Tech & Trends Fords 20-Milliarden-Wette gegen den E-Auto-Hype

Fords 20-Milliarden-Wette gegen den E-Auto-Hype

Ford vollzieht radikale Kehrtwende bei seiner E-Strategie: Der US-Autobauer streicht den elektrischen F-150 Lightning und schreibt 19,5 Milliarden Dollar ab. Stattdessen: Fokus auf Verbrenner und Hybride.

Ford setzt auf Verbrenner, während die Branche vom E-Auto-Boom träumt. Der US-Konzern kappt seine Elektro-Offensive radikal und nimmt dafür eine Mega-Abschreibung von 19,5 Milliarden Dollar in Kauf. Laut „Welt“ stellt Ford gleich mehrere E-Modelle ein – allen voran den elektrischen Pick-up F-150 Lightning, der 2022 mit großen Hoffnungen gestartet war.

Verbrenner statt Elektro-Träume

„Anstatt weitere Milliarden für große E-Autos auszugeben, für die es keinen Weg zur Profitabilität gibt, investieren wir dieses Geld in Bereiche mit höheren Renditen“, erklärt Andrew Frick, Leiter des Ford-Geschäftsbereichs für Verbrenner und E-Autos laut „Welt“.

Die Entscheidung fällt in eine Zeit, in der die E-Auto-Verkäufe in den USA massiv eingebrochen sind. So fielen die Verkäufe von Elektrofahrzeugen im November um etwa 40 Prozent, nachdem am 30. September die langjährige Steuergutschrift von 7500 Dollar ausgelaufen war.

Teure Kehrtwende mit klarer Strategie

Die Kosten der Neuausrichtung sind gewaltig: Von den 19,5 Milliarden Dollar Abschreibung entfallen etwa 8,5 Milliarden auf gestrichene E-Auto-Modelle und rund sechs Milliarden auf die Auflösung eines Batterie-Joint-Ventures mit dem südkoreanischen Partner SK On. Ford setzt künftig verstärkt auf Hybrid-Technologie – der F-150 soll mit einem Range Extender ausgestattet werden, einem benzinbetriebenen Generator, der die Batterie auflädt, wie „deutschlandfunk.de“ meldet.

Die Neuausrichtung spiegelt auch die veränderte politische Landschaft wider. Die Trump-Regierung hat die staatliche Förderung für E-Autos gestrichen und Abgasvorschriften gelockert, was den Markt zusätzlich unter Druck setzt. Während Ford kurzfristig Mitarbeiter in einem Batteriewerk entlassen muss, plant der Konzern langfristig Tausende neue Jobs für die Produktion von Verbrenner- und Hybridmodellen, berichtet „n-tv.de“.

Business Punk Check

Fords Rückzieher ist mehr als nur ein Strategiewechsel – es ist ein Weckruf für die gesamte Branche. Die E-Auto-Euphorie trifft auf Marktrealität: ohne staatliche Subventionen bricht die Nachfrage dramatisch ein. Was wir hier sehen, ist kein Bekenntnis zum Verbrenner, sondern knallharte Profitmaximierung. Ford hat erkannt, was andere noch leugnen: Die Transformation zur E-Mobilität wird länger dauern und teurer werden als gedacht.

Besonders aufschlussreich: Ford setzt nicht auf kompletten Rückschritt, sondern auf Hybridtechnologie als Brücke. Der Konzern zeigt, dass Wirtschaftlichkeit über Ideologie steht – eine Lektion, die europäische Autobauer mit ihren ambitionierten E-Auto-Zielen noch lernen müssen. Die 19,5-Milliarden-Abschreibung ist der Preis für strategische Flexibilität in volatilen Zeiten.

Häufig gestellte Fragen

  • Bedeutet Fords Entscheidung das Ende der E-Mobilität in den USA?
    Nein, aber sie zeigt, dass der Markt ohne staatliche Subventionen noch nicht reif ist. Ford plant weiterhin kleinere, günstigere E-Modelle ab 2027, setzt aber kurzfristig auf profitablere Hybrid-Technologien als Übergangsphase.
  • Welche Auswirkungen hat Fords Strategiewechsel auf europäische Autohersteller?
    Europäische Hersteller sollten ihre Abhängigkeit von staatlichen Förderungen kritisch überprüfen und flexiblere Technologie-Strategien entwickeln. Der Druck, schnell profitabel zu werden, wird auch in Europa zunehmen.
  • Ist die Hybrid-Technologie nur ein Rückschritt oder eine sinnvolle Übergangslösung?
    Hybride bieten aktuell den besten Kompromiss aus Wirtschaftlichkeit und Umweltfreundlichkeit. Sie ermöglichen Herstellern Profitabilität, während die E-Infrastruktur und Batterietechnologie weiterentwickelt werden.
  • Welche Branchen profitieren von Fords Strategiewechsel?
    Zulieferer für Verbrennungsmotoren und Hybridtechnologie erhalten eine Atempause. Auch Unternehmen im Bereich der Kraftstoffeffizienz und kompakter Batteriesysteme dürften zu den Gewinnern zählen.

Quellen: „deutschlandfunk.de“, „Welt“, „n-tv.de“

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