Tech & Trends Irre: KI-Kuscheltiere boomen in China – „Fuzozo“ pusht Umsatz um 1.600 %

Irre: KI-Kuscheltiere boomen in China – „Fuzozo“ pusht Umsatz um 1.600 %

China erlebt einen absurden KI-Spielzeug-Hype: 1.600 Prozent Umsatzwachstum in einem Jahr. Kuscheltiere wie Fuzozo verkaufen sich wie verrückt – und werfen unbequeme Fragen zu Datenschutz und digitaler Abhängigkeit auf.

China dreht durch – zumindest wenn es um KI-Kuscheltiere geht. Während hierzulande noch über Chatbots diskutiert wird, explodiert in Fernost ein Markt, den niemand auf dem Schirm hatte: digitale Begleiter zum Knuddeln. Die Zahlen klingen absurd: 1.600 Prozent Umsatzplus bei smarten Spielzeugen innerhalb eines Jahres. Über 80 Prozent der 60 beteiligten Unternehmen kommen aus China selbst. Das ist kein Nischentrend mehr – das ist ein Milliardenmarkt, der gerade erst Fahrt aufnimmt.

Wenn Plüschtiere atmen lernen

Das Vorzeigeobjekt dieser Bewegung heißt Fuzozo – ein Kuscheltier aus Shanghai, das beim Double 11 Shopping-Event zu den Top-Sellern gehörte. Entwickelt von Robopoet, zielt das Ding auf Kinder und junge Erwachsene ab, die offenbar nach digitaler Nähe hungern. Noch einen Schritt weiter geht Sweekar, das erste KI-Haustier, das tatsächlich physisch wächst.

Die Shenzhen-Firma Takway.AI hat einen handtellergroßen Begleiter entwickelt, der verschiedene Lebensphasen durchläuft, sich warm anfühlt und zu atmen scheint. „Dieses physische Wachstum verläuft synchron mit der emotionalen Entwicklung des KI-Begleiters“, erklärt Takway-Chef Irving Gao laut Thenews. Kostenpunkt: 150 bis 200 Dollar.

Emotionale Bindung als Geschäftsmodell

Was hier passiert, ist mehr als nur Tech-Spielerei. Diese Geräte lernen Nutzergewohnheiten, bauen langfristige emotionale Verbindungen auf und werden zum digitalen Vertrauten. Analyst Jiang Han von Pangoal sieht in KI-gestützten Spielzeugen ein klares Potenzial als neuen Konsumtreiber.

Die Zielgruppe reicht von Kindern bis zu jungen Erwachsenen – eine Generation, die mit Smartphones aufgewachsen ist und digitale Interaktion als selbstverständlich betrachtet. Der Markt für emotionale KI boomt, weil er eine tiefe Verbindung zu Nutzern herstellt, die sich nach Zugehörigkeit sehnen.

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