Finance & Freedom Was der Regierungskurs für Arbeitnehmer bedeuten könnte: Steigende Beiträge und sinkende Nettoeinkommen

Was der Regierungskurs für Arbeitnehmer bedeuten könnte: Steigende Beiträge und sinkende Nettoeinkommen

Kostentreiber Gesundheitssystem

Besonders dramatisch entwickeln sich die Kosten im Gesundheitswesen. Der Schätzerkreis der Gesetzlichen Krankenversicherungen rechnet allein für 2025 mit einem Anstieg der Behandlungskosten um 6,8 Prozent. Die Beitragseinnahmen wachsen jedoch nur um 5,1 Prozent. Das Ergebnis: eine Deckungslücke von 46,7 Milliarden Euro.

Die Zusatzbeiträge stiegen bereits von 1,7 Prozent (2024) auf 2,5 Prozent (2025). Experten halten eine weitere Anhebung auf 2,9 Prozent für wahrscheinlich. Diese Entwicklung trifft Arbeitnehmer und Arbeitgeber gleichermaßen.

Rentensystem unter Druck

Auch bei der Rente stehen die Zeichen auf Sturm. Union und SPD haben im Koalitionsvertrag versprochen, das Rentenniveau bis 2031 bei 48 Prozent des Durchschnittslohns zu halten. Ein ambitioniertes Ziel angesichts der demografischen Entwicklung.

Wir erleben eine „Negativspirale“, warnt IW-Experte Pimpertz. Schon jetzt fließen jährlich 113 Milliarden Euro Steuergeld in die Rentenkassen – etwa ein Viertel des gesamten Bundeshaushalts. Doch selbst diese enormen Zuschüsse werden nicht ausreichen.

Der Wirtschaftsweise Martin Werding von der Ruhr-Universität Bochum prognostiziert einen Anstieg des Rentenbeitrags von derzeit 18,6 Prozent auf 19,7 Prozent im Jahr 2027 und sogar 21,2 Prozent bis 2035. „Das heißt: noch höhere Arbeitskosten für die Arbeitgeber und noch weniger Netto für die Beschäftigten“, fasst Steffen Kampeter, Hauptgeschäftsführer der Arbeitgeberverbände, die Situation zusammen.

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