Tech & Trends Musk schmeißt die Oldies raus: Tesla killt Model S und X

Musk schmeißt die Oldies raus: Tesla killt Model S und X

Elon Musk hat den Stecker gezogen – und zwar ohne Sentimentalität. Model S und Model X gehen in Rente, Produktion endet nächstes Quartal. Statt Luxus-Limousinen gibt’s Roboter und Autonomie-Fantasien aus Fremont. Willkommen im nächsten Tesla-Level: weniger Auto, mehr Zukunftsversprechen.

Es war kein Leak, kein Gerücht, kein Analysten-Geflüster. Elon Musk hat es selbst gesagt – trocken, fast beiläufig: Model S und Model X sind Geschichte. Produktion endet im nächsten Quartal, die Linie in Fremont wird freigeräumt. Offiziell nennt Musk das einen „ehrenhaften Abschied“. In Klartext heißt das: Die Oldies stehen der neuen Tesla-Erzählung im Weg. Statt Premium-EVs sollen dort künftig Optimus-Roboter gebaut werden. Autos waren gestern, Autonomie ist morgen. Wer noch ein S oder X will, soll jetzt bestellen. Besitzer:innen beruhigt Tesla: Service und Ersatzteile bleiben. Emotionaler Trost, wirtschaftlich irrelevant.

Model S: Der OG, der Tesla groß gemacht hat

Das Model S war 2012 Teslas Durchbruch. Erstes echtes Massen-EV des Unternehmens, riesige Batterie im Fahrzeugboden, schick genug für Manager, schnell genug für Nerds. MotorTrend „Car of the Year“, später „Ludicrous Mode“, 0–60 mph unter drei Sekunden – Marketing brauchte Tesla damals nicht, das Auto erledigte alles selbst.

Doch mit dem Erfolg kamen die eigenen Killer: Model 3 und Model Y. Günstiger, effizienter, skalierbarer. Musk sagte schon 2019, das S sei „sentimental, aber nicht zukunftsentscheidend“. Jetzt ist endgültig Schluss. Der OG darf gehen.

Model X: Luxus, Türen, Kopfschmerzen

Das Model X sollte Teslas Premium-SUV sein – und wurde zum Dauertest für Musks Geduld. Die Falcon-Wing-Türen sahen spektakulär aus, machten die Produktion aber zur Hölle. Musk selbst nannte das Auto später ein „Fabergé-Ei“: teuer, empfindlich, fehleranfällig. Qualitätsprobleme, langsamer Ramp-up, ein missglückter Refresh. Das X verkaufte sich nie schlecht, aber auch nie gut genug. Während Model 3 und Y die Massen bedienten, blieb das X ein Nischenprodukt mit zu viel Aufwand und zu wenig Skalierung.

Cybertruck, Autonomy und der große Shift

Lange kaschierten Model S und X schwache Zahlen im Segment „Other Models“. Doch mit dem Cybertruck ist auch diese Tarnung überflüssig. Der Pickup bleibt zwar hinter den großen Versprechen zurück, passt aber besser in Musks Zukunftsnarrativ: radikal, polarisierend, autonomiefähig. Der eigentliche Fokus liegt längst woanders. Autonomes Fahren, KI, Roboter. Autos sind für Musk Mittel zum Zweck – Datenlieferanten auf Rädern. Luxus-Limousinen ohne Skalierung? Dafür ist im neuen Tesla kein Platz mehr.

Kein Platz für Nostalgie

Mit dem Aus von Model S und X streicht Tesla seine Vergangenheit aus dem Produktionsplan. Was bleibt, sind Volumenmodelle, Zukunftsprojekte und sehr große Versprechen. Musk baut nicht mehr für Autokäufer:innen, sondern für Investorenfantasien. Die Botschaft ist klar: Wer nicht skalierbar ist, fliegt raus – egal, wie ikonisch er war.

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