Startup & Scaling Schwedisches KI-Startup Lovable: In 18 Monaten zur 6,6-Milliarden-Bewertung

Schwedisches KI-Startup Lovable: In 18 Monaten zur 6,6-Milliarden-Bewertung

Das schwedische Vibe-Coding-Startup Lovable hat seine Bewertung innerhalb weniger Monate auf 6,6 Milliarden Dollar katapultiert. Mit KI-gestützter Programmierung ohne Code revolutioniert das Unternehmen den Softwaremarkt und zieht Top-Investoren an.

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Von einer Million Dollar Jahresumsatz Ende 2024 auf satte 200 Millionen Dollar im November 2025. Das schwedische KI-Startup Lovable hat innerhalb eines Jahres einen Umsatzsprung um das 200-fache hingelegt und wird in seiner jüngsten Finanzierungsrunde mit 6,6 Milliarden Dollar bewertet. Damit hat sich der Unternehmenswert seit Juli mehr als verdreifacht, als Lovable noch mit 1,8 Milliarden Dollar bewertet wurde, wie „de.investing.com“ berichtet.

Vom Einhorn zum Mega-Player in Rekordzeit

Die 2023 von Anton Osika und Fabian Hedin gegründete Firma – früher unter dem Namen GPT Engineer bekannt – hat sich als führender Anbieter im Bereich Vibe-Coding etabliert. Dabei handelt es sich um eine Technologie, die das Programmieren durch KI-Unterstützung revolutioniert oder sogar komplett überflüssig macht. Laut „t3n.de“ werden mittlerweile täglich rund 100.000 Projekte über die Plattform umgesetzt.

Die aktuelle Finanzierungsrunde ist bereits die dritte für Lovable im laufenden Jahr. Obwohl die Details noch nicht offiziell bestätigt sind, soll der US-Investor Accel erneut an Bord sein. Accel war bereits an der Finanzierung im Juli beteiligt und hat auch in andere erfolgreiche KI-Startups wie Cursor und die KI-Firma Thinking Machines investiert, wie „it-boltwise.de“ berichtet.

Vibe-Coding als globaler Milliardenmarkt

Der Trend zum KI-gestützten Programmieren beschränkt sich nicht auf Europa. In den USA sorgt er für regelrechte Investitionsrekorde. Das Startup Cursor sammelte im November 2025 rund 2,3 Milliarden Dollar ein und steigerte seine Bewertung auf 29,3 Milliarden Dollar. Replit konnte im September 250 Millionen Dollar einwerben und wird nun mit drei Milliarden Dollar bewertet.

Was Lovable von anderen Anbietern unterscheidet, ist der Anspruch, Programmieren nicht nur zu vereinfachen, sondern komplett überflüssig zu machen. Mitgründer Osika formulierte es gegenüber „t3n.de“ so: „Wir demokratisieren Code nicht nur. Wir helfen jedem zu erkennen, dass er etwas aufbauen kann.“ Dieser Ansatz hat offenbar überzeugt – sowohl Nutzer als auch Investoren.

Europäische Tech-Hoffnung mit globalen Ambitionen

Die Erfolgsgeschichte von Lovable ist auch ein Zeichen für die wachsende Bedeutung europäischer Tech-Unternehmen im globalen Wettbewerb. Das schwedische Startup gilt laut „de.investing.com“ als das am schnellsten wachsende in Europa. Die Series-A-Runde im Juli war die größte, die je in Schweden stattgefunden hat.

Lovable plant nun, seine Präsenz über Stockholm hinaus auszubauen. Mit neuen Büros in Boston und San Francisco will das Unternehmen Zugang zu US-amerikanischem Talent und Märkten erhalten. Die frischen Mittel sollen in die Weiterentwicklung der Plattform, tiefere Integrationen mit führenden KI-Anbietern und das globale Nutzerwachstum fließen.

Business Punk Check

Der Hype um Vibe-Coding-Startups wie Lovable ist berechtigt, aber Vorsicht ist geboten. Die Bewertungsexplosion von 1,8 auf 6,6 Milliarden Dollar in nur vier Monaten riecht nach Überhitzung. Während die Umsatzsteigerung von 1 auf 200 Millionen Dollar beeindruckt, bleibt die Frage nach der Profitabilität unbeantwortet. Die wahre Herausforderung für Lovable wird sein, nicht nur Venture Capital einzusammeln, sondern ein nachhaltiges Geschäftsmodell zu etablieren. Die größte Gefahr: Die Tech-Giganten schlafen nicht.

Microsoft integriert bereits ähnliche Funktionen in seine Entwicklungsumgebungen, und OpenAI könnte jederzeit mit eigenen Lösungen den Markt aufmischen. Für Investoren und Kunden gilt: Lovable hat die Vision und das Momentum – aber der Wettlauf um die Demokratisierung des Programmierens hat gerade erst begonnen. Die Bewertungen im KI-Sektor erinnern zunehmend an die Dotcom-Blase, nur mit deutlich mehr Substanz dahinter.

Häufig gestellte Fragen

  • Wie nachhaltig ist das Geschäftsmodell von Lovable angesichts der extremen Bewertungssteigerung?
    Die Bewertungssteigerung von 1,8 auf 6,6 Milliarden Dollar in vier Monaten ist kritisch zu betrachten. Entscheidend wird sein, ob Lovable seine Umsätze in Profite umwandeln und sich gegen Tech-Giganten behaupten kann, die ähnliche Funktionen in ihre bestehenden Produkte integrieren könnten.
  • Welche Auswirkungen hat Vibe-Coding auf den Arbeitsmarkt für Softwareentwickler?
    Vibe-Coding wird kurzfristig nicht alle Programmierjobs ersetzen, aber die Anforderungen verändern. Entwickler müssen sich auf komplexere Aufgaben und die Steuerung von KI-Tools konzentrieren, während einfachere Programmieraufgaben zunehmend automatisiert werden.
  • Wie können mittelständische Unternehmen von Vibe-Coding-Technologien profitieren?
    Mittelständler sollten Vibe-Coding als Chance sehen, ihre digitale Transformation zu beschleunigen. Die Technologie ermöglicht es, mit begrenzten IT-Ressourcen eigene Anwendungen zu entwickeln und schneller auf Marktveränderungen zu reagieren. Empfehlenswert ist, mit kleineren internen Projekten zu starten und Erfahrungen zu sammeln.
  • Welche Branchen werden am stärksten von Vibe-Coding-Technologien profitieren?
    Besonders Branchen mit hohem Digitalisierungsbedarf aber begrenzten IT-Ressourcen werden profitieren: Gesundheitswesen, Bildung, kleine Fertigungsbetriebe und lokale Dienstleister. Diese können nun ohne große IT-Teams wettbewerbsfähige digitale Lösungen entwickeln.
  • Wie sollten Investoren die aktuellen Bewertungen im KI-Sektor einordnen?
    Investoren sollten zwischen Hype und Substanz unterscheiden. Bei Lovable sprechen die Umsatzzahlen für sich, aber die Bewertungsmultiplikatoren sind extrem hoch. Eine diversifizierte Anlagestrategie im KI-Bereich ist ratsam, statt alles auf einzelne hochbewertete Startups zu setzen.

Quellen: „t3n.de“, „de.investing.com“, „it-boltwise.de“

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