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Social Media Management outsourcen oder inhouse? Der ehrliche Vergleich

Street Art Mural Social Media Inhouse vs Agentur
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Aktualisiert
Lesezeit2 Min · 397 Wörter

Ich leite eine Social Media Agentur. Ihr erwartet also, dass ich euch sage: „Nehmt eine Agentur, alles andere ist Quatsch.“ Das wäre einfach, aber es wäre gelogen.

Die Wahrheit ist: Für manche Unternehmen ist Inhouse die bessere Wahl. Für andere die Agentur. Und für viele ist die Antwort irgendwo dazwischen.

Die wahren Kosten: Inhouse vs. Agentur

Inhouse — was es wirklich kostet

Die meisten Unternehmen rechnen nur das Gehalt. Das ist der teuerste Fehler.

Posten Junior Mid-Level Senior/Head of
Bruttogehalt 38.000 – 45.000 € 48.000 – 58.000 € 62.000 – 80.000 €
AG-Nebenkosten (~21 %) 8.000 – 9.500 € 10.000 – 12.200 € 13.000 – 16.800 €
Tools & Lizenzen 3.000 – 6.000 € 3.000 – 6.000 € 3.000 – 6.000 €
Weiterbildung 1.500 – 3.000 € 2.000 – 4.000 € 3.000 – 5.000 €
Equipment 2.000 – 4.000 € 2.000 – 4.000 € 2.000 – 4.000 €
Recruiting (anteilig) 3.000 – 5.000 € 5.000 – 8.000 € 8.000 – 15.000 €
Gesamt/Jahr 55.500 – 72.500 € 70.000 – 92.200 € 91.000 – 126.800 €

Und der Elefant im Raum: Ein Mensch kann nicht alles. Realistisch braucht ein Unternehmen mindestens 2–3 Personen. Reale Inhouse-Kosten für ein Minimal-Team: 160.000 – 250.000 € pro Jahr.

Agentur — was es wirklich kostet

Leistungsumfang Monatlicher Retainer Jährlich
Basic (1 Plattform) 3.000 – 5.000 € 36.000 – 60.000 €
Professional (2–3 Plattformen + Ads) 6.000 – 12.000 € 72.000 – 144.000 €
Enterprise (Full Service) 15.000 – 30.000 € 180.000 – 360.000 €

Im Professional-Paket bekommt ihr 5–8 Spezialisten für weniger als zwei Inhouse-Gehälter.

Inhouse gewinnt bei:

  • Geschwindigkeit und Nähe zum Geschäft — spontane Posts in 30 Minuten
  • Brand-Intimität — niemand kennt eure Marke besser als eure Leute
  • Employer Branding Content — Behind-the-Scenes muss von innen kommen
  • Langfristige Wissenssicherung

Agentur gewinnt bei:

  • Spezialisierung und Erfahrung — Eine gute Social Media Agentur betreut Dutzende Kunden, das bedeutet hunderte Kampagnen und tausende A/B-Tests
  • Skalierbarkeit — Kapazität hochdrehen für Kampagnen
  • Technologie und Tools — Enterprise-Lizenzen, die 30.000–50.000 €/Jahr kosten
  • Objektivität — Außenblick und unbequeme Wahrheiten
  • Krankheit, Urlaub, Kündigung — eingebaute Vertretungsregelungen

Die Hybrid-Lösung: Das Beste aus beiden Welten

Inhouse: 1 Social Media Manager als Brand-Hüter, Employer Content, schnelle Reaktionen

Agentur: Strategie, Content-Produktion, Paid Social, Analytics

Posten Kosten/Jahr
1 Inhouse Manager ~65.000 €
Agentur Professional ~96.000 €
Gesamt ~161.000 €

Das ist für die meisten mittelständischen Unternehmen der Sweet Spot.

Die Entscheidungsmatrix

1. Wie viele Plattformen? 1–2 → Inhouse möglich. 3+ → Agentur/Hybrid.

2. Performance Ads? Unter 5.000 €/Monat → Agentur effizienter.

3. Content-Menge? Unter 15 Posts → Inhouse. 15–40 → Agentur. 40+ → Hybrid.

4. Geschwindigkeit? Unter 1 Stunde nötig → Inhouse-Komponente Pflicht.

5. Budget? Unter 60k → Freelancer. 60–150k → Agentur. 150–300k → Hybrid. 300k+ → Inhouse + Ads-Agentur.

Der unbequeme Rat

Egal ob Inhouse oder Agentur — investiert nicht in Social Media, wenn ihr es nicht ernst meint. Ein halbherziger Auftritt schadet mehr als gar keiner.

Die beste Agentur der Welt kann nicht kompensieren, was intern fehlt: klare Ziele, schnelle Freigaben und die Bereitschaft, Social Media als strategischen Kanal zu behandeln — nicht als Praktikantenprojekt.


Max Anzile ist Gründer der Social Media Pirates in München. Seine Agentur arbeitet sowohl als Full-Service-Partner als auch in Hybrid-Modellen mit internen Teams.

Portrait Max Anzile

Max Anzile

Mit 600 Euro Startkapital, viel Trotz und echter Punkkultur im Blut gründete Max seine erste Social-Media-Bude direkt aus der Uni heraus. Heute führt er mit der Pirates World bewusst keine klassische Agentur, sondern ein autarkes, rebellisches Ökosystem. Darunter vereint er die Social Media Pirates für organisches Community-Building, die datengetriebene Spezialeinheit Black Flag Performance und das innovative KI-Studio AI Pirates. Während der restliche Markt in Schönheit stirbt, liefert diese Flotte das absolute Gegenteil: harten ROI, agile Prozesse und kompromisslose Datenhoheit.