Finance & Freedom Rentensystem-Clash: Beamte bald in der Rentenkasse?

Rentensystem-Clash: Beamte bald in der Rentenkasse?

Bundeskanzler Merz kündigt „Herbst der Sozialreformen“ an, während Arbeitsministerin Bas auf Einbeziehung von Beamten und Selbstständigen in die Rentenkasse drängt. Koalition vor Belastungsprobe.

Der Herbst wird heiß – und das nicht nur wettermäßig. Bundeskanzler Friedrich Merz bereitet die Republik auf einen „Herbst der Sozialreformen“ vor, der die schwarz-rote Koalition auf eine ernsthafte Belastungsprobe stellen könnte.

Im Zentrum steht dabei ein Konflikt, der das deutsche Sozialsystem grundlegend verändern würde: Sollen Beamte und Selbstständige künftig in die gesetzliche Rentenkasse einzahlen? Während Arbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) genau das fordert, zeigt die Union bereits deutlichen Widerstand.

Systemumbau oder Tabubruch?

Die Fronten sind klar gezogen. Arbeitsministerin Bas vertritt die Position, dass eine nachhaltige und gerechte Rente nur funktionieren kann, wenn alle Erwerbstätigen solidarisch einzahlen – also auch Beamte, Abgeordnete und Selbstständige. Laut „Merkur“ argumentiert sie, dies sei nicht nur eine Frage der finanziellen Zukunftsfähigkeit, sondern vor allem der Gerechtigkeit im System.

Die Union reagierte prompt mit Ablehnung. CSU-Landesgruppenchef Alexander Hoffmann kritisierte, Bas versuche, „alte SPD-Ideen“ vorzeitig als Ergebnis zu präsentieren, CDU-Kanzleramtschef Thorsten Frei betonte, er finde dafür „keine Belegstelle im Koalitionsvertrag“ – ein deutliches Signal, dass die Unionsfraktion diesen Vorstoß nicht mittragen wird.

2000 Euro steuerfrei: Aktivrente als Kompromiss?

Während die Grundsatzfrage der Rentenreform die Koalition spaltet, zeichnet sich bei anderen Themen mehr Einigkeit ab. CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann kündigte an, dass die sogenannte Aktivrente kommen werde. Diese würde Rentnern ermöglichen, steuerfrei bis zu 2000 Euro hinzuzuverdienen.

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