Tech & Trends KI statt Rentenberater: Algorithmen erobern die Altersvorsorge

KI statt Rentenberater: Algorithmen erobern die Altersvorsorge

Mehr als die Hälfte der Deutschen ohne Rentenbezug würde KI bei der Altersvorsorge vertrauen. Die digitale Revolution erreicht einen der sensibelsten Finanzbereiche – mit Chancen und Risiken.

Die gesetzliche Rente wird nicht reichen. Diese ernüchternde Erkenntnis treibt besonders junge Erwachsene um. Während Finanzberater jahrzehntelang als Gatekeeper für Altersvorsorge-Wissen fungierten, zeichnet sich jetzt ein radikaler Wandel ab: Künstliche Intelligenz drängt in die Rentenberatung. Laut einer aktuellen Bitkom-Umfrage steht mehr als die Hälfte der Deutschen, die noch nicht im Ruhestand sind, einer KI-Beratung zur Altersvorsorge offen gegenüber. Ein Paradigmenwechsel, der das Potenzial hat, den gesamten Finanzberatungssektor umzukrempeln.

Digitale Panik: Junge Generation fürchtet Altersarmut

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Zwei Drittel der Deutschen glauben nicht, dass ihre gesetzliche Rente im Alter ausreichen wird, wie laut „t3n“ eine Civey-Umfrage im Auftrag des Gesamtverbands der Versicherer zeigt. Bei jungen Erwachsenen ist die Skepsis noch ausgeprägter – nur 18 Prozent vertrauen darauf, dass die staatliche Rente ihre späteren Lebenshaltungskosten decken wird.

Diese Verunsicherung trifft auf ein komplexes System, das selbst Experten herausfordert. Kein Wunder also, dass laut „t3n“ 65 Prozent der Deutschen eine einfache digitale Übersicht über alle Ruhestandseinkünfte wünschen. Unter denjenigen, die noch keine Rente beziehen, liegt dieser Wert sogar bei 77 Prozent. Die Sehnsucht nach Transparenz ist enorm.

Algorithmen statt Anzugträger: KI revolutioniert die Rentenberatung

Der Ruf nach digitalen Lösungen wird lauter. Konkret wollen 42 Prozent der Deutschen KI-Beratung zur Altersvorsorge nutzen, wie „t3n“ berichtet. Bei Menschen ohne Rentenbezug steigt dieser Wert auf 53 Prozent. Gleichzeitig geben 45 Prozent der Befragten an, dass Altersvorsorgeprodukte so komplex sind, dass sie diese nicht ohne Hilfe digital abschließen könnten.

„Viele Menschen wissen nicht, welche Ansprüche sie im Alter haben. Dabei sind fundierte Entscheidungen über die Vorsorge wichtiger denn je. Digitale Angebote können hier Transparenz schaffen und die individuelle Finanzplanung erleichtern“, erklärt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder laut „t3n“. Die Technologie bietet entscheidende Vorteile: Während menschliche Berater oft eigene Produkte pushen, kann KI theoretisch neutraler agieren. Prof. Dr. David Streich von der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der KU untersucht laut „echo24″ genau dieses Potenzial: „Im Gegensatz zu menschlichen Anlegern können KIs große Mengen unstrukturierter, für den Kapitalmarkt relevanter Informationen verarbeiten und in eine Anlagestrategie übersetzen“.

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