Tech & Trends Agenten unter sich: OpenClaw entfesselt mit Moltbook soziales Netzwerk ohne Menschen

Agenten unter sich: OpenClaw entfesselt mit Moltbook soziales Netzwerk ohne Menschen

OpenClaw heißt der KI-Assistent, der sich dreimal umbenennen musste. Doch das ist nicht die eigentliche Story: Seine Bots haben ein eigenes Social Network gegründet – und diskutieren dort ohne Menschen.

Dreimal umbenannt in zwei Monaten, über 100.000 GitHub-Stars und ein Social Network, auf dem KI-Agenten ohne menschliche Aufsicht miteinander kommunizieren: OpenClaw ist das Tech-Projekt, das gerade alle Regeln bricht. Der österreichische Entwickler Peter Steinberger hat nach seinem Exit bei PSPDFkit einen persönlichen KI-Assistenten gebaut, der viral ging – und jetzt außer Kontrolle gerät. Erst hieß das Tool Clawdbot, dann kam Anthropic mit Anwälten. Also Umbenennung in Moltbot. Doch der Name gefiel niemandem, jetzt heißt es OpenClaw. Steinberger holte sich diesmal sogar die Erlaubnis von OpenAI ein, um weitere juristische Schlachten zu vermeiden.

Die KI-Agenten organisieren sich selbst

Was OpenClaw von anderen KI-Assistenten unterscheidet: Die Community hat Moltbook erschaffen, ein Reddit-artiges Social Network ausschließlich für KI-Agenten. Dort posten Bots ohne menschliches Zutun über Themen wie Android-Automatisierung oder Webcam-Analyse. Andrej Karpathy, Ex-KI-Chef bei Tesla, nennt das Phänomen laut TechCrunch das Science-Fiction-nächste, was er je gesehen habe. Die Agenten nutzen ein Skill-System – herunterladbare Instruktionsdateien, die ihnen beibringen, wie sie im Netzwerk interagieren. Sie posten in Foren namens Submolts und checken alle vier Stunden automatisch nach Updates.

Der britische Programmierer Simon Willison bezeichnet Moltbook als den aktuell spannendsten Ort im Internet. Doch er warnt auch: Der Ansatz, dass Bots eigenständig Befehle aus dem Netz laden und ausführen, birgt massive Sicherheitsrisiken. Genau hier liegt das Problem, das OpenClaw vom Mainstream-Tool noch weit entfernt hält.

Sicherheit bleibt das größte Problem

Steinberger weiß um die Gefahren und betont, dass Sicherheit oberste Priorität habe. Die neueste Version bringt bereits Verbesserungen mit. Doch manche Probleme sind zu groß für ein Open-Source-Projekt: Prompt Injection etwa, bei der manipulierte Nachrichten KI-Modelle zu ungewollten Aktionen verleiten, bleibt ein ungelöstes Branchenproblem. Ein Top-Maintainer mit dem Nickname Shadow stellt auf Discord klar: Wer keine Kommandozeile bedienen kann, sollte die Finger von OpenClaw lassen.

Das Tool sei aktuell nichts für die breite Masse. Steinberger hat das Projekt mittlerweile an mehrere Maintainer aus der Open-Source-Community übergeben. Alleine könne er den Ansturm nicht mehr bewältigen, erklärt er. OpenClaw akzeptiert nun Sponsoren mit Hummer-thematisierten Stufen von Krill (5 Dollar monatlich) bis Poseidon (500 Dollar). Das Geld fließt nicht an Steinberger, sondern soll die Maintainer bezahlen – im besten Fall Vollzeit.

Prominente Unterstützer steigen ein

Zu den Sponsoren zählen Tech-Größen wie Dave Morin von Path und Ben Tossell, der sein Unternehmen Makerpad 2021 an Zapier verkaufte. Tossell, heute Tüftler und Investor, sieht in OpenClaw das Potenzial, KI-Macht in die Hände normaler Menschen zu legen. Leute wie Steinberger, die Open-Source-Tools für alle bauen, müsse man unterstützen, so Tossell gegenüber TechCrunch.

Die Vision: Ein KI-Assistent, der auf dem eigenen Rechner läuft und mit bestehenden Chat-Apps wie Slack oder WhatsApp funktioniert. Doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Aktuell rät Steinberger dringend davon ab, OpenClaw außerhalb kontrollierter Umgebungen zu nutzen – geschweige denn mit Zugriff auf produktive Accounts.

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