Tech & Trends SpaceX greift Apple an: mit KI-Smartphone und Musks xAI-Technologie

SpaceX greift Apple an: mit KI-Smartphone und Musks xAI-Technologie

Elon Musk zeigt Investoren einen Smartphone-Prototyp mit xAI-Integration. Schlanker als ein iPhone, eigenes OS, Qualcomm-Chip – und der Plan einer Super-App nach WeChat-Vorbild. Der Frontalangriff auf Apple und Google.

Laut dem Wall Street Journal hat SpaceX Investoren Hardware-Konzepte bzw. einen Prototyp für ein Smartphone vorgestellt, der die Tech-Branche aufhorchen lässt: Ein Smartphone mit integrierter xAI-Technologie, dünner als Apples iPhone, mit eigenem Betriebssystem und einem Qualcomm-Snapdragon-Chip, wie The Decoder berichtet. Was nach weiterer Musk-Vision klingt, könnte der ernsthafte Versuch sein, sich von Apple und Google zu emanzipieren und nebenbei den Smartphone-Markt aufzumischen. Das Timing ist kein Zufall. Musks xAI-Chatbot läuft aktuell über die Plattformen von Apple und Google.

Mit einem eigenen Gerät würde diese Abhängigkeit enden. SpaceX betonte gegenüber Investoren zwar, das Projekt sei in einem frühen Stadium und die Umsetzung unsicher. Doch die Signale sind deutlich: Musk will Hardware-Unabhängigkeit – und zwar radikal.

Die Everything-App-Strategie: WeChat für den Westen

Hinter dem Prototyp steckt laut The Decoder eine ambitionierte Vision: Eine „Everything App“ nach dem Vorbild chinesischer Super-Apps wie WeChat. Nicht nur Messaging, sondern Payment, Shopping, Social Media – alles in einer Anwendung. Ein KI-Agent soll künftig sämtliche Smartphone-Aufgaben übernehmen, so die Idee. Das würde das klassische App-Ökosystem obsolet machen und Musk die volle Kontrolle über die User Experience geben.

SpaceX und Tesla bringen die Manufacturing-Expertise mit, um Millionen Geräte zu produzieren – ein Vorteil, den Hardware-Startups wie Humane (AI Pin) oder Rabbit (R1), deren KI-Gadgets kommerziell scheiterten bzw. eingestellt wurden, nie hatten. Zudem hat SpaceX Zugang zu den nötigen Chips für On-Device-Compute. Die Expansion ins Wireless-Geschäft läuft bereits: Starlink Mobile positioniert sich als Alternative zu Verizon und AT&T. Analysten spekulieren gar über mögliche Carrier-Akquisitionen durch SpaceX [TechCrunch].

Der unsichtbare Gegner: OpenAI mit Jony Ive im Nacken

Doch Musk ist nicht allein im KI-Hardware-Rennen. OpenAI entwickelt mit Apples Ex-Design-Chef Jony Ive ein eigenes AI-Device. Altman sagte laut TechCrunch, das Gerät solle weniger aufdringlich und weniger suchterzeugend sein als heutige Smartphones. OpenAI hat kürzlich Paul Meade an Bord geholt, zuvor Apple-VP mit Verantwortung u. a. für Vision Pro. Das Signal: Auch OpenAI meint es ernst mit nativer AI-Hardware. Beide Ansätze zielen auf proprietäre Betriebssysteme, die nicht in Android oder iOS gefangen sind.

Beide wollen KI-First-Interfaces, die klassische App-Logik überflüssig machen. Der Unterschied: OpenAI setzt auf Design-Exzellenz durch Ive, Musk auf die vertikale Integration seines Tech-Imperiums, von der Raketenfabrik bis zum Chatbot.

Business Punk Check

Der Friedhof kommerziell gescheiterter bzw. stark kritisierter KI-Gadgets wie der Humane AI Pin und der Rabbit R1 ist voll – alle grandios gefloppt. Warum sollte ausgerechnet ein SpaceX-Phone funktionieren? Drei Gründe: Manufacturing-Power, Chip-Zugang und ein bestehendes Ökosystem aus Tesla, Starlink und xAI. Musk kann Hardware bauen und hat die Distribution. Was fehlt? Der Beweis, dass Konsumenten überhaupt KI-Smartphones wollen.

Die Everything-App-Vision klingt brillant, ist aber in westlichen Märkten noch nie gelungen – nicht mal Facebook hat es geschafft. Musks Vorteil: Er denkt in Jahrzehnten, nicht Quartalen. Sein Risiko: Apple und Google werden nicht tatenlos zusehen. Für Investoren ist das Projekt eine Wette auf Musks Fähigkeit, mehrere Industrien gleichzeitig zu disruptieren. Historisch gesehen: keine schlechte Quote.

Quellen: The Decoder, TechCrunch

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