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McRib-Aus: Nachruf auf den Cheat-Day-Burger

McRib Sandwich mit BBQ-Sauce
BP | KI-generiert mit ChatGPT McRib Sandwich mit BBQ-Sauce
Erschienen
Lesezeit3 Min · 525 Wörter

Nach 37 Jahren fliegt der McRib aus der Dauerkarte. Ein Nachruf auf einen Burger, der sich nie gesund geredet hat, mit Zwiebeln, Soße und der Frage, ob er wiederkommt.

Letzte Bestellung: Dienstag, 27. Oktober 2026. Ab Mittwoch ist der McRib bei McDonald’s in Deutschland kein Standardprodukt mehr. Ich habe ihn nur zwischendurch gegessen. Aber dann musste er sein.

Ein Burger, der nie so tat, als wäre er gesund

Ich weiß, dass anderes Essen gesünder ist. Ich weiß es sogar sehr genau. Und trotzdem gab es Tage, an denen nur ein Schweinefleisch-Patty in BBQ-Soße auf einer langen Semmel (Brötchen :)) half. Der McRib war der Cheat Day, den man nicht rechtfertigen musste, weil er nie so getan hat, als wäre er mehr. Kein Salat, der ein gutes Gewissen vorspielt: Der Burger kommt mit Schwein, Soße und kaum Grünzeug aus.

Wie ein Hühnermangel zum Kultprodukt wurde

Erfunden hat ihn der luxemburgische Koch René Arend, dem auch die Chicken McNuggets zugeschrieben werden. Laut einem Interview, das er 2009 dem Magazin Maxim gab, war ein Hühnermangel der Auslöser: Die Nachfrage nach den McNuggets war Anfang der 1980er so groß, dass es einen Ersatz brauchte. Arend ist inzwischen gestorben. Der Burger überlebt ihn nun um ein paar Jahre.

Der deutsche Sonderfall

In den USA startete der McRib 1981, flog 1985 aus der Standardkarte und kam danach immer wieder als befristete Aktion zurück. Deutschland und Luxemburg waren die einzigen Märkte, in denen er dauerhaft blieb. Seit 1989 steht er durchgehend auf der deutschen Karte, also seit rund 37 Jahren. McDonald’s Deutschland hat knapp 1.400 Restaurants und rund 1,9 Millionen Gäste am Tag. Das war seine Bühne.

Ohne Zwiebeln ging nichts

Das Original hat ein Schweine-Patty, BBQ-Soße, Gurken und weiße Zwiebeln auf dem langen Brötchen. Und ich sage das als Autor, der sich festlegen darf: Ohne die Zwiebeln war er für mich nicht essbar. Sie sind der Gegenspieler zur süß-rauchigen Soße, der Biss, der Schärfe in die Sache bringt. Wer sie abbestellt hat, hat einen anderen Burger gegessen. Wer sie drin ließ, nahm in Kauf, dass man danach zwei Stunden mit Abstand zu Mitmenschen verbringt. Das gehörte zum Deal.

Warum er geht

McDonald’s hat auf Nachfrage keinen konkreten Grund genannt. Es heißt, man entwickle das Sortiment regelmäßig weiter und setze zunehmend auf wechselnde Aktionsprodukte. Eine Erklärung über schwache Verkaufszahlen ist unbestätigt. Das Unternehmen wechselt gerade sein Auftreten: dunkelgrüne Farbe, McCafé, Salate, Wraps. Ob ein Schweine-Burger noch dazu passt, fragt die WirtschaftsWoche. Bis 2030 will McDonald’s seine Marktanteile bei Hähnchen und Getränken um je 1,5 Prozentpunkte steigern.

Kommt er zurück?

Ein Sprecher sagt: Raus aus der Standardkarte heißt nicht zwingend raus für immer, eine befristete Rückkehr sei möglich. Ein Datum gibt es nicht. Bestellen kann man den klassischen McRib noch bis einschließlich Dienstag, den 27. Oktober. Wer danach noch das Gefühl will, probiert den Sweet Heat, solange er läuft. Und wer Zwiebeln nicht verträgt, hat jetzt eine gute Ausrede, es nicht mehr zu müssen.

Also auf zum Last Supper… Danach leben wir unkultiger und immerhin gesünder!

Portrait Uli Weißgerber

Uli Weißgerber

Seit über 25 Jahren verbindet er Medien, Marketing und Technologie. Von Sport1.de über ProSiebenSat.1 und Bertelsmann bis zur Entwicklung innovativer Geschäftsmodelle. Mit getperformance revolutionierte er das TV-Tracking und brachte Marken wie Trivago ins Fernsehen. Als Unternehmer entwickelt er mit seinem Team maßgeschneiderte Content-as-a-Serive-Lösungen und bespielt damit unter anderem digitale Plattformen wie Promipool, Buzzfeed.de und Business-Punk.com.