Tech & Trends Browserkrieg 2.0: Perplexity zielt mit Milliarden-Deal auf Googles Kronjuwel

Browserkrieg 2.0: Perplexity zielt mit Milliarden-Deal auf Googles Kronjuwel

KI-gestützte Suche als Zukunftsmarkt

Perplexity hat bereits Erfahrung im Browser-Geschäft. Das Unternehmen betreibt mit Comet einen eigenen Browser mit integrierten KI-Agenten, der wie Chrome auf der Open-Source-Plattform Chromium basiert. Allerdings ist dieser bisher nur Premium-Abonnenten vorbehalten, die monatlich 200 Dollar zahlen.

Chrome hingegen dominiert den Markt mit über 60 Prozent Anteil. Zusammen mit anderen Chromium-basierten Browsern wie Edge oder Brave kontrolliert die Technologie knapp 80 Prozent des Marktes, wie „heise.de“ berichtet. Perplexity verspricht, bei einer Übernahme Chromium weiter zu pflegen und sogar Google als voreingestellte Suchmaschine beizubehalten.

Business Punk Check

Der Chrome-Deal ist ein klassischer Moonshot mit geringer Erfolgswahrscheinlichkeit. Perplexity nutzt das Kartellverfahren geschickt als PR-Vehikel, um sich als ernsthafter Google-Herausforderer zu positionieren. Die Realität: Selbst wenn das Gericht einen Chrome-Verkauf anordnet, wird Google alle Rechtsmittel ausschöpfen. Zudem fehlt Perplexity die Infrastruktur, um 3,5 Milliarden Nutzer zu managen.

Die eigentliche Disruption liegt nicht im Browser, sondern in der KI-Suche selbst: Wenn Nutzer konkrete Antworten statt Weblinks bevorzugen, bricht Googles Werbemodell zusammen – ganz ohne Chrome-Übernahme. Für Investoren ist Perplexity dennoch interessant: Entweder als eigenständiger Player oder als lukratives Übernahmeziel für Tech-Giganten.

Häufig gestellte Fragen

  • Könnte Perplexity tatsächlich Chrome übernehmen?
    Die Wahrscheinlichkeit ist gering. Selbst bei einer gerichtlichen Verkaufsanordnung würde Google alle Rechtsmittel ausschöpfen. Zudem müsste Perplexity beweisen, dass es die technische und organisatorische Kapazität hat, einen Browser mit 3,5 Milliarden Nutzern zu betreiben.
  • Welche Auswirkungen hätte eine Chrome-Übernahme auf den Suchmaschinenmarkt?
    Eine Übernahme würde die Marktdynamik fundamental verändern. Perplexity könnte seine KI-Suche als Alternative zu Google positionieren und den Zugang zu Milliarden Nutzern erhalten. Für Werbetreibende entstünden neue Optionen jenseits des Google-Ökosystems.
  • Ist die KI-gestützte Suche von Perplexity eine ernsthafte Alternative zu Google?
    Aktuell noch nicht. Während Perplexitys KI direkte Antworten statt Linksammlungen liefert, fehlt ihr die Datenbreite und Präzision von Google. Für spezifische Informationssuchen bietet sie jedoch bereits jetzt Vorteile durch kontextuelles Verständnis und natürlichsprachliche Interaktion.
  • Was bedeutet der mögliche Deal für Investoren im Tech-Sektor?
    Investoren sollten den KI-Suchmarkt genau beobachten. Perplexitys aggressive Strategie könnte entweder zu einer Marktumwälzung führen oder das Unternehmen zum attraktiven Übernahmeziel machen. Die Bewertung von 18 Milliarden Dollar zeigt das enorme Potenzial, das Risikokapitalgeber in KI-gestützter Suche sehen.
  • Welche technischen Herausforderungen müsste Perplexity bei einer Chrome-Übernahme bewältigen?
    Die größte Herausforderung wäre die Skalierung der Infrastruktur. Chrome benötigt massive Serverkapazitäten für Updates, Synchronisierung und Sicherheitspatches. Zudem müsste Perplexity das Chromium-Projekt weiterentwickeln, zu dem Google bisher 94 Prozent des Codes beiträgt.

Quellen: „Welt“, „heise.de“, „n-tv.de“

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