Startup & Scaling Gründungsboom trotz Krise: Deutsche werden immer jünger selbstständig

Gründungsboom trotz Krise: Deutsche werden immer jünger selbstständig

Bildung als Schlüssel zur Gründungskultur

Trotz der positiven Entwicklung bleibt die grundsätzliche Gründungsneigung in Deutschland vergleichsweise niedrig. „Das lag in den vergangenen Jahren sicher auch an der gut laufenden Wirtschaft, die Menschen haben sich für die Sicherheit eines Angestelltenverhältnisses entschieden. Das ist eine Mentalitätsfrage“, erklärt Schumacher.

Ein entscheidender Faktor für erfolgreiche Gründungen ist die finanzielle Bildung. „Mehr Zutrauen bei finanziellen Themen erhöht die Wahrscheinlichkeit zu gründen“, weiß der KfW-Chefvolkswirt. Daher sei es ein wichtiger Schritt, dass die neue Regierung unternehmerische Fähigkeiten bereits in der Schule stärker fördern wolle.

Geschlechtergap bei Gründungen

Trotz der insgesamt positiven Entwicklung zeigt die Studie auch Schattenseiten. Frauen sind in der Gründungslandschaft nach wie vor unterrepräsentiert. Strukturelle Benachteiligungen erschweren weiblichen Gründerinnen den Weg in die Selbstständigkeit. Initiativen wie der Girls Day versuchen, diesem Ungleichgewicht entgegenzuwirken, indem sie besonders in männlich dominierten Berufsfeldern Einblicke ins Berufsleben ermöglichen.

Die Förderung weiblicher Gründerinnen bleibt eine zentrale Herausforderung, um das volle unternehmerische Potenzial in Deutschland zu entfalten. Denn eine diverse Gründungslandschaft bringt nicht nur mehr Perspektiven, sondern auch mehr Innovationskraft.

Vom Gedanken zur Tat

Eine weitere Herausforderung: Fast jeder zweite junge Mensch zieht zwar eine Unternehmensgründung in Betracht, doch nur ein Bruchteil setzt diesen Gedanken tatsächlich um. Die Gründe dafür sind vielfältig – von finanziellen Hürden über bürokratische Hemmschuhe bis hin zu mangelndem unternehmerischen Know-how.

Hier zeigt sich ein enormes ungenutztes Potenzial. Würde es gelingen, die Lücke zwischen Gründungsabsicht und tatsächlicher Umsetzung zu verkleinern, könnte dies einen erheblichen wirtschaftlichen Schub bedeuten.

Die Gründungslandschaft in Deutschland steht vor einem vielversprechenden Wandel. Der Trend zu jüngeren Gründerinnen und Gründern dürfte sich in den kommenden Jahren fortsetzen und das Innovationstempo beschleunigen. Entscheidend wird sein, ob es gelingt, die strukturellen Hürden abzubauen und eine echte Gründungskultur zu etablieren.

Die Digitalisierung eröffnet dabei völlig neue Geschäftsfelder mit geringeren Einstiegshürden. Gleichzeitig werden Themen wie Nachhaltigkeit und soziale Innovation zunehmend wichtiger für die nächste Gründergeneration. Die Politik ist gefordert, diese Entwicklung durch gezielte Bildungsmaßnahmen, Bürokratieabbau und verbesserte Finanzierungsmöglichkeiten zu unterstützen. Nur so kann Deutschland sein volles unternehmerisches Potenzial entfalten und im internationalen Wettbewerb bestehen.

Quellen: ZDF heute, ihre-vorsorge.de

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