Tech & Trends Milliarden-Boost: Musk kauft Macht und macht Tesla zum Robotik-Player

Milliarden-Boost: Musk kauft Macht und macht Tesla zum Robotik-Player

Elon Musk kauft Tesla-Aktien für eine Milliarde Dollar und könnte zum ersten Billionär der Welt werden. Doch hinter dem Deal steckt mehr: Die komplette Transformation des E-Auto-Pioniers in einen KI- und Robotik-Konzern.

Eine Milliarde Dollar für mehr Macht – Elon Musk greift tief in die Tasche und kaufte am 12. September Tesla-Aktien im Wert von rund einer Milliarde Dollar. Der Aktienkurs reagiert prompt mit einem Sprung von rund acht Prozent.

Doch der spektakuläre Zukauf ist mehr als nur ein Vertrauensbeweis in das eigene Unternehmen. Er markiert einen entscheidenden Schritt in Musks Plan, Tesla vom E-Auto-Hersteller zum Robotik- und KI-Imperium umzubauen. Laut „FAZ“ könnte dieser strategische Schachzug Musk zum ersten Billionär der Weltgeschichte machen.

Die Macht-Frage: Von 12 auf 25 Prozent

Der Tech-Unternehmer erhöht mit dem Kauf von 2,57 Millionen Aktien seinen Anteil an Tesla deutlich. „Ich fühle mich nicht wohl dabei, Tesla zu einem führenden Konzern in den Bereichen KI und Robotik auszubauen, ohne über 25 Prozent der Stimmrechte zu verfügen“, hatte Musk bereits im Januar 2024 auf seiner Plattform X geschrieben.

Wie „Spiegel“ berichtet, besaß er bislang nur zwölf Prozent – „genug, um einflussreich zu sein, aber nicht genug, nicht überstimmt oder gestürzt werden zu können.“ Der Verwaltungsrat unter Vorsitz von Robyn Denholm unterstützt Musks Machtausbau. Die Begründung laut „Süddeutsche Zeitung“: Der Konzern müsse seinen vielbeschäftigten Chef motivieren, sich angesichts seiner zahlreichen anderen Interessen – SpaceX, X, xAI – wieder stärker auf Tesla zu konzentrieren.

Vom E-Auto zum „nachhaltigen Überfluss“

Musks Vision für Tesla geht weit über Elektroautos hinaus. „Nachhaltiger Überfluss“ nennt er sein Konzept, bei dem Tesla nicht nur E-Autos produzieren soll, die durch autonomes Fahren zu Robotaxis werden, sondern vor allem Roboter, die als Alltagshelfer und Fabrikarbeiter fungieren. „Es geht darum, Technologie zu nutzen, um eine Welt zu schaffen, in der Waren und Dienstleistungen im Überfluss produziert werden“, erklärte Denholm laut „Süddeutsche Zeitung“. Diese Neuausrichtung kommt zu einem kritischen Zeitpunkt.

Der E-Auto-Marktanteil von Tesla in den USA ist von einst über 80 Prozent auf nur noch 38 Prozent gesunken. Im zweiten Quartal lieferte der Konzern 13,5 Prozent weniger Fahrzeuge aus als im Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig hat der chinesische Konkurrent BYD Tesla als weltweit größten E-Auto-Produzenten überholt.

Das Billionen-Paket

Im November stimmen die Tesla-Aktionäre über ein neues Vergütungspaket für Musk ab. Die Bedingungen haben es in sich: Der Börsenwert muss binnen zehn Jahren von aktuell 1,3 auf 8,5 Billionen Dollar steigen. Weitere Meilensteine laut „FAZ“: eine Million Robotaxis und eine Million Roboter ausliefern sowie eine Vervielfachung des Gewinns.

Einige der Ziele wirken seltsam niedrig angesetzt: Bis 2035 muss Tesla jährlich durchschnittlich 1,2 Millionen Autos verkaufen – 2023 waren es bereits 1,8 Millionen. „Er kriegt nichts, wenn er die Ziele nicht erreicht“, betont Denholm. Die Stimmrechte von 25 Prozent erhält Musk allerdings schon jetzt.

Business Punk Check

Der wahre Deal bei Musks Milliarden-Einkauf ist nicht das Geld, sondern die Macht. Mit 25 Prozent Stimmrechten kann er Tesla nach seinen Vorstellungen umbauen – weg vom reinen E-Auto-Hersteller, hin zum Robotik- und KI-Konzern. Die Realität zeigt: Tesla verliert im Kerngeschäft Marktanteile und wird von BYD überholt.

Die Flucht nach vorn in Robotik und KI ist strategisch clever, aber riskant. Während etablierte Autobauer wie VW und Mercedes ihre E-Auto-Strategien zurückfahren, setzt Musk auf eine völlig neue Vision. Für Investoren bedeutet das: Wer Tesla-Aktien kauft, investiert nicht mehr in einen E-Auto-Pionier, sondern in Musks Vision einer KI- und Robotik-Zukunft – mit allen Chancen und Risiken.

Häufig gestellte Fragen

  • Warum wandelt Musk Tesla vom E-Auto-Hersteller zum Robotik-Konzern um?
    Tesla verliert im E-Auto-Segment Marktanteile und wurde von BYD als größter E-Auto-Produzent überholt. Die Transformation zu Robotik und KI öffnet neue Wachstumsmärkte jenseits des zunehmend umkämpften E-Auto-Marktes.
  • Was bedeutet Musks Aktienkauf für Tesla-Investoren?
    Investoren müssen verstehen, dass sie nicht mehr in einen reinen E-Auto-Hersteller investieren, sondern in ein Technologieunternehmen mit Fokus auf autonomes Fahren, Robotik und KI. Das Risikoprofil ändert sich damit grundlegend.
  • Wie realistisch ist Musks Vision vom „nachhaltigen Überfluss“?
    Die Vision einer Welt mit Robotaxis und Haushaltsrobotern ist technologisch noch Jahre entfernt. Während die Grundtechnologien existieren, stehen regulatorische Hürden und technische Herausforderungen der kurzfristigen Umsetzung im Weg.
  • Kann Tesla gleichzeitig im E-Auto-Markt bestehen und die Transformation zum Robotik-Konzern schaffen?
    Diese Doppelstrategie ist Teslas größte Herausforderung. Der Erfolg hängt davon ab, ob das Unternehmen genügend Ressourcen für beide Bereiche mobilisieren kann, während Konkurrenten wie BYD im Kerngeschäft und Technologieunternehmen im KI-Bereich massiv investieren.

Quellen: „Spiegel“, „FAZ“, „Süddeutsche Zeitung“

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