Tech & Trends Roboter statt Autos: Musk sucht den nächsten Tesla-Hype

Roboter statt Autos: Musk sucht den nächsten Tesla-Hype

Auch bei der Künstlichen Intelligenz überschlägt sich Musk mit Prognosen. Bis Ende 2025 oder spätestens 2027 werde es KI geben, die „smarter als jeder Mensch“ sei. In fünf Jahren sei sie klüger als die gesamte Menschheit. Die größte Bremse sei nicht die Technik, sondern der verfügbare Strom. Solche Aussagen sind typisch Musk: visionär, ambitioniert, schwer überprüfbar.

Was das für die Wirtschaft bedeutet

Musks Vision einer Post-Arbeitsgesellschaft klingt verlockend. Keine Knappheit mehr, Roboter für jeden, Güter im Überfluss. Doch wer profitiert wirklich? Vermutlich nicht die Arbeiter in der Produktion, deren Jobs die Roboter übernehmen. Auch nicht die Pflegekräfte, die durch Maschinen ersetzt werden sollen. Profitieren werden die Unternehmen, die diese Technologie kontrollieren – und verkaufen.

Musk sprach in Davos sogar davon, dass Altern ein „lösbares Problem“ sei. Die Menschheit könne diesen Prozess nicht nur verlangsamen, sondern umkehren. Gleichzeitig räumte er ein, dass das gesellschaftlich vielleicht nicht wünschenswert wäre. Solche Gedankenspiele zeigen, wie weit sich Musks Denken von der Realität der meisten Menschen entfernt hat. Während Millionen sich Sorgen um ihre Rente machen, philosophiert der Milliardär über Unsterblichkeit.

Die Frage ist nicht, ob Roboter kommen. Sie kommen. Die Frage ist, wer sie kontrolliert, wer sie sich leisten kann und was mit denen passiert, die durch sie ersetzt werden. Musks Versprechen von Überfluss für alle klingt gut. Die Geschichte der Industrialisierung lehrt aber: Technologischer Fortschritt bedeutet nicht automatisch Wohlstand für alle. Meistens bedeutet er Wohlstand für wenige und Umbruch für viele.

Business Punk Check

Musks Roboter-Offensive ist klassisches Pivot-Marketing. Wenn ein Geschäftsbereich schwächelt, verkauft man eben die nächste Vision. Tesla-Aktionäre kennen das Spiel: Vollautonomes Fahren kommt „nächstes Jahr“ – seit 2016. Der Cybertruck sollte 2021 kommen, wurde 2023 ausgeliefert. Hyperloop, Mars-Kolonien, Neuralink – die Liste der großen Ankündigungen ist lang. Das bedeutet nicht, dass Optimus scheitern wird.

Tesla hat bewiesen, dass Musk Dinge umsetzen kann. Aber die Zeitpläne sind Fantasie, und die Versprechen sind Marketing. Wer glaubt, dass 2027 jeder einen Roboter-Butler hat, glaubt vermutlich auch an den Weihnachtsmann. Die eigentliche Frage: Warum muss ein Autohersteller plötzlich Roboter verkaufen? Weil das Kerngeschäft nicht mehr die Wachstumsraten liefert, die die Bewertung rechtfertigen. Der Hype muss weitergehen. Sonst platzt die Blase.

Häufig gestellte Fragen

Wann kommen die Tesla-Roboter wirklich auf den Markt?

Musk nennt Ende 2026 oder 2027 als Zeitpunkt. Seine bisherige Bilanz bei Zeitplänen legt nahe, dass es deutlich später wird. Realistisch sind frühestens 2028 oder 2029, wenn überhaupt in dieser Dekade.

Was können die Optimus-Roboter tatsächlich?

Aktuell übernehmen sie einfache Aufgaben in der Tesla-Produktion. Musks Versprechen von Kinderbetreuung bis Chirurgie sind bisher reine Vision. Die Technologie für komplexe Aufgaben existiert noch nicht marktreif.

Warum setzt Tesla jetzt auf Roboter statt Autos?

Die Verkaufszahlen bei Elektroautos sinken, der Wettbewerb nimmt zu. Tesla braucht neue Wachstumsfelder, um die hohe Börsenbewertung zu rechtfertigen. Roboter und Robotaxis sind diese neuen Versprechen an Investoren.

Quellen: Weltwirtschaftsforum Davos, Tesla, BlackRock, Boston Dynamics

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