Finance & Freedom Rente plus Job: 1,5 Millionen Senioren im Doppelleben

Rente plus Job: 1,5 Millionen Senioren im Doppelleben

Immer mehr Rentner in Deutschland arbeiten weiter – aus Lust oder Not? Die Zahlen steigen rasant, während die Politik über die Ursachen streitet.

Der deutsche Ruhestand wird zum Auslaufmodell. Dezember 2023 waren laut „Merkur“ 1,46 Millionen Rentnerinnen und Rentner in Deutschland erwerbstätig – Tendenz stark steigend.

Seit 2018 wuchs diese Zahl um mehr als 260.000 Personen. Fast jeder fünfte Mensch über 65 Jahren gilt hierzulande als armutsgefährdet. Die Debatte über die Ursachen dieser Entwicklung spaltet Wirtschaftsexperten und Politik gleichermaßen.

Der Boom der arbeitenden Rentner

Besonders auffällig: Die Zahl der Personen, die bereits vor dem regulären Renteneintrittsalter Altersgeld beziehen und trotzdem über dem Minijob-Niveau arbeiten, hat sich vervierfacht.

Waren es 2018 noch etwa 25.000 Menschen, stieg die Zahl bis Ende 2023 auf über 116.000, wie „Merkur“ berichtet. Auch bei denjenigen, die das offizielle Renteneintrittsalter überschritten haben, wächst die Erwerbsquote kontinuierlich – von 1,03 Millionen im Jahr 2018 auf 1,18 Millionen im vergangenen Jahr.

Notwendigkeit oder neue Lebensmodelle?

Die Linke sieht in dieser Entwicklung ein Alarmsignal für wachsende Altersarmut. Ihre rentenpolitische Sprecherin Sarah Vollath bezeichnet den Trend als „besorgniserregend“ und fordert, dass niemand im Alter aus finanzieller Not weiterarbeiten müsse. Der Alterssicherungsbericht des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales zeichnet jedoch ein differenzierteres Bild.

Seite 1 / 2
Nächste Seite

Das könnte dich auch interessieren