Immobilienmarkt 2024: Steigende Mietpreise, sinkende Kaufpreise
Insbesondere, wer in Großstädten wohnt, kennt das Problem bei der Wohnungssuche: zu wenige Wohnungen, zu viele Bewerberinnen und Bewerber, zu hohe Mietpreise. Trotzdem werden die bereits jetzt hohen Wohnungskosten im Jahr 2024 weiter ansteigen, so prognostizieren Expertinnen und Experten.
Das knappe Wohnungsangebot und die zusätzlich hohe Migration werden im nächsten Jahr für einen weiteren Anstieg der Mietpreise sorgen. Gleichzeitig müssen sich Hauseigentümerinnen und -eigentümer auf einen Rückgang der Immobilienpreise einstellen, insbesondere bei Objekten mit schlechter Energiebilanz.
Roman Heidrich, ein Experte für Wohnimmobilienbewertungen bei Jones Lang LaSalle (JLL), schätzt die Situation so ein: “Für das Jahr 2024 rechnen wir mit einer anhaltend hohen politischen Unsicherheit und sehen wenig Spielraum für Impulse im Wohnungsneubau.” Das bedeutet, dass die Preise für Wohnungen noch weiter ansteigen werden.
Neue Daten von JLL zeigen bereits im dritten Quartal 2023 einen Anstieg der Mieten in den acht größten Metropolen um 8,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Ähnliche Zuwächse wurden auch in anderen Großstädten wie Mannheim (5,7 Prozent), Bonn (4,8 Prozent), Essen (5,2 Prozent) und Wuppertal (5,7 Prozent) verzeichnet. In diesen Städten war der Anstieg größer als in anderen städtischen Gebieten und in ländlichen Gegenden – in diesem betrug der Anstieg allerdings trotzdem rund vier Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Expertinnen und Experten gehen nun davon aus, dass aufgrund des anhaltenden Ungleichgewichts von hoher Nachfrage und knappem Angebot die Mieten weiterhin ansteigen werden, insbesondere in Regionen, in denen es an neuen Wohnungen mangelt.
Im Gegensatz dazu wird bei den Kaufpreisen für Immobilien erwartet, dass diese weiter sinken werden. Die bereits deutlich gestiegenen Zinsen haben sich noch nicht vollständig auf die Preise für Wohnimmobilien ausgewirkt. Seit dem Höhepunkt des Immobilienbooms im Jahr 2022 sind die Preise um etwa sieben Prozent gesunken. Es wird erwartet, dass sich dieser Trend verlangsamt und im Jahr 2024 möglicherweise ein Rückgang von 0,5 bis 2,5 Prozent zu verzeichnen ist. Besonders Objekte in schlechter Lage oder mit hohem Energieverbrauch könnten von diesem Trend betroffen sein.