Tech & Trends KI-Investitionen explodieren: Was Microsoft, Meta und Google jetzt riskieren

KI-Investitionen explodieren: Was Microsoft, Meta und Google jetzt riskieren

Meta, Microsoft & Co. investieren über 500 Milliarden Dollar in KI-Infrastruktur. Die wendigen Tech-Firmen mutieren zu kapitalintensiven Industriekolossen. Was das für Anleger bedeutet – und warum die Garagen-Ära endgültig vorbei ist.

Die Garage ist tot. Lange Zeit war sie das Symbol für den Tech-Erfolg: Jeff Bezos, Steve Jobs, die Google-Gründer – alle starteten in einem Schuppen. Das Erfolgsrezept: wenig Kapital, viel Code, astronomische Renditen. Diese Ära ist vorbei. Die Tech-Giganten verwandeln sich gerade in das, was sie nie sein wollten: kapitalfressende Industriemonster.

Microsoft, Meta, Alphabet, Amazon und Apple haben ihre Investitionen in den letzten zehn Jahren verzehnfacht. Allein 2024 flossen über 400 Milliarden Dollar in Datenzentren, Chips und Energieversorgung. 2025 sollen es 500 Milliarden werden, 2026 über 600 Milliarden. Zum Vergleich: Das entspricht dem Investitionsniveau von Ölkonzernen und Energieversorgern – zwei der kapitalintensivsten Branchen überhaupt.

Die Zahlen, die Meta und Microsoft kürzlich vorlegten, bestätigen den Trend. Microsoft steigerte seinen Gewinn im vierten Quartal um 60 Prozent auf 38,5 Milliarden Dollar. Die Investitionsausgaben explodierten um 66 Prozent auf 37,5 Milliarden Dollar – fast ausschließlich für KI- und Cloud-Infrastruktur. Meta meldete einen Quartalsgewinn von 22,8 Milliarden Dollar, die Investitionsausgaben lagen bei 22,14 Milliarden Dollar. Für 2025 plant Meta Ausgaben zwischen 115 und 135 Milliarden Dollar.

Vom Software-Dealer zum Infrastruktur-Sklaven

Was sich in Zahlen trocken liest, bedeutet einen fundamentalen Wandel. Vor zehn Jahren investierten die Tech-Konzerne sieben Dollar von 100 Dollar Umsatz. Heute sind es 20 Dollar. Die Firmen ähneln damit AT&T zur Jahrtausendwende, als der Telekomriese Milliarden in Breitband- und Mobilfunknetze pumpte.

Der Grund: Künstliche Intelligenz. Jede KI-Abfrage verursacht erhebliche Kosten – für Rechenleistung, Speicher, Energie. Früher ließen sich neue Nutzer mit ein paar Werbe-Dollars gewinnen. Heute müssen die Konzerne Datenzentren in generalstabsmäßiger Geschwindigkeit hochziehen. Google kauft Energiefirmen, um den Strombedarf zu decken. Nvidia verkauft Hochleistungschips schneller als die Fabriken produzieren können.

Yie-Hsin Hung, Chefin von State Street Investment Managers, bringt es auf den Punkt: „Im Vergleich zu den sehr überschaubaren Kosten für die Bereitstellung von Software verursacht heute jede KI-Abfrage erhebliche zusätzliche Kosten.“ Die Investoren haben dafür zwei Begriffe gefunden: Die Firmen sind nicht mehr capital-light, sondern asset-heavy. Aus wendigen Digitalfirmen werden Industriekolosse.

Seite 1 / 2
Nächste Seite

Das könnte dich auch interessieren