Neue Abschussliste: Das ROLEX-Beben! Lieblings-Uhrenmarke von John Wick gekillt
Es gibt zwei Dinge, die man Action-Punk John Wick besser nicht nehmen sollte. Seinen 1969er Ford Mustang Mach 1 und seinen Hund. Der Sohn eines russischen Gangsterbosses hat das mal gewagt, woraufhin John ihn und 77 Mitglieder des Clans tötete und damit ein Exempel in der Film-Branche statuierte. Jetzt kommt eine drittes Lieblingspiece auf die Don’t-touch-Liste: seine Uhr. Aber ausgerechnet die hat Rolex jetzt gekillt und damit ein Beben in der Luxuswelt ausgelöst.
Es ist das Ende einer Ära, das Rolex-CEO Jean-Frédéric Dufour den Mitarbeitern jetzt verkündet: Der Uhrengigant stellt die Marke Carl F. Bucherer ein! Eine der ältesten Watch-Manufakturen der Welt. 1888 gegründet. Seit dem im Besitz der Schweizer Familie Bucherer.
Hollywoodstars wie Keanu Reeves haben sie geliebt. Wenn er als John Wick auf den Kino-Leinwänden unterwegs war, hat er seine Carl F. Bucherer Manero AutoDate (Preis 2.900€) immer getragen wie seinen Hund. Im Gegensatz zu seiner Heckler & Koch P30L oder Glock 34 hat sie 38 Millimeter, Edelstahl, schwarzes Ziffernblatt mit silbernen Indizes, Kaliber CFB 1965. Killer-Style: Er trägt sie mit dem Ziffernblatt auf der Innenseite des Handgelenks, damit es keine verräterischen Lichtreflexionen gibt, wenn er mal wieder schießen muss. Was in seinem Job ja häufiger vorkommt.
In Chapter 1 zählten Filmkritiker 77 Kills bei John Wick. Im Chapter 4 waren es 140. Toughe Zeiten also auch für die Uhr.
Carl F. Bucherer war das Hobby von Firmen-Patron Jörg Bucherer. Ein teures Hobby, wie sich nun zeigt.
Kurz vor seinem Tod im November 2023 mit 87 Jahren hat Bucherer den größten Uhrenhandel der Welt samt Hausmarke an Rolex verkauft. Ein Jahrhundert-Deal. Die erfolgreichste Watch-Brand des Planeten vereint mit dem wichtigsten Store-Netzwerk der Luxury World (über 100 Geschäfte).
Zwei Jahre nach der Übernahme zeigt sich jetzt: Rolex (Umsatz über 10 Milliarden Euro) gehört einer Familienstiftung. Das Haus fühlt sich der Charity verpflichtet, ist aber grundsätzlich keine Charitybetrieb.
Die Buchhalter stellen fest, dass die Uhrenmarke Carl. F. Bucherer kein einziges Jahr Gewinn machte. Trotz eines stattlichen Jahresumsatzes von 80 bis 100 Millionen Schweizer Franken habe sich bis heute ein Verlust von 250 Millionen Schweizer Franken angehäuft.
Auf Online-Marktplätzen wie Chrono24 mussten Bucherer-Uhren teilweise mit einem Discount von bis zu 90 Prozent angeboten werden. Der Grund: sogenannte Huckepack-Deals! Watch-Lover hatten sie nur gekauft, weil es in Bucherer Stores realistischer schien, eine seltene Rolex Daytona zugeteilt zu bekommen, wenn man gleichzeitig eine CFB mit kauft.
Carl F. Bucherer hat vom privilegierten Zugang zum weltweiten Vertriebsnetzwerk profitiert. Aber nur so lange es Firmenpatron Jörg Bucherer gab. Mitarbeiter sagen, er sei immer Lebensversicherung und Bank für die Schweizer Uhrenmanufaktur gewesen.
Rolex-CEO Jean-Frédéric Dufour – ein begnadeter Stratege – stellt die Zeiger jetzt auf Null. Mit Tudor Watch hat er bereits eine Zweitmarke im Haus. Da braucht er keine weitere mehr. Schon gar nicht eine, die seine funkelnde Bilanz trübt.
Smarter Nebeneffekt: die frei werdenden Regalflächen kann Rolex für seine eigene Produktpalette nutzen.
Und die 100 betroffenen Carl F. Bucherer Mitarbeiter können für die Rolex-Produktion umgeschult werden – vor allem in der neuen Rolex-Manufaktur in Bulle / Schweiz. Gute Uhrmacher sind bekanntlich schwer zu finden. Und Uhrenfans aus der ganzen Welt wünschen sich schon lange, dass Rolex die Produktion doch endlich hochfahren möge, um die begehrten Modelle wie die Daytona, Submariner oder GMT-Master greifbarer zu machen. Noch immer sind die Wartelisten länger als die Abschusslisten von John Wick.
Fragt sich nur, was John Wick selbst dazu sagt…
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