Mietwahnsinn in San Francisco: Wenn Parkplätze zu Arbeitsplätzen werden

Die Mietpreise steigen, Wohnen wird immer teurer – Eine Stadt, in der das schon jetzt seinen Höhepunkt erreicht hat, ist San Francisco. Nicht nur die Apartmentpreise, die sich in einem Rahmen von 3.800 Dollar bewegen, sondern auch der Raum für Coworking-Spaces wird immer unbezahlbarer. Wer sich dann auch noch keine bis zu 400 Dollar Mitgliedschaft bei WeWork – einem Unternehmen, das gemeinschaftliche Arbeitsräume bereitstellt – leisten kann, dem bleibt fast nur das Arbeiten von zu Hause aus.

WePark statt WeWork

Victor Pontis, einem Programmierer aus San Fran, war das aber langsam zu viel. An einem sonnigen Tag schnappt er sich Tisch und Stuhl und setzt sich in eine freie Parklücke direkt vor seiner Wohnung. Nebenher berichtet er auf Twitter über seine Aktion und generiert blitzschnell dermaßen viele Interessenten, dass er schon bald eine eigenen Website dafür aufsetzt. Gemeinsam planen sie ein Event im Civic Center für den 29. April 2019. Seine Idee trägt den Namen: WePark und spielt darauf an, freie Parkflächen für Coworking-Spaces zu nutzen. Damit kreidet er nicht nur den verrückten Mietmarkt in San Fran an, sondern macht auch auf den Klimaschutz aufmerksam. In einer Zeit, in der Fahrräder und E-Roller immer interessanter werden, sollte man sich fragen, ob freie Parkplätze nicht vielleicht für Menschen sinnvoller genutzt werden können als für Autos.

Kein Einzelfall

WePark steht natürlich nicht allein da. So organisieren mehrere Aktivisten Events für gemeinsames arbeiten draußen. Sogar mit WiFi-Anschluss, Wasserspender, Lademöglichkeiten und einem Café um die Ecke, das mit Koffein und öffentlichen Toiletten dient. Auch Städte wie Santa Monica oder Tolouse, Frankreich, sind von der Idee begeistert und melden sich via Twitter. Man kann also damit rechnen, dass Coworking-Spaces außerhalb der eigenen vier Wände nicht so schnell wieder von der Bildfläche verschwinden werden. Vielleicht auch eine Idee für Deutschland?

 


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