Tech & Trends Huawei: Nvidias heimlicher Albtraum aus China

Huawei: Nvidias heimlicher Albtraum aus China

Während chinesische KI-Chip-Startups Milliarden einsammeln, baut Huawei im Verborgenen die wahre Nvidia-Alternative. Mit seinem kompletten Technologie-Stack könnte der Konzern bald 50 Prozent des heimischen KI-Chip-Marktes kontrollieren.

Chinas KI-Chip-Markt erlebt einen beispiellosen Boom. Milliardenbeträge fließen in Börsenneulinge, doch der wahre Champion im Wettlauf um die chinesische Nvidia-Alternative versteckt sich abseits der Börsenparkett-Scheinwerfer.

Während Moore Threads am 5. Dezember über eine Milliarde Dollar einsammelte und MetaX am 17. Dezember mit fast 600 Millionen Dollar folgte, arbeitet Huawei mit seiner Chip-Einheit HiSilicon im Verborgenen an der Marktführerschaft. Laut „wallstreet-online.de“ denkt der Technologieriese derzeit nicht an einen Börsengang – und hat das offenbar auch nicht nötig.

Der entscheidende Vorteil: Mehr als nur Chips

Was Huawei von den Börsen-Newcomern unterscheidet, ist der ganzheitliche Ansatz. Der Stack umfasst Chip-Design, Datenzentren und Softwareentwicklung. Mit Systemen wie dem AI CloudMatrix 384, das zahlreiche Ascend-Chips koppelt, konnte Huawei auf einigen Leistungskennzahlen sogar führende Nvidia-Systeme übertreffen.

Wei Sun, Analyst bei Counterpoint, bestätigt: Huawei liege auf dem chinesischen Markt für KI-Prozessoren und GPUs vor anderen Nvidia-Alternativen – nicht wegen einzelner Chips, sondern wegen des kompletten Technologie-Stacks. Auch die Software-Plattform CANN positioniert sich als direkte Konkurrenz zu Nvidias CUDA-Ökosystem. Diese Kombination aus Hardware und Software schafft ein Gesamtpaket, das den chinesischen Markt unabhängiger von US-Technologien machen könnte.

Marktmacht trotz Produktionsengpässen

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Huawei und Nvidia teilen sich laut Bernstein-Analysten etwa 40 Prozent des chinesischen KI-Prozessor-Marktes. Durch die US-Exportrestriktionen könnte Nvidias Anteil auf acht Prozent sinken, während Huawei bis zu 50 Prozent erreichen könnte, wie „Handelsblatt“ berichtet. Kleinere Anbieter wie Cambricon (neun Prozent) oder Börsen-Newcomer MetaX bleiben weit abgeschlagen. Die Produktionskapazitäten stellen jedoch eine ernsthafte Herausforderung dar.

Anders als Nvidia, das seine Designs von TSMC fertigen lässt, sind chinesische Entwickler auf SMIC angewiesen. Hier genießt Huawei offenbar Priorität. Paul Triolo von der DGA Group erklärt laut „wallstreet-online.de“: „Die Situation bei SMIC, wo Huawei wahrscheinlich auf Anweisung der Industrieplanungsbehörden Vorrang eingeräumt wird, lässt anderen führenden GPU-Herstellern wie Biren, MetaX oder Illuvatar kaum Spielraum.“.

Warum Huawei die Börse meidet

Trotz seiner Marktdominanz verzichtet Huawei bewusst auf einen Börsengang. Gründer Ren Zhengfei bevorzugt die interne Kontrolle über alle Geschäftsbereiche, statt sich den Anforderungen von Aktionären zu unterwerfen. „Bislang gab es angesichts des Erfolgs von Huaweis Telekommunikations- und Smartphone-Geschäft keine Probleme mit den Einnahmen und der Finanzierung von Forschung und Entwicklung“, so Triolo laut „wallstreet-online.de“. Ein Luxus, den die Börsen-Newcomer nicht genießen. Parallel verschärft sich der Chip-Konflikt zwischen den USA und China.

Die US-Regierung hat kürzlich Zölle in Höhe von 25 Prozent auf bestimmte Computerchips verhängt. Wie „tagesschau.de“ berichtet, begründet die Trump-Administration diesen Schritt mit nationaler Sicherheit und dem Ziel, die Abhängigkeit von ausländischen Herstellern zu verringern. China reagiert mit eigenen Maßnahmen. Laut Reuters plant die chinesische Regierung ein Importverbot auf Hochleistungschips aus den USA – was Huaweis Position weiter stärken dürfte. Die chinesischen Behörden genehmigen den Import von Nvidias H200-Chips nur noch unter besonderen Umständen, etwa für Forschungsinstitute oder Universitäten, wie „tagesschau.de“ berichtet.

Business Punk Check

Der Hype um chinesische KI-Chip-Börsenneulinge ist größtenteils heiße Luft. Die wahre Macht liegt bei Huawei, das systematisch ein komplettes Ökosystem aufbaut, während die Börsen-Darlings um Produktionskapazitäten betteln müssen. Die Milliardeninvestitionen in Moore Threads und Co. könnten sich als riskante Wetten entpuppen, sobald die IPO-Mittel aufgebraucht sind.

Der eigentliche Tech-Krieg findet nicht an der Börse statt, sondern in den Produktionsanlagen von SMIC, wo Huawei bevorzugt behandelt wird. Für westliche Tech-Investoren bedeutet das: Finger weg von chinesischen Chip-IPOs, solange diese keinen garantierten Zugang zu Produktionskapazitäten nachweisen können. Die wahre Disruption kommt nicht von den Börsenstars, sondern vom staatlich protegierten Huawei-Imperium.

Häufig gestellte Fragen zu Huawei und chinesischen KI-Chips

Warum sind Huaweis KI-Chips eine ernsthafte Konkurrenz für Nvidia?

Anders als die Börsen-Newcomer hat Huawei einen kompletten Technologie-Stack entwickelt – von Chip-Design über Datenzentren bis zur Software-Plattform CANN. Diese Kombination macht das Unternehmen unabhängiger von US-Technologien und ermöglicht in einigen Leistungsbereichen sogar bessere Performance als Nvidia-Systeme.

Welche Hürden müssen chinesische KI-Chip-Startups überwinden?

Der kritischste Engpass ist der Zugang zu Produktionskapazitäten. Da Huawei bei SMIC Priorität genießt, müssen andere Anbieter wie Moore Threads oder MetaX mit begrenzten Fertigungskapazitäten auskommen. Sobald die IPO-Mittel aufgebraucht sind, könnte dies existenzbedrohend werden.

Wie wirken sich die US-Handelsbeschränkungen auf den chinesischen KI-Chip-Markt aus?

Die 25-prozentigen Zölle und Exportbeschränkungen beschleunigen Chinas Streben nach technologischer Unabhängigkeit. Nvidias Marktanteil könnte von 20 auf 8 Prozent sinken, während Huawei bis zu 50 Prozent erreichen könnte. Dies schafft ein Vakuum, das chinesische Anbieter füllen müssen.

Sollten Investoren in chinesische KI-Chip-IPOs einsteigen?

Vorsicht ist geboten. Investoren sollten genau prüfen, ob die Unternehmen gesicherten Zugang zu Produktionskapazitäten haben. Ohne diesen könnten die Milliarden-Bewertungen schnell zusammenbrechen, sobald die IPO-Mittel aufgebraucht sind und die Massenproduktion ansteht.

Was macht Huaweis Geschäftsmodell im KI-Chip-Bereich so widerstandsfähig?

Huawei profitiert von stabilen Einnahmen aus dem Telekommunikations- und Smartphone-Geschäft, staatlicher Unterstützung und bevorzugtem Zugang zu Produktionskapazitäten. Diese Kombination ermöglicht langfristige F&E-Investitionen ohne Druck von Aktionären – ein entscheidender Vorteil gegenüber börsennotierten Wettbewerbern.

Quellen: „wallstreet-online.de“, „tagesschau.de“, „Handelsblatt“

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