Startup & Scaling Januar-Unicorn-Rekord: Fünf europäische Startups knacken die Milliardenbewertung

Januar-Unicorn-Rekord: Fünf europäische Startups knacken die Milliardenbewertung

Von Belgien bis zur Ukraine: Gleich fünf europäische Startups knacken im Januar die Milliarden-Marke. Cybersecurity, Cloud-Optimierung und Defense-Tech zeigen, wo Investoren jetzt zuschlagen.

Ein einziger Monat, fünf neue Unicorns – Europas Tech-Ökosystem liefert gerade ab. Von Brüssel über Vilnius bis Paris erreichen Startups Bewertungen jenseits der Milliardengrenze. Die Branchen reichen von Cybersecurity über Cloud-Infrastruktur bis zu autonomen Kampfdrohnen. Was auf den ersten Blick wie ein bunter Mix wirkt, offenbart bei genauerem Hinsehen klare Investmenttrends: Sicherheit, Effizienz und Verteidigungstechnologie stehen hoch im Kurs.

Belgien schlägt zurück

Das belgische Cybersecurity-Startup Aikido Security holt sich 60 Millionen Dollar in einer Series-B-Runde und erreicht damit Unicorn-Status. Die Plattform vereinheitlicht Sicherheitsprozesse über den gesamten Software-Lebenszyklus – mehr als 100.000 Teams nutzen sie bereits.

Das Wachstum: Umsatz verfünffacht, Kundenzahl verdreifacht innerhalb eines Jahres. DST Global führt die Finanzierungsrunde an, begleitet von PSG Equity und Notion Capital. Das Team feiert den Erfolg als Beweis dafür, dass Europa im Cybersecurity-Markt gegen die Platzhirsche aus Palo Alto und Tel Aviv bestehen kann.

Litauens Cloud-Champion

Cast AI bringt litauische Wurzeln mit, sitzt offiziell aber in Florida – und gilt trotzdem als fünftes Unicorn des baltischen Landes. Die strategische Investition von Pacific Alliance Ventures, dem Venture-Arm des koreanischen Shinsegae-Konzerns, katapultiert die Bewertung über die Milliardengrenze.

Bereits im April 2025 sammelte Cast AI 108 Millionen Dollar ein und näherte sich damit dem Unicorn-Status. Das neue Produkt OMNI Compute for AI verspricht, mehr KI-Workloads auf weniger GPUs zu packen – ein Versprechen, das angesichts chronischer GPU-Knappheit auf offene Ohren stößt.

Defense-Tech aus Frankreich

Harmattan AI existiert erst seit 2024, ist aber schon 1,4 Milliarden Dollar wert. Die 200 Millionen Dollar schwere Series B kommt von Dassault Aviation, dem Hersteller der Rafale-Kampfjets. Neben der Finanzierung steht eine umfassende Partnerschaft.

Harmattan AI hat bereits Verträge mit den Verteidigungsministerien Frankreichs und Großbritanniens sowie mit dem ukrainischen Drohnenhersteller Skyeton abgeschlossen. Autonome Kampfflugzeuge sind gefragt – und Investoren zahlen dafür Premiumpreisen.

Nachhaltigkeit wird teuer gehandelt

Das Mannheimer ESG-Software-Unternehmen Osapiens holt sich 100 Millionen Dollar von Decarbonization Partners, einem Joint Venture zwischen BlackRock und Temasek. Bewertung: über 1,1 Milliarden Dollar.

Mehr als 2.400 Kunden weltweit nutzen die Plattform für Nachhaltigkeitsreporting, Datenkonformität und Supply-Chain-Risikomanagement. Gegründet 2018, profitiert Osapiens vom regulatorischen Druck auf Konzerne, ihre Lieferketten transparent zu machen.

Ukrainische Resilienz

Die Sprachlern-Plattform Preply erreicht mit 150 Millionen Dollar Series D eine Bewertung von 1,2 Milliarden Dollar.

Das 14 Jahre alte Unternehmen wurde in den USA gegründet, die Gründer sind aber Ukrainer – und beschäftigen 150 Mitarbeiter in Kiew. CEO Kirill Bigai setzt auf KI-gestütztes Lernen und will mit dem frischen Kapital mehr KI-Talente in den vier Standorten Barcelona, London, New York und Kiew einstellen.

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