Reformen sind realistisch zu erwarten?
    Kurzfristig sind nur kosmetische Anpassungen der Zuschüsse wahrscheinlich. Eine grundlegende Reform mit höheren Beitragssätzen oder Steuerzuschüssen wird erst unter massivem demografischem Druck ab 2030 erwartet.

Quellen: „wmn.de“, Verband der Ersatzkassen

Seite 2 / 2
Vorherige Seite Zur Startseite

Das könnte dich auch interessieren