Tech & Trends Absturz mit Ansage: Kann Elon Musks Robotaxi-Versprechen Tesla retten?

Absturz mit Ansage: Kann Elon Musks Robotaxi-Versprechen Tesla retten?

Verkaufszahlen im freien Fall

Die Tesla-Auslieferungen sind im vergangenen Quartal um 13,5 Prozent auf 384.122 Fahrzeuge eingebrochen. Selbst die neue Variante des Model Y konnte den Abwärtstrend nicht stoppen.

Wie „watson.ch“ berichtet, machen dem Unternehmen außerhalb der USA vor allem chinesische Konkurrenten zu schaffen. In Europa, wo Tesla eine Fabrik in Grünheide bei Berlin betreibt, gibt es seit Monaten herbe Absatzrückgänge.

Trumps Elektroauto-Politik als Kurzzeit-Boost?

Ein möglicher Lichtblick: Ende September laufen die Elektroauto-Subventionen von 7.500 Dollar in den USA aus. Dies könnte kurzfristig die Nachfrage ankurbeln.

Allerdings räumte Finanzchef Vaibhav Taneja laut „Süddeutsche Zeitung“ ein, dass Tesla möglicherweise nicht genug Autos produzieren könne, um diese Nachfrage zu bedienen. Gleichzeitig plant das Unternehmen die Einführung eines günstigeren Modells, das optisch dem Model Y gleichen soll.

Überkapazitäten belasten die Bilanz

Der deutsche Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer verweist laut „Süddeutsche Zeitung“ auf ein grundlegendes Problem: Tesla leidet an massiven Überkapazitäten.

Während der Konzern jährlich 2,35 Millionen Autos produzieren könnte, werden in diesem Jahr voraussichtlich nur 1,6 Millionen verkauft. Hinzu kommt, dass die Trump-Regierung plant, CO₂-Strafzahlungen abzuschaffen – ein Geschäftsfeld, mit dem Tesla bisher lukrative Zusatzeinnahmen erzielte.

Business Punk Check

Musks Robotaxi-Vision klingt nach klassischem Silicon-Valley-Hype, aber die Zahlen sprechen eine brutale Wahrheit: Mit nur 7.000 zurückgelegten Testmeilen (Waymo: 100 Millionen) und ohne Lidar-Technologie steht Tesla vor einem technologischen Mammutprojekt. „Sie machen damit konventionelle Verbrenner-Fahrzeuge wettbewerbsfähiger und Elektroautos weniger wettbewerbsfähig“, so Batt Odgerel laut „Süddeutsche Zeitung“.

Die Realität: Tesla hat ein Überkapazitätsproblem von 750.000 Fahrzeugen jährlich und verliert gleichzeitig sein lukratives CO₂-Zertifikategeschäft. Musks Robotaxi-Versprechen sind keine Zukunftsvision, sondern verzweifelte Ablenkung von strukturellen Problemen. Early Adopters sollten jetzt genau hinschauen: Ist Teslas Kamera-only-Ansatz wirklich zukunftsfähig oder ein gefährlicher Kompromiss, um Kosten zu sparen?

Häufig gestellte Fragen

  • Ist Teslas Kamera-only-Ansatz für autonomes Fahren wirklich realistisch?
    Teslas Verzicht auf Lidar-Technologie ist hochriskant. Während Waymo mit 100 Millionen Testmeilen und Lidar-Sensoren operiert, setzt Tesla auf reine Kameratechnologie mit nur 7.000 Testmeilen. Experten bezweifeln, dass Kameras allein bei schlechten Lichtverhältnissen zuverlässig funktionieren können.
  • Lohnt sich der Kauf eines Tesla noch vor Auslaufen der US-Subventionen?
    Wer in den USA einen Tesla kaufen will, sollte vor September zuschlagen, um die 7.500-Dollar-Subvention mitzunehmen. Allerdings warnt Tesla selbst, dass Lieferengpässe auftreten könnten. Zudem plant das Unternehmen ein günstigeres Modell nach dem Subventionsende – wer warten kann, spart möglicherweise mehr.
  • Welche Auswirkungen hat Teslas Überkapazitätsproblem auf die Zukunft des Unternehmens?
    Die Lücke von 750.000 Fahrzeugen zwischen Produktionskapazität (2,35 Mio.) und tatsächlichen Verkäufen (1,6 Mio.) belastet die Bilanz massiv. Kurzfristig muss Tesla entweder die Produktion drosseln oder aggressive Preissenkungen vornehmen – beides würde die Margen weiter unter Druck setzen.
  • Wie realistisch ist Musks Versprechen, bis Jahresende autonomes Fahren für die halbe US-Bevölkerung anzubieten?
    Angesichts der notwendigen Einzelgenehmigungen in jedem US-Bundesstaat, der begrenzten Testdaten und der technologischen Herausforderungen ist Musks Zeitplan extrem unrealistisch. Branchenexperten rechnen frühestens 2026 mit einer signifikanten Verbreitung von Tesla-Robotaxis.
  • Welche Alternativen zu Tesla gibt es für Investoren im E-Mobility-Sektor?
    Statt auf den volatilen Tesla-Kurs zu setzen, bieten etablierte Autobauer mit klaren Elektrostrategien wie VW oder chinesische Spezialisten wie BYD stabilere Investmentchancen. Auch Zulieferer im Bereich Batterietechnologie und Ladeinfrastruktur versprechen weniger Volatilität bei ähnlichem Wachstumspotenzial.

Quellen: „Süddeutsche Zeitung“, „watson.ch“, „Spiegel.de“

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