Taschengeld-Tabelle 2026: Deutschland spart bei den eigenen Kindern
62 Prozent der Eltern unterschreiten die DJI-Empfehlung fürs Taschengeld, zeigt eine aktuelle Umfrage. Sparerziehung beginnt offenbar beim Sparen der Eltern selbst
Taschengeld ist das kleinste Finanzprodukt Deutschlands und gleichzeitig das am meisten unterschätzte. Fast zwei Drittel der Eltern zahlen weniger, als Fachleute empfehlen.
Das wirft eine unbequeme Frage auf: Wird hier tatsächlich fürs Leben gelernt, oder wird an der falschen Stelle gespart?
Die Tabelle sagt mehr, als Zahlen es kompensieren
Das Deutsche Jugendinstitut liefert seit Jahren eine Orientierung: Unter sechs Jahren zwischen 4 und 8 Euro im Monat, mit acht bis neun Jahren bis 3 Euro pro Woche, ab zehn Jahren um die 20 Euro monatlich, Teenager zwischen 40 und 60 Euro. Die Empfehlung ist kein Zufallswert, sondern das Ergebnis jahrzehntelanger Beobachtung von Konsum- und Lernverhalten. Laut Dkb liegen Eltern bei praktisch jeder Altersgruppe unter diesen Richtwerten, am deutlichsten bei den Zehn- bis Elfjährigen: Statt der empfohlenen 20 Euro erhalten viele Kinder nur 7,50 Euro monatlich, ein Minus von 63 Prozent. Auffällig ist der Zusammenhang mit dem Haushaltseinkommen. In Familien mit einem Nettoeinkommen unter 1.500 Euro starten Kinder überdurchschnittlich früh mit Taschengeld, oft schon vor dem sechsten Lebensjahr. Der frühe Start kompensiert offenbar nicht die spätere Unterversorgung.
Wer wenig hat, gibt früher, aber nicht mehr. Der Rhythmus der Auszahlung ist dabei kein Nebenschauplatz. Laut Utopia ist für jüngere Kinder ein wöchentlicher Turnus sinnvoll, weil sie noch nicht über einen ganzen Monat hinweg planen können. Ab etwa zehn Jahren wird der Wechsel zur monatlichen Auszahlung empfohlen, weil er das Organisieren größerer Zeiträume trainiert. Wer diesen Übergang verpasst oder zu früh vollzieht, untergräbt genau jenen Lerneffekt, den die Tabelle eigentlich absichern soll. Auch die Frage, ob Taschengeld zweckgebunden fließt, spielt eine Rolle: Ab etwa 14 Jahren kann ergänzend ein sogenanntes Budgetgeld sinnvoll sein, mit dem Jugendliche Verantwortung für größere, notwendige Ausgaben wie Kleidung, Schulmaterial oder das Smartphone übernehmen. Dieses Budgetgeld ersetzt das freie Taschengeld nicht, sondern ergänzt es um eine zweite Übungsebene.