Tech & Trends Eine Milliarde Nutzer, kein Business: OpenAIs Geldproblem eskaliert

Eine Milliarde Nutzer, kein Business: OpenAIs Geldproblem eskaliert

ChatGPT hat über eine Milliarde Nutzer, aber 95 Prozent zahlen nichts. Während OpenAI 8 Milliarden Dollar pro Jahr verbrennt, warnen Analysten: In 18 Monaten könnte das Geld aus sein.

OpenAI steht vor einem fundamentalen Problem: Das Unternehmen hat die bekannteste KI der Welt entwickelt, aber keine Ahnung, wie es damit Geld verdienen soll. Während ChatGPT monatlich über eine Milliarde Menschen nutzen, zahlen gerade mal fünf Prozent für den Service.

Gleichzeitig verbrennt das Unternehmen 8 Milliarden Dollar pro Jahr – Tendenz steigend. Bis 2028 könnten die Verluste auf 40 Milliarden Dollar anwachsen, warnt Moroccoworldnews. Wall Street fragt sich zunehmend: Ist das noch ein Geschäftsmodell oder nur teures Wunschdenken?

Die Rechnung geht nicht auf

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache. OpenAI steigerte seine Rechenleistung zwischen 2023 und 2025 um das 9,5-fache – von 0,2 auf 1,9 Gigawatt. Der Umsatz wuchs parallel von 2 auf 20 Milliarden Dollar. CFO Sarah Friar verkauft das als Erfolgsformel: Mehr ausgeben bedeute automatisch mehr einnehmen. Eine gewagte These, die jeden Banker nervös machen dürfte.

Denn während die Kosten explodieren, bleibt die Zahlungsbereitschaft der Nutzer minimal. Von 800 Millionen ChatGPT-Nutzern zahlen nur 40 Millionen ein Abo – der Rest nutzt die Gratis-Version. HSBC hat nachgerechnet: Selbst wenn OpenAI bis 2030 drei Milliarden Nutzer erreicht und die Abo-Quote auf zehn Prozent steigert, bräuchte das Unternehmen zusätzliche 207 Milliarden Dollar Finanzierung. Zum Vergleich: Die größte Finanzierungsrunde der Geschichte brachte OpenAI im März 2025 gerade mal 40 Milliarden Dollar ein. Die Lücke zwischen Ambition und Realität wird größer statt kleiner.

Tech-Giganten haben einen unfairen Vorteil

Während OpenAI verzweifelt nach Profitabilität sucht, können Google, Microsoft und Meta entspannt zusehen. Sie finanzieren ihre KI-Entwicklung aus bestehenden Cashflows – Suchmaschinen, Cloud-Dienste, Social Media. OpenAI fehlt dieser Luxus komplett. Das Unternehmen hat nur ChatGPT und die vage Hoffnung auf neue Geschäftsmodelle in Gesundheit, Wissenschaft oder Finanzdienstleistungen, so Theregister.

Sebastian Mallaby vom Council on Foreign Relations prognostiziert OpenAI maximal noch 18 Monate Überlebenszeit. Danach drohe die Übernahme durch Microsoft, Amazon oder einen anderen kapitalstarken Konzern. Ein Venture-Capital-Manager vergleicht die Situation mit WeWork: Das ist die WeWork-Story auf Steroiden. Die Coworking-Firma kollabierte 2023 nach Jahren des Geldverbrennens – OpenAI könnte dasselbe Schicksal drohen.

Die Wirtschaft hängt am KI-Tropf

Die Dimension des Problems reicht weit über OpenAI hinaus. KI-Investitionen machten 2025 laut Futurism 40 Prozent des US-Wirtschaftswachstums und 80 Prozent der Aktiengewinne aus. Der Internationale Währungsfonds warnt vor einer Marktkorrektur, falls die Produktivitätsversprechen der KI-Industrie nicht eingelöst werden. Pierre-Olivier Gourinchas, Chefökonom des IMF, sieht „Gründe zur Besorgnis“ – diplomatisch ausgedrückt für: Das könnte richtig übel werden.

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