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Meta Muse: Ein KI-Agent als Antwort auf den 18 Milliarden Vergleich

Mark Zuckerberg
Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Godofredo A. Vásquez Mark Zuckerberg
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Meta launcht mit Muse einen KI-Agenten, der Mails schreibt, Reisen bucht und einkauft. Das Problem: Dafür braucht er mehr Zugriff auf Nutzerdaten als je zuvor.

Achtzehn Milliarden Dollar zahlt Meta für einen Vergleich über Social-Media-Schäden, kaum zwei Wochen ist das her. Jetzt verlangt der Konzern mit Muse ausgerechnet noch mehr Vertrauen von seinen Nutzer:innen: Zugriff auf E-Mail, Kalender, Zahlungsdaten und Gesundheits-Apps. Der Agent soll nicht mehr nur chatten, sondern handeln, was ihn nach Einschätzung von Beobachtern zu einem der riskantesten Produkte in Metas Geschichte machen könnte.

Muse ist ab sofort in den USA verfügbar, über die Website muse.ai, per App für iOS und Android sowie in WhatsApp. Meta kündigt an, den Agenten künftig auch auf die eigenen KI-Brillen zu bringen. Angetrieben wird Muse vom hauseigenen Modell Muse Spark.

Was Muse wirklich erledigt

Laut Trendingtopics soll der Agent E-Mails verschicken, Reisen buchen, Rechnungen nachverhandeln, Formulare ausfüllen und Rezept-Reels aus Instagram in Einkaufslisten verwandeln. Auch das Versenden von Einladungen und das Erstellen von Plänen gehören laut Unternehmensangaben zum Funktionsumfang. Bezahlt wird über Link by Stripe, das laut Meta erstmals als KI-Agent von den Käuferschutzregeln des Anbieters profitiert.

Shop Pay und eine 1Password-Anbindung sollen folgen. Die Nutzung ist bis zu einem gewissen Verbrauch kostenlos, danach greifen zwei Abos: Power für 20 Dollar im Monat, Maximum für 100 Dollar im Monat. Eine Zahlungskarte ist bereits beim Start Pflicht, ein Verbrauchsbalken zeigt das verbleibende Kontingent und sobald das kostenlose Kontingent aufgebraucht ist, weist die App aktiv auf die Abo-Optionen hin.

Meta selbst geht laut The Verge davon aus, dass die meisten Nutzer:innen ohnehin im kostenlosen Tarif bleiben werden. Technisch funktioniert die Anbindung über mitgelieferte Konnektoren für zahlreiche Dienste, die laufend erweitert werden sollen. Bietet ein gewünschter Dienst eine öffentliche API an, richtet Muse die Verbindung über vom Nutzer bereitgestellte Zugangsdaten ein. Fehlt eine API, greift der Agent stattdessen über den Browser auf die Anwendung zu. Nutzer:innen entscheiden dabei einzeln, welche Apps und Dienste sie verknüpfen, was laut Meta die Opt-in-Logik transparenter machen soll. Über die Zeit soll Muse zudem aus Konversationen lernen, was Nutzer:innen wichtig ist, um Vorschläge auch unaufgefordert zu machen.

Getrennte Systeme als Sicherheitsversprechen

Jede Nutzerin und jeder Nutzer bekommt laut Unternehmensangaben eine eigene virtuelle Maschine in Metas Cloud, die Muse Secure VM. Dort liegen Daten, Zugangstoken und Konversationen, ausdrücklich getrennt von zentraler Meta-Infrastruktur. Ein zweiter Agent namens Sentinel überwacht parallel jede ausgehende Verbindung und muss sensible Schritte wie Käufe oder E-Mail-Versand freigeben, läuft dabei aber auf Systemebene getrennt von Muse selbst. Passwörter bekommt Muse laut Meta nie zu sehen, stattdessen arbeitet der Agent mit Platzhaltertokens.

Martin Wald

Tech & Security

Martin Wald analysiert die Schnittstelle zwischen Geld, Macht und Alltag. Seine Themen reichen von Rente, Sozialstaat und Gesundheit bis zu Wirtschaft, Märkten und technologischen Umbrüchen. Er zerlegt politische Entscheidungen, Urteile und Trends auf ihre ökonomischen Folgen und macht sichtbar, wer gewinnt, wer verliert und wo Risiken liegen. Der Blick ist pragmatisch, pointiert und nutzenorientiert. Keine Wohlfühltexte, sondern Einordnung für Menschen, die verstehen wollen, wie Systeme funktionieren und was das für ihre Entscheidungen bedeutet.