Meta-Abo im Faktencheck: Wer zahlt, bleibt trotzdem Datenlieferant
Wer dies unterbinden möchte, muss in den Einstellungen separat widersprechen – und selbst dann werden nur zukünftige Posts geschützt. Alle älteren Inhalte bleiben im KI-Trainingsprogramm, sofern nicht vor dem Stichtag widersprochen wurde. Diese findet ihr hier für Facebook und hier für Instagram.
Verbraucherschützer schlagen Alarm
Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen hat bereits rechtliche Schritte eingeleitet. Der Hauptvorwurf laut „br.de“: Selbst zahlende Kunden können sich nicht von der Datensammlung „freikaufen“.
Meta erfasst und speichert weiterhin umfassende Nutzerprofile. Besonders problematisch: Auch externe Unternehmen erhalten über Metas Analysedienste weiterhin Zugriff auf Nutzerdaten – unabhängig vom Abo-Status. Was genau weitergegeben wird, bleibt im Dunkeln.
Business Punk Check
Die Meta-Strategie ist ein klassisches Ablenkungsmanöver: Man bietet eine vermeintliche Lösung (Abo ohne Werbung) für ein Problem, das die meisten Nutzer haben (Datenschutzbedenken) – löst aber das eigentliche Problem nicht. Die 7,99 Euro monatlich sind letztlich nur ein Feigenblatt, das die fortlaufende Datensammlung für KI-Training und Profilbildung kaschiert.
Besonders clever: Meta schafft zwei separate Datenschutz-Baustellen (Werbung vs. KI-Training), die Nutzer verwirren und überfordern. Wer wirklich Datenschutz will, muss tiefer in die Einstellungen eintauchen oder – radikaler – die Plattformen verlassen. Die entscheidende Frage für Tech-Unternehmen: Wie lange lassen sich Nutzer mit solchen Schein-Optionen abspeisen, bevor sie zu datenschutzfreundlicheren Alternativen wechseln?
Häufig gestellte Fragen
- Schützt das Meta-Abo wirklich meine Daten vor KI-Training?
Nein. Das Abo für 7,99 Euro verhindert lediglich personalisierte Werbung. Für das KI-Training müssen Nutzer in den Einstellungen separat widersprechen, und selbst dann werden nur zukünftige Posts geschützt. - Wie kann ich verhindern, dass Meta meine Daten für KI-Training nutzt?
In den Datenschutzeinstellungen muss explizit der Verwendung für KI-Training widersprochen werden. Allerdings gilt dies nur für zukünftige Inhalte – ältere Daten bleiben im System, sofern nicht vor dem 26. Mai 2025 widersprochen wurde. - Welche Daten sammelt Meta trotz Abo-Modell weiterhin?
Trotz Abo erstellt Meta weiterhin umfassende Nutzerprofile basierend auf Aktivitäten, Interaktionen und Inhalten. Diese Daten werden für Plattformanalysen, KI-Training und externe Analysedienste verwendet – nur eben nicht für personalisierte Werbung. - Gibt es rechtliche Schritte gegen Metas Datenschutzpraktiken?
Ja, die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen hat bereits Klage eingereicht. Der Hauptvorwurf: Meta verschleiert, welche Daten tatsächlich gesammelt werden und gibt Nutzern keine echte Möglichkeit, der umfassenden Datensammlung zu entgehen. - Welche Alternativen haben datenschutzbewusste Social-Media-Nutzer?
Wer Datenschutz ernst nimmt, sollte entweder alle Meta-Dienste mit minimalen Einstellungen nutzen (keine persönlichen Informationen teilen, regelmäßig Tracking-Cookies löschen) oder auf alternative Plattformen mit besseren Datenschutzrichtlinien umsteigen.
Quellen: „br.de“