Tech & Trends Biotech-Space-Race: Wie Mammuts das Klima retten sollen

Biotech-Space-Race: Wie Mammuts das Klima retten sollen

Harvard-Genforscher George Church will ausgestorbene Arten wiederbeleben und damit einen Biotech-Boom auslösen. Ein neuer Podcast beleuchtet, wie das Mammut-Revival zum Klimaschutz beitragen könnte.

Ein Wettlauf um die Wiederbelebung ausgestorbener Tierarten könnte der Biotechnologie den gleichen Innovationsschub verleihen wie das Space Race der 1960er der Raumfahrt. Harvard-Genforscher George Church arbeitet seit Jahren daran, das Mammut zurückzubringen – und nebenbei die Klimakrise zu bekämpfen. Eine neue Podcast-Serie dokumentiert nun dieses wissenschaftliche Abenteuer, das die Grenzen zwischen Science-Fiction und Realität verschwimmen lässt.

Das Biotech-Space-Race

„Manche Leute haben das Jahrhundert der Biologie ausgerufen. Also wäre dies eine Art Space Race für die Biotechnologie“, erklärt Church in der neuen Staffel des Podcasts „Enden“. Der renommierte Genforscher vergleicht sein Mammut-Projekt mit dem historischen Wettlauf zum Mond.

So brachte Church bereits 2008 im Gespräch mit der New York Times erstmals die Möglichkeit ins Spiel, ein Mammut zu klonen. Die Idee hinter dem Projekt ist faszinierend: Genau wie die Mondmission nicht primär dem Mondbesuch diente, sondern der Entwicklung von GPS-, Kommunikations- und Wettersatelliten, soll die Mammut-Wiederbelebung als Katalysator für biotechnologische Innovationen fungieren. „Wenn wir auch nur eine einzige Art zurückbringen könnten, dann könnten wir vielleicht das Aussterben anderer Arten verhindern“, argumentiert Church.

Artenschutz mit Reproduktionstechnologie

Der Podcast porträtiert neben Church auch den Berliner Tierarzt Thomas Hildebrandt, der am Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung mit modernster Reproduktionstechnologie gegen das Aussterben kämpft. Sein aktueller Fokus liegt auf dem Nördlichen Breitmaulnashorn, von dem nur noch zwei Weibchen existieren.

„Klar ist es möglich, wir können Fehler reparieren“, erklärt Hildebrandt. „Aber wir sind nicht dafür da, neue Fehler zu reparieren. Wir reparieren die alten.“ Während Hildebrandt versucht, vom Aussterben bedrohte Arten zu retten, geht Church einen Schritt weiter: Er will längst verschwundene Spezies wiederbeleben.

Zwischen Größenwahn und Hoffnung

„Wir erzählen eine Geschichte des Größenwahns, aber eben auch eine, die Hoffnung macht“, erklärt Patrick Stegemann, Co-Geschäftsführer des Podcast-Studios Undone und Mitautor der Staffel. Die zentrale Frage lautet: Können wir als Menschheit die Zeit zurückdrehen? Die dritte Staffel des Podcasts „Enden: Die Rückkehr“ ist eine Co-Produktion des Berliner Studios Undone und des Futuriums, dem „Haus der Zukünfte“ in Berlin. Das Futurium wurde am 5. September 2019 eröffnet und gehört zu den fünf meistbesuchten Museen Berlins.

Häufig gestellte Fragen

  • Welche wirtschaftlichen Chancen bietet das Biotech-Space-Race für Investoren?
    Statt direkt in spekulative De-Extinction-Projekte zu investieren, sollten Anleger die Zulieferer und Technologieentwickler im Blick behalten. Unternehmen, die Gensequenzierungs-Tools, Bioinformatik-Software oder synthetische Biologie-Plattformen entwickeln, profitieren unabhängig vom Erfolg einzelner Mammut-Projekte.
  • Wie können mittelständische Biotech-Unternehmen vom Mammut-Hype profitieren?
    Durch strategische Partnerschaften mit Forschungsinstituten und die Entwicklung von Anwendungen, die aus der Grundlagenforschung hervorgehen. Besonders in den Bereichen Zellkultur, Gewebeentwicklung und Genanalyse entstehen Marktchancen für spezialisierte Mittelständler.
  • Welche Branchen werden von den Technologien des Biotech-Space-Race am stärksten profitieren?
    Neben der offensichtlichen Medizintechnik werden Agrartechnologie, Materialwissenschaften und sogar die Lebensmittelindustrie von den Fortschritten in der synthetischen Biologie profitieren. Die Fähigkeit, biologische Systeme zu manipulieren, wird branchenübergreifend neue Geschäftsmodelle ermöglichen.
  • Wie sollten Unternehmen die ethischen Risiken der De-Extinction-Technologien managen?
    Durch proaktive Stakeholder-Einbindung, transparente Forschungsprozesse und klare ethische Leitlinien. Unternehmen sollten frühzeitig mit Regulierungsbehörden, Ethikkommissionen und der Öffentlichkeit in Dialog treten, um Vertrauen aufzubauen und regulatorische Hürden zu antizipieren.

Über Undone

Undone ist ein Berliner Studio für Podcasts und Filme, spezialisiert auf investigative Recherche und hochwertige Produktionen. Mit Podcasts wie »Noise« und »Cui Bono: Wer hat Angst vorm Drachenlord?« konnte sich Undone seit der Gründung im Jahr 2021 schnell einen Namen machen. Große Aufmerksamkeit erhielt kürzlich die Fortsetzung des für den Grimme Online
Award nominierten Podcasts »Legion«, in der die Journalist:innen der seit Jahrzehnten gesuchten RAF-Terroristin Daniela Klette auf die Spur kamen. »Die Rückkehr« ist die dritte Staffel der Podcastreihe »Enden«.

Über das Futurium

Das Futurium in Berlin ist ein innovatives »Haus der Zukünfte«, bei dem die Frage „Wie wollen wir leben?“ im Mittelpunkt steht. Es wurde am 5. September 2019 eröffnet und gehört zu den
fünf bestbesuchten Museen Berlins. Das Futurium versteht sich als Ort des Nachdenkens und Austauschs über die großen Herausforderungen und Chancen für unsere Zukunft. Die
Dauerausstellung ist in drei Bereiche unterteilt: Mensch, Natur und Technik. Neben Ausstellungen mit lebendigen Szenarien, einem Lab zum Ausprobieren und einem Forum für den gemeinschaftlichen Dialog gibt es ein breites Spektrum digitaler Formate sowie das Mobile Futurium für Schüler:innen in ganz Deutschland.

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