let's techle it · autonomes Fahren

Musks FSD-Frust: Warum niemand Teslas Autopilot will

Elon Musk
Shutterstock Elon Musk
Erschienen
Lesezeit4 Min · 788 Wörter
Seite1 / 2

Elon Musk bietet Teslas Full Self-Driving allen Herstellern an – doch niemand greift zu. Während Tesla mit Klagen und sinkenden Einnahmen kämpft, setzen Toyota und Lucid auf andere Partner.

Elon Musk steht vor einem Rätsel: Er bietet der Autoindustrie Teslas Full Self-Driving-Technologie an, warnt vor dem Untergang ohne autonomes Fahren – und erntet nur Desinteresse. Auf X beschwert sich der Tesla-Chef über die Konkurrenz, die seine Lizenzangebote ignoriert. Selbst wenn sich traditionelle Hersteller melden, gehe es nur um Mini-Programme in ferner Zukunft mit unrealistischen Anforderungen. Musks Fazit: „Sinnlos.“ Zwei Dinosaurier-Emojis unterstreichen seine Botschaft.

FSD-Realität: Mehr Probleme als Profit

Die Zurückhaltung der Branche hat Gründe. Teslas FSD steckt in regulatorischen Schwierigkeiten: Erst im vergangenen Monat startete die US-Aufsichtsbehörde eine Untersuchung wegen Berichten über FSD-Fahrzeuge, die rote Ampeln überfahren und in die falsche Richtung fahren. 2,4 Millionen Tesla-Fahrzeuge mit FSD waren bereits 2024 Gegenstand einer Prüfung.

Im August wurde Tesla nach einem tödlichen Autopilot-Unfall zu 242 Millionen Dollar Schadenersatz verurteilt – das Unternehmen kündigte Berufung an. Trotzdem treibt Musk seine Robotaxi-Vision voran und will bis Jahresende in acht bis zehn Metropolen starten. Nevada und Arizona haben grünes Licht gegeben.

Die Konkurrenz geht eigene Wege

Während Tesla kämpft, schmieden Wettbewerber andere Allianzen. Toyota kooperiert mit Waymo, um autonome Technologie in Privatfahrzeuge zu bringen. Lucid plant gemeinsam mit Uber und dem Startup Nuro den Start von Robotaxis in San Francisco für nächstes Jahr.

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Nur zwölf Prozent der Tesla-Fahrer zahlen für FSD, wie Business Insider berichtet. Die Quartalseinnahmen aus der Technologie sind im Jahresvergleich gesunken. Musks Warnung im Januar, ohne FSD sei man „tot“, verhallte offenbar ungehört. Damals sprach er noch von „erheblichem Interesse“ an FSD-Lizenzen – heute klingt das nach Wunschdenken.

Martin Wald

Tech & Security

Martin Wald analysiert die Schnittstelle zwischen Geld, Macht und Alltag. Seine Themen reichen von Rente, Sozialstaat und Gesundheit bis zu Wirtschaft, Märkten und technologischen Umbrüchen. Er zerlegt politische Entscheidungen, Urteile und Trends auf ihre ökonomischen Folgen und macht sichtbar, wer gewinnt, wer verliert und wo Risiken liegen. Der Blick ist pragmatisch, pointiert und nutzenorientiert. Keine Wohlfühltexte, sondern Einordnung für Menschen, die verstehen wollen, wie Systeme funktionieren und was das für ihre Entscheidungen bedeutet.