Finance & Freedom Steuer-Schub fürs Volk: Wie Union und SPD jetzt dein Netto stärken wollen

Steuer-Schub fürs Volk: Wie Union und SPD jetzt dein Netto stärken wollen

Einkommensteuerreform mit Fragezeichen

„Wir werden die Einkommensteuer für kleine und mittlere Einkommen zur Mitte der Legislatur senken“, verspricht der Koalitionsvertrag – allerdings ohne konkrete Details zu nennen. Friedrich Merz relativierte bereits im April gegenüber der Bild-Zeitung: Diese Maßnahme sei nicht in Stein gemeißelt, sondern abhängig von der Haushaltslage.

Ein mögliches Szenario wäre die Erhöhung des steuerlichen Grundfreibetrags um 1.000 Euro. Der Bund der Steuerzahler hat die potenziellen Auswirkungen durchgerechnet: Besonders Familien und Bezieher kleiner und mittlerer Einkommen würden überproportional profitieren. Ein Alleinverdienerpaar mit zwei Kindern und 60.000 Euro Jahresbrutto müsste dann deutlich weniger als die aktuellen 8.258 Euro Steuern zahlen.

Finanzierungsfragen bleiben ungelöst

Die Entlastungspläne klingen vielversprechend, stehen jedoch unter einem massiven Finanzierungsvorbehalt. Merz beteuert: „Wir werden verantwortungsvoll umgehen mit dem Steuergeld, wir werden einen soliden Bundeshaushalt aufstellen.“ Doch Experten bezweifeln, dass sich die kostspieligen Vorhaben ohne neue Schulden oder Steuererhöhungen in anderen Bereichen realisieren lassen.

Besonders die Kombination aus Stromsteuersenkung, höherer Pendlerpauschale und Einkommensteuerreform würde ein Milliardenloch in den Bundeshaushalt reißen. Gleichzeitig stehen weitere teure Projekte wie die Stabilisierung der Rente auf der Agenda – laut Experten ein Vorhaben, das zu einem deutlichen Anstieg des Rentenbeitragssatzes führen wird.

Die schwarz-rote Entlastungsoffensive könnte für viele Bürger spürbare finanzielle Erleichterungen bringen. Besonders die Senkung der Stromsteuer als Sofortmaßnahme dürfte schnell positive Effekte zeigen. Ob jedoch alle versprochenen Entlastungen tatsächlich umgesetzt werden, bleibt fraglich.

Die angespannte Haushaltslage und konkurrierende Prioritäten wie Verteidigung und Klimaschutz könnten zu Abstrichen führen. Entscheidend wird sein, ob die Koalition ihre Versprechen mit einem soliden Finanzierungskonzept untermauern kann oder ob am Ende nur ein Teil der Entlastungen realisiert wird. Für Steuerzahler gilt daher: Die Hoffnung auf mehr Netto vom Brutto ist berechtigt – absolute Gewissheit gibt es jedoch noch nicht.

Quelle: merkur.de, Statistisches Bundesamt

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